Unter Gamern machte sich Nvidia mit frischen KI-Features wenig Freude und nun versucht Konzernchef Jensen Huang, die Wogen zu glätten
Auch bei Nvidia ist AI Slop angeblich wenig beliebt
Vor wenigen Tagen enthüllte Nvidia bei seiner Entwicklerkonferenz GTC 2026 einige Neuigkeiten zum Thema Künstliche Intelligenz. Dazu gehörte eine neue Version des Upscalers DLSS, der in Version 5 die Bildqualität noch weiter steigern soll. Gezeigt wurden dazu einige Demos, die im Netz jedoch nicht für Begeisterung, sondern vor allem für Spott und Hohn sorgten.
DLSS 5 von Nvidia (US67066G1040) analysiert in Videospielen jeden einzelnen Frame und legt darüber dann in Echtzeit im Prinzip einen KI-Filter. Das Ergebnis sind zwar Umgebungen, die sehr nahe in den Bereich des Fotorealismus gehen. Bei Charakteren fallen die Ergebnisse jedoch zuweilen etwas seltsam aus. Viele Spieler und auch Vertreter der Fachpresse erinnerte dies an generische KI-Bilder, gerne auch als „AI Slop“ bezeichnet.
Befürchtet wurde da bereits, dass mit der Technologie die kreative Vision von Entwicklern in den Hintergrund tritt, Entwicklungsaufwand zurückgeschraubt wird und Spiele in Zukunft immer austauschbarer würden. Dem trat Nvidia-Chef Jensen Huang zunächst in einer Frage-Antwort-Runde entgegen, indem er wissen ließ, dass die Gamer „vollständig falsch“ liegen würden. Wenig überraschend machte er sich damit keine Freunde und die DLSS-5-Memes wurden nur noch zahlreicher.
Nvidia beschwichtigt
In einem Interview mit dem US-Informatiker Lex Fridman bemühte sich Huang nun erneut darum, die Wogen etwas zu glätten. Darin sprach der Nvidia-Chef davon, dass er die Perspektive der Kritiker durchaus nachvollziehen könne und auch verstehe, woher sie kommt. Auch er selbst möge keinen AI Slop. Dieser sei aber auch nicht das Ziel von DLSS 5.
Huang versichert, dass es sich bei der Technologie um kein einfaches „Post-Processing“ handele, bei dem Bilder ähnlich wie bei einem Instagram-Filter einfach etwas aufgehübscht werden. Viel mehr sei das Ganze tief mit dem verwurzelt, was ein Künstler zu beabsichtigen versucht. Beschrieben wird der Ansatz als „3D Guided Neural Rendering“, bei dem die Geometrie von Spielen die Basis bilden und auch nicht verändert würden. Auch bei Texturen und Beleuchtung würden die Absichten eines Künstlers erhalten bleiben.
Huang versprach ferner, dass Entwickler DLSS 5 mit eigenen Modellen trainieren könnten, sodass unerwünschte oder überzeichnete Ergebnisse gar nicht erst entstehen könnten. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es auch möglich sein, via Prompt exakte Anweisungen an das System zu übermitteln. Erneut will Nvidia damit den Eindruck erwecken, als habe die eigene Technologie nur Vorteile und würde nicht in den kreativen Prozess eingreifen. Allerdings beißt sich das sowohl mit vorherigen Aussagen darüber, dass die KI lediglich ein 2D-Bild als Ausgang für die Berechnung erhält und auch mit den vorgestellten Demos.
Nvidia erntet einen Shitstorm
Zu sehen war auf bisherigen Videos unter anderem wie die KI bei Charakteren Haare an Stellen generiert, wo zuvor keine zu sehen waren. Bei einer Szene von „Resident Evil Requiem“ wurde der Protagonistin munter Makeup aufgetragen, wo zuvor keines zu sehen war und dergleichen mehr. Dass der Konzern nun zu beschwichtigen versucht und Jensen Huang davon redet, keinen AI Slop zu mögen, sorgt im Netz für Belustigung und Unverständnis. Nicht wenige verweisen darauf, dass Nvidias gute Geschäfte zu nicht unwesentlichen Teilen in direktem Zusammenhang zu AI Slop stehen. Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in den sozialen Medien auch einige Fürsprecher für DLSS 5 gibt.
Bei vielen Gamern hat sich Nvidia mit DLSS 5 dennoch definitiv unbeliebt gemacht. Dafür sorgt auch, dass für die Berechnung zwei sündhaft teure Grafikbeschleuniger des Typs Geforce RTX 5090 zum Einsatz kamen. Allerdings spielt Gaming im Konzern nur noch eine untergeordnete Rolle, während KI-Beschleuniger für schwindelerregende Gewinne sorgen. Zweifel scheinen jedoch auch unter den Anlegern größer zu werden. Die Nvidia-Aktie wertete in den letzten vier Wochen um etwas mehr als neun Prozent bis auf 175,20 US-Dollar zu Handelsschluss am Dienstag ab.
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25.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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