Palantir steigert Umsätze und Gewinne weiterhin in einem rasanten Tempo und belehrt seine Kritiker mit neuen Zahlen eines Besseren
Der Wachstumstrend bei Palantir scheint ungebrochen zu sein
In den letzten Tagen kamen vermehrt Zweifel an der Aktie von Palantir auf. Trotz einer gewissen Korrektur in den letzten Wochen standen Analysten dem Titel zum Teil skeptisch gegenüber. Gewarnt wurde davor, dass die Zahlen für 2025 manche Enttäuschung mit sich bringen konnte. Insbesondere bei den wichtigen Regierungsaufträgen wurde ein Rückgang für möglich erachtet. Zu sehen war davon nun allerdings nicht einmal im Ansatz etwas.
Stattdessen übertraf Palantir (US69608A1088) sämtliche Erwartungen sehr deutlich. In einem Brief an die Aktionäre sprach Konzernchef Alex Karp darüber, dass selbst seine „kühnsten Erwartungen“ überflügelt werden konnten. Präsentieren konnte der Konzern mit den Zahlen für das vierte Quartal 2025 einen um 66 Prozent auf 570 Millionen US-Dollar gestiegenen Umsatz mit Geschäften mit der US-Regierung.
Insgesamt verbesserte der Tech-Konzern seine Umsätze um 70 Prozent auf nun 1,41 Milliarden Dollar. Analysten haten zwar ein Plus vermutet, die Konsensschätzung setzte mit 1,33 Milliarden Dollar aber ein gutes Stück niedriger an. Auch der Gewinn je Aktie fiel mit 0,25 Dollar ein gutes Stück höher als vermutet aus. Mit anderen Worten konnte Palantir auf ganzer Linie überzeugen, und in diesem Stil soll es wohl auch weitergehen.
Palantir will nicht nachlassen
Für das laufende Quartal stellt Palantir ein Umsatzplus von mindestens 73 Prozent auf dann 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Im Gesamtjahr sollen die Einnahmen sich bis auf etwa 7,2 Milliarden Dollar verbessern und damit ca. 60 Prozent höher als ein Jahr zuvor ausfallen. Damit scheint der rasante Wachstumstrend weiterhin sehr lebendig zu bleiben. Stark bleibt Palantir nach wie vor in den USA, wo die Software des Unternehmens von zahlreichen Behörden genutzt wird. Das sorgt für Kritik, auch innerhalb der Belegschaft. Medienberichten zufolge bekommen einige Angestellte wohl Bauchschmerzen aufgrund der Verwendung der Software durch die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE.
Konzernchef Karp gibt sich bezüglich dieses Themas allerdings betont gelassen. In seinem Brief schrieb er über Maßnahmen, welche Menschen vor einer „ungerechtfertigten Überwachung“ durch die Regierung schützen sollen. Was in diesen verrückten Tagen in den USA gerechtfertigt und nicht gerechtfertigt sein mag, ist aber wahrscheinlich nochmal ein Thema für sich. Palantir spricht aber von „ethischen Verpflichtungen“, die heute und in Zukunft unbedingt eingehalten werden sollen.
Auch das Geschäft mit kommerziellen Kunden konnte stark wachsen und sich auf 507 Millionen Dollar verbessern. Schneller gewachsen wäre Palantir gerne im internationalen Umfeld. Dort konnten die Umsätze im letzten Quartal „nur“ um 23 Prozent auf 331 Millionen Dollar gesteigert werden. CEO Karp bedauerte eine „echte Zurückhaltung“, die es beim Einsatz der eigenen Software in westlichen Ländern außerhalb Amerikas gebe. Heftig umstritten ist das Ganze auch in Deutschland.
Die Palantir-Aktie geht steil
Die Aktionäre sind mit den Ergebnissen hochzufrieden und die Palantir-Aktie reagierte am Montag im nachbörslichen Handel mit Aufschlägen von 12,4 Prozent. Der Kurs schnellte im Hoch bis auf rund 180 Dollar und konnte damit einige der jüngsten Korrekturen wieder wettmachen. Weggewischt werden konnten derweil Bedenken darüber, dass der Big-Data-Spezialist sich bereits auf Schrumpfkurs befinden würde. Davon war in den Zahlen in keinem einzigen Bereich etwas zu sehen. Die Geschäfte wachsen weiter, und das in einem nicht eben geringen Tempo.
Ob sich damit nun auch die Bewertung von rund 350 Milliarden Dollar rechtfertigen lässt, darüber dürften die Meinungen weiterhin auseinandergehen. Für den Moment bekommen aber die Bullen erst einmal Rückenwind. Das hohe Wachstumstempo scheint aufrechterhalten werden zu können. Setzt sich dies in den nächsten Jahren fort, so dürfte Palantir früher oder später doch noch in seine Bewertung hineinwachsen.
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03.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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