Nvidia liefert erneut ab, Micron treibt es weiter in die Höhe, Samsung wendet Streiks ab und SK Hynix kratzt wieder an Rekordkursen
Noch immer gibt es kein Anzeichen für ein Platzen der KI-Blase
Die Erwartungen an die Zahlen von Nvidia sind mittlerweile derart hoch, dass manch einer es im Vorfeld schon mal mit Zweifeln zu tun bekommt. Fest erwartet wird schließlich, dass der größte Chiphersteller der Welt die Prognosen übertrumpfen kann. Genau das gelang nun ein weiteres Mal und die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.
Das Geschäft mit Rechenzentren bleibt der treibende Faktor für Nvidia (US67066G1040). Dort ging es mit den Umsätzen auf knapp 75 Milliarden US-Dollar aufwärts. Insgesamt setzte man im ersten Quartal 81,6 Milliarden Dollar um. Das sind 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und die Konsensschätzung der Analysten konnte klar übertroffen werden. Das gilt auch für den Gewinn, der bei 45,6 statt der erwarteten 43,3 Milliarden Dollar landete. Nvidia bleibt eine Wachstumsmaschine.
Als Sahnehäubchen kündigte Nvidia dann auch noch Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 80 Milliarden Dollar an und Konzernchef Jensen Huang sieht keinerlei Anzeichen für ein Nachlassen beim Wachstum oder gar das oft heraufbeschworene Platzen einer Blase. Die Anleger zeigten sich zufrieden und die Nvidia-Aktie legte nach Zugewinnen von 1,3 Prozent auch nachbörslich noch leicht zu. Die Aufschläge beliefen sich allerdings auf unter ein Prozent. Das klingt etwas ernüchternd, passiert aber auf hohem Niveau. Allein im laufenden Jahr ging es schon um 20 Prozent aufwärts und die Marktkapitalisierung liegt bei schwindelerregenden 5,4 Billionen Dollar
Rückenwind für Micron
Ein wenig schwingt bei der Marktreaktion auch die Sorge mit, dass das KI-Geschäft sich künftig mehr in Richtung Inferenz bewegt und Nvidia künftige Erwartungen immer schwerer übertreffen kann. Das sind für den Speicherhersteller Micron (US5951121038) keine Probleme. Dort ist es herzlich egal, wohin genau die raren und immer teureren Speicherbausteine fließen. Die Zahlen von Nvidia reichten vollkommen aus als Bestätigung dafür, dass der KI-Boom noch sehr lebendig ist.
Die Bullen honorierten dies mit einem Kursplus von knapp drei Prozent im nachbörslichen Handel. Regulär ging es zuvor bereits um 4,8 Prozent aufwärts. Die jüngste Korrektur im Segment scheint damit schnell wieder verdaut zu werden. Ein paar Tage mehr mit solchen Zugewinnen dürften ausreichen, um die Micron-Aktie wieder zu neuen Kursrekorden zu führen.
Samsung: In letzter Minute
Auch der weltgrößte Hersteller von Speicherchips in Form von Samsung (KR7005930003) landete auf der Sonnenseite. Angetrieben durch die Nvidia-Ergebnisse ging es hier am Donnerstag bis zum Nachmittag um 8,2 Prozent auf 298.500 Won in Richtung Norden. Zeitweise konnte bei 299.500 Won auch schon ein frisches Allzeit-Hoch markiert werden. Dabei machte sich auch ein Aufatmen bemerkbar. Denn ein für heute angesetzter Streik konnte in letzter Minute noch abgewendet werden.
Wie die „Tagesschau“ berichtete, haben die Gewerkschafter beschlossen, einen 18-tägigen Streik zunächst auszusetzen. Eine mit Samsung getroffene Vereinbarung soll nun in den nächsten Tagen den Mitgliedern zur Abstimmung vorgelegt werden. Details darüber sind bislang nicht durchgesickert. Die Anteilseigner hoffen aber natürlich darauf, dass das Thema im besten Fall aus der Welt geschafft werden kann und die Produktion munter weiter läuft. Denn gerade mitten im Boom zählt jeder einzelne Tag.
SK Hynix hebt wieder ab
Zuvor sorgten die Streiksorgen bei Samsung noch für Kurssprünge beim Konkurrenten SK Hynix (KR7000660001). Da wäre die logische Annahme, dass durch die jüngste Entwicklung eine Korrektur anstehen würde. Zu sehen ist davon aber nichts. Im Gegenteil: mit Kursgewinnen von 11,6 Prozent am Donnerstag trieb es den Titel sogar noch rasanter in die Höhe und auch hier wird schon an Kursrekorden geknackt. Die Ergebnisse von Nvidia und damit die Bestätigung für einen lebendigen KI-Hype scheinen alles andere zu überschatten.
Für SK Hynix und Konsorten zeichnet sich nicht nur eine immer größere Nachfrage ab. Auch die Preise und damit die Margen für Speicherchips treibt es unkontrolliert in die Höhe. Gerüchten zufolge ist die Produktion bis Ende 2027 bereits ausverkauft. Zumindest für den Moment rücken Sorgen um ein mögliches Abflauen im Segment vollständig in den Hintergrund. Der Höhepunkt scheint erst noch vor uns zu liegen.
Kursfeuerwerk
Das Muster aus der Vergangenheit wiederholt sich ein weiteres Mal. Nachdem leise Zweifel zunächst für spürbare Korrekturen im Segment sorgten, brachten die Zahlen von Nvidia nun die große Erleichterung und Verluste werden im Galopp wieder aufgelesen. Die große Frage lautet nun, wie oft wir eine solche Entwicklung noch zu Gesicht bekommen können, ehe irgendwann vielleicht doch eine Decke erreicht wird. Bisher scheint eine solche aber noch nicht in Sichtweite zu sein.
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21.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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