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Mit der Übernahme der deutschen Sanity Group will Organigram Global das Wachstum in Europa ankurbeln

Organigram Global geht den nächsten Schritt

NTG24 - Mit der Übernahme der deutschen Sanity Group will Organigram Global das Wachstum in Europa ankurbeln

 

Der große Hype um Cannabis-Aktien hat an der Börse zwar spürbar nachgelassen. Es gibt im Segment aber noch immer viel Wachstum zu sehen. Organigram Global konnte für das vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 403 Millionen US-Dollar verkünden. Dabei stieg das Ebitda um satte 160 Prozent auf 30 Millionen Euro. Allerdings lässt das Wachstum auf dem kanadischen Heimatmarkt seit einer Weile etwas nach. Deshalb sehen die Verantwortlichen sich zunehemend nach anderen Märkten um.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeGroße Chancen verspricht man sich von Europa. Anders als in Kanada ist die (Teil-)Legalisierung von Cannabis hier noch lange nicht über die Bühne. Viele Staaten entdecken das Thema eher zaghaft und der Markt ist geprägt von frischen Gesetzesvorhaben sowie Reformationen. Dabei haben die Märkte sich in den letzten Jahren schrittweise weiter geöffnet. So auch in Deutschland, wo seit 2017 Cannabis für medizinische Zwecke zugelassen ist. Das Geschäft damit will sich Organigram Global (CA68617J1003) nicht entgehen lassen.

 

 

 

Bereits seit Längerem ist das kanadische Unternehmen beim Berliner Startup Sanity Group investiert, welches 2018 an den Start ging und seither seine Umsätze kontinuierlich steigern konnte. Nun wird auch der letzte Schritt gegangen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, übernimmt der Cannabis-Riese den deutschen Partner vollständig. Die Verantwortlichen sprechen davon, einen der Marktführer in Deutschland zu schlucken.

 

Organigram Global auf Wachstumskurs

 

Insgesamt sollen für die Übernahme bis zu 227 Millionen Euro in die Hand genommen werden. Rund die Hälfte wird sofort gezahlt, die andere Hälfte ist an die wirtschaftlichen Entwicklungen der nächsten Jahre gekoppelt. Damit sicher sich die neue Eignerin auch ein Stück weit gegen politische Unwägbarkeiten ab. Die Bundesregierung kokettiert derzeit damit, einige Regelungen wieder einzuschränken. Dazu gehört, dass Cannabis nach dem Willen von CDU/CSU nur noch nach einem persönlichen Gespräch verschrieben werden soll. Der Versandhandel soll gänzlich untersagt werden, wogegen sich aber der Koalitionspartner SPD sträubt.

Nach gegenwärtigem Stand bleibt es bei einem klaren Wachstumskurs. Die Sanity Group konnte ihre Umsätze im letzten Jahr um mehr als das Dreifache auf 60 Millionen Euro steigern und dabei eine sehr ansehnliche Bruttomarge von 47 Prozent erreichen. Das deutsche Unternehmen soll nach der Übernahme weitgehend eigenständig agieren. Nennenswerte Umstrukturierungen scheinen nicht geplant zu sein. Die Gründer erkennen darin das Potenzial, neue Wachstumschancen zu erschließen.

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Das scheinen die Anleger ähnliche einzuschätzen, welche der Organigram Global-Aktie gestern Kursgewinne von 9,4 Prozent bescherten und den Kurs auf 1,39 Dollar hievten. Damit läuft auch ein Versuch, aus der vorherigen Korrekturbewegung auszubrechen. Neue Wachstumssignale sind zuletzt selten geworden. Nun liefert der nach Umsätzen zweitgrößte Cannabis-Konzern Kanadas den Anteilseignern endlich wieder die Hoffnung darauf, größere Schritte nach vorn zu machen.

 

Große Schritte nach vorn

 

Potenzial scheint in Europa mehr als genug vorhanden zu sein. Wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf Daten von Statista berichtet, wird der hiesige Cannabismarkt im laufenden Jahr Umsätze von schätzungsweise 6,65 Milliarden Euro erreichen können. Bis zum Jahr 2030 soll der Markt weiter anziehen und dann bei Umsätzen von 7,5 Milliarden Euro landen. Schon ein Bruchteil davon würde dafür sorgen, dass die Übernahme sich für Organigram Global ausgezahlt hat.

Aus Anlegersicht verbleiben dennoch einige Risiken. Politisch macht sich eher Gegenwind bemerkbar und die Legalisierung von Cannabis steht bei vielen Regierung nicht mehr besonders weit oben auf der Prioritätenliste. Stattdessen klingen immer wieder Ideen an, bereits umgesetzte Maßnahmen wieder rückgängig zu machen. Das ist zwar kein einfaches Unterfangen, doch ein gewisses Restrisiko für unangenehme Rückschläge wird die Branche auch in Zukunft begleiten. Im besten Fall wird es sich für Organigram und die Aktionäre aber auszahlen, eben dieses Risiko einzugehen.

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19.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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