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Palladium mit Trendumkehr?

Wie geht's weiter mit Palladium?

 

Verfolgt man die Kursentwicklung von Palladium mit der von Gold, Silber und Platin, so sticht sofort eine extreme Outperformance ins Auge. Die Ursachen dafür wurden hier bereits in verschiedenen Beiträgen dargelegt.

Die Prognose, wie sich diese extreme Wertsteigerung von Palladium in Substitutionsbewegungen innerhalb der Autoindustrie niederschlägt, ist eine für die mittelfristige Preisentwicklung aller Metalle, aber vor allem von Platin, nicht unerhebliche Frage. Denn beide Märkte sind sehr klein, und bereits geringe Änderungen der Mengennachfrage würden den Platinpreis deutlich reagieren lassen.

Aber auch bei Palladium gilt es zu beobachten, inwieweit sich diese potenziellen Marktänderungen der effektiven Nachfrage auf den Preis des Palladium-Futures auswirken. Auf den Umstand, dass sich die verschiedenen Future-Kontrakte in Backwardation befinden, hatten wir mehrfach hingewiesen.

Ein weiteres Indiz für eine strukturelle Änderung innerhalb der Anleger ist es, die Reaktionsmuster innerhalb bestimmter Zeitabschnitte zu untersuchen. Dafür kommen insbesondere Konsolidierungsphasen infrage.

Im ersten Chart sind die längeren Konsolidierungen seit Beginn des starken Preisanstieges im August 2018 als farbige Rechtecke dargestellt.

 

Palladium mittelfristig

 

Die erste ,,ausgedehnte‘‘ Konsolidierung von März bis September 2019 weist dabei keine hohe Symmetrie auf, was ein Kriterium des Abschlusses einer Seitwärtsbewegung sein kann. Hierfür kommen etwa Doppel- oder Dreifachböden infrage.

Der Palladiumpreis beendete diese Seitwärtsbewegung im September 2019 ohne hohe Symmetrie und ohne deutlich steigende Umsätze. Die sich anschließende Aufwärtsbewegung bis in das Kursniveau um 1.800 Dollar war kurz, und die folgende Korrektur dieses Anstiegs ebenso.

Der darauf folgende Aufwärtsimpuls weist allerdings nun deutlich zunehmende Umsätze auf. Damit einher geht eine steiler werdende Trendgerade, die ab Mitte Januar parabolisch erscheint.

 

Palladium kurzfristig

 

Im zweiten Chart ist diese Phase abgebildet. Dem scharfen Sell-off vom 20.12.2019 folgte ein von hohen Umsätzen begleiteter Ausbruch nach oben.

Seit dem Allzeithoch vom 20.01.2020 bei 2.543,50 Dollar bewegt sich der Palladiumpreis mit abnehmender Schwankungsintensität seitwärts. Die Umsätze sind aber weiterhin hoch. Dies könnte auf einen Wechsel bei den Investoren hindeuten. Der sich bildende Konsolidierungskeil ist dabei nicht sehr steil, was dazu führen kann, dass Palladium noch einige Wochen ohne Ausbruchssignal seitwärts pendelt.

Nimmt man aber einmal an, dass in der Zwischenzeit einige bedeutende Investoren ihre hohen Gewinne realisiert haben, dürfte sich das Sentiment innerhalb der aktuellen Investorengruppe in Richtung schwächerer Hände verschoben haben. Denn sollte etwa der Palladiumbedarf durch einen Nachfrageschock in China auch nur kurzfristig deutlich sinken, hat dies Folgen auf die Marktdynamik der Konsolidierung und möglicherweise auch auf die Richtung des Ausbruchs danach.

Die aktuell als kleiner Doppelboden erscheinende Konsolidierung könnte damit also nicht nur das Sprungbrett für eine nächste Treibstufe nach oben sein. Die sich seit Mitte Januar 2020 bildende Struktur sollte in Kombination mit der relativen Umsatzstärke genau beobachtet werden. Denn sollte es sich um eine Umkehrformation handeln, deren Auslöser ein Nachfrageschock aus China ist, dann steht möglicherweise zumindest kurzfristig ein zentraler Treiber physischer Nachfrage im Zweifel. Selbst wenn sich dann zeitverzögert dessen Einfluss als weniger relevant als angenommen herausstellt, so reicht dies allemal als Auslöser einer scharfen Korrektur.

 

Fazit

 

Palladium hat das Muster seiner Konsolidierung geändert. Gleichwohl ist diese Konsolidierung von relativ hohen Umsätzen begleitet. Wir empfehlen deshalb, die Ausbruchsniveaus au dem Konsolidierungskeil insbesondere nach unten verstärkt zu beobachten. Eine Top-Bildung in Form eines dreifachen Tops wäre eine von mehreren Trendumkehrmustern, auf die es zu achten gilt.

 

13.02.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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