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Das weisse Edelmetall ist begehrt

Palladium glänzt

 

Während die Entwicklung der letzten Wochen im Edelmetallsektor von der Fortsetzung der Konsolidierung geprägt ist und die Märkte zwischen Anspannung und Entspannung im Handelskonflikt zwischen China und den USA hin und her gerissen sind, führt ein Edelmetall seit Längerem ein Eigenleben: Palladium.

Denn eigentlich stehen die Zeichen bei den Edelmetallen auf Konsolidierung. Der Handelsstreit und die Ankündigung der US-Notenbank, den Märkten mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen, lassen die Risikobereitschaft der Märkte steigen und den Bedarf für sichere Häfen wie Edelmetalle sinken. Und auch ein schwächerer Dollar hilft den Edelmetallen derzeit wenig.

 

Palladiumbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Ein vergleichender Blick auf die diesjährige Kursentwicklung von Palladium (dunkelblau), Platin (hellblau) und Gold (orange) zeigt allerdings eine enorme Divergenz.

 

Palladium relativ

 

Etwa 80 % der Palladium-Nachfrage stammt aus der Autoindustrie. Weiterer Bedarf entsteht bei elektronischen Geräten, in der Zahntechnik und in der Schmuckindustrie. Die deutliche Divergenz zwischen Platin und Palladium im Zuge des Dieselskandals hat berechtigterweise die Frage nach ihrer zunehmenden Substitution gestellt.

Allerdings sind industrielle Fertigungsprozesse nicht ohne angemessene Vorbereitungszeit im großen Stil änderbar. Hinzu kommt, der der Wertanteil von Palladium am Endprodukt Auto sehr gering ist und deshalb wenig Potenzial der deutlichen Margenerhöhung durch Kostensenkung bestehen.

 

Und wie sieht die Angebotsseite aus?

 

Palladium ist ein Nebenprodukt der Platin- und Nickelförderung und wird ganz überwiegend in Südafrika und Russland produziert. Beide Staaten haben jeweils eigene Engpassfaktoren zu bewältigen, hinzukommen politische Einflüsse. Im März 2019 stieg Palladium deutlich, als Russland ankündigte, den Export von Palladiumschrott zeitweilig zu begrenzen, um die Verarbeitung im eigenen Land zu fördern.

Südafrika hingegen steckt in einer Welle von Arbeitskämpfen, die bislang oft zu langen Streiks führten. Und als wäre dies nicht schon genug, muss für die Einschätzung der Preisperspektiven von Palladium auch die Preisentwicklung des Hauptproduktes wie etwa Nickel beachtet werden. Denn sinkt die Nickelförderung, fällt automatisch auch weniger Palladium als Nebenprodukt an.

 

XPD long term

 

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung des Palladiumpreises zeigt, dass derzeit ein Aufholprozess an die obere langfristige Aufwärtstrendlinie abläuft. Mit dem steilen kurzfristigen Aufwärtstrend bildet sich eine Keilformation, die bis zum 1. Quartal 2020 ein Kurs von rund 1.820 Dollar erwarten lässt. Eine Korrektur ist wie jene Ende März und Ende Juli 2019 jederzeit möglich, zumal die Short-Position der Commercials an der COMEX zuletzt ebenfalls deutlich ausgebaut wurde.

 

Fazit

 

Die relative Stärke von Palladium ist beeindruckend und könnte sich in den nächsten Wochen noch weiter fortsetzen. Beachtet werden sollte aber, dass die prozentualen Kursgewinne aufgrund des Basiseffektes inzwischen deutlich geringer sind. Zudem wächst der Nachholbedarf bei Platin und Silber. Dies sollte bei den eigenen Dispositionen angemessen berücksichtigt werden.

 

16.10.2019 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 

 






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