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Michael Burry zweifelt an Palantir, Oracle im Sparzwang, Amazon kann Anleger nicht mehr begeistern und selbst Nvidia scheint nicht mehr unantastbar zu sein

Die Anleger sind sich uneins über Chancen und Risiken im KI-Segment

NTG24 - Michael Burry zweifelt an Palantir, Oracle im Sparzwang, Amazon kann Anleger nicht mehr begeistern und selbst Nvidia scheint nicht mehr unantastbar zu sein

 

Der Software-Konzern Anthropic hat die Tech-Welt erst kürzlich gehörig aufgemischt. Neue KI-Agenten zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial in der Technologie noch schlummert und durch das Erledigen auch komplexer Aufgaben zweifelt manch einer schon an der Zukunft klassischer Software-Unternehmen. Trotz solcher Fortschritte halten sich aber auch hartnäckig Zweifel an den hohen Bewertungen von KI-Unternehmen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeZu den bekanntesten Skeptikern zählt der Hedgefonds-Manager Michael Burry, der in den 2000er Jahren richtigerweise das Platzen der Immobilienblase in den USA vorhersagte. Bereits seit einer Weile positioniert sich der Investor offen gegen hohe Bewertungen im KI-Bereich. Daran hat sich nichts geändert und zuletzt gab es aus seiner Richtung zweifelhafte Töne rund um den Software-Konzern Palantir zu vernehmen. Darüber berichtete unter anderem „Der Aktionär“.

 

 

 

Dabei zweifelt Burry nicht einmal an den generellen Wachstumsaussichten, sondern viel mehr an der extrem hohen Bewertung. Palantir (US69608A1088) habe über Jahre Geld verbrannt, unter den Anteilseignern fände sich eine bedenklich hohe Anzahl an Milliardären und die Margen werden nach Ansicht von Burry ein wenig schöngerechnet. Nach seinen Berechnungen würde eine faire Bewertung bei 46 US-Dollar je Aktie liegen. Ganz so hart gehen die Anleger mit dem Titel noch nicht ins Gericht. Doch die zunehmenden Zweifel sind nicht zu übersehen bei einem Aktienkurs, der im laufenden Jahr bereits um 26 Prozent nachgegeben hat. Zum Wochenende standen noch 131,75 Dollar auf der Anzeigetafel.

 

Muss Oracle den Gürtel enger schnallen?

 

Oracle (US68389X1054) gehört zu den potenziellen Verlierern, sollte die KI sich noch schneller nach vorne entwickeln als bisher gedacht. Denn auf die teure Unternehmenssoftware sind KI-Agenten nicht mehr zwingend angewiesen. Nicht ohne Grund investiert Oracle massiv in eigene KI-Vorhaben, um sich entsprechend für die Zukunft aufzustellen. Allerdings gibt es erhebliche Zweifel daran, ob derartige Ausgaben auf lange Sicht auch geschultert werden können.

Die Analysten von TD Cowen schätzen bereits, dass Oracle sich wohl auf einen massiven Sparzwang zubewegen könnte. Um die derzeitigen Pläne finanzieren zu können, sei mit einem Stellenabbau von 20.000 bis 30.000 Jobs weltweit zu rechnen. Damit sollen bis zu zehn Milliarden Dollar für den weiteren Ausbau von Rechenzentren freigeschaufelt werden. Oracle äußerte sich dazu nicht, doch den Anteilseignern sind die Zweifel deutlich anzumerken. Der Aktienkurs fiel seit Jahresbeginn um knapp 18 Prozent bis auf 160,14 Dollar zu Handelsschluss am Freitag zurück.

 

Amazon ohne Befreiungsschlag

 

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Werbebanner EMH PM TradeIm Falle von Amazon (US0231351067) macht sich zwar niemand ernsthaft Sorgen um die finanzielle Ausgangslage des Unternehmens. Außerdem kann der Internet-Gigant immer wieder mit eigenen KI-Ansätzen punkten, bei denen die eigenen Vorteile bewusst ausgenutzt werden. So etwa auch bei einem kürzlich vorgestellten System, welches für Kunden komplette Werbekampagnen per Chat erstellt und dafür auf die gigantische Retail-Datenbank von Amazon zurückgreift. Doch es bleibt die große Frage, ob auf diesem Wege die massiven Investitionen wieder hereingeholt werden können.

Noch größer wurden die Fragezeichen, nachdem Amazon vor Kurzem Investitionen von 200 Milliarden Dollar für das laufende Jahr ankündigte, das meiste davon für KI-Projekte. Selbst für ein derart gigantisches Unternehmen scheint das dann doch etwas sehr großzügig zu sein. Die Aktie schafft es nur noch erstaunlich selten in den grünen Bereich. Zum Wochenende reichte es nicht einmal mehr für Kurse oberhalb von 200 Euro und die Verluste im laufenden Jahr liegen bisher bei knappen 14 Prozent.

 

Schlechte Vorzeichen für Nvidia?

 

Klarer Gewinner des immer intensiveren KI-Rennens scheint der Chiphersteller Nvidia (US67066G1040) zu sein. Denn Chips werden dem Konzern momentan nur so aus den Händen gerissen. Ob die Kundschaft damit dann auch tatsächlich ökonomische Erfolge feiern kann, ist erstmal zweitrangig. Garniert wird diese bequeme Ausgangslage durch eigene Vorhaben von Nvidia, wie etwa Chips für autonomes Fahren. Nichts davon vermag die Anleger aber wieder in blinde Kauflaune zu versetzen.

Zurückgehalten wird die Aktie aktuell von der Sorge darum, dass enttäuschte Hoffnungen im Segment auch zu Anpassungen bei den Investitionsplänen und damit letztlich zu niedrigeren, vielleicht auch nur stagnierenden Auftragseingängen führen. Anhaltende Probleme bei der erneuten Erschließung des chinesischen Marktes verstärken die Sorgen nur noch weiter. Als Resultat landete der Kurs am Freitag bei 182,88 Dollar und der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 212,19 Dollar fällt dort sehr deutlich aus.

 

In der Bringschuld

 

Es ändert sich nichts daran, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt und vermutlich auch unser aller Alltag nachhaltig verändern wird. Wenn die Rede vom möglichen Platzen einer KI-Blase ist, so meinen zumindest seriöse Beobachter damit nicht, dass die Technologie wieder verschwinden würde. Doch bleibt die große Frage im Raum, wie schnell das Wachstum sich abspielen mag und ob aktuelle Investitionspläne noch in irgendeiner Weise vertretbar sind. Die Phase der Euphorie scheint zumindest an der Börse erst einmal vorbei zu sein. Jetzt sind Belege dafür gefragt, dass sich mir KI auch tatsächlich Gewinne sowie Cashflows ankurbeln lassen.

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16.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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