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Palladium holt Schwung für den Gipfelsturm

Schafft Palladium ein neues Allzeithoch?

 

Schafft Palladium ein neues Allzeithoch? Derzeit verdichten sich die Anzeichen weiter dafür, dass sich über dem Palladiumpreis wieder einmal ein ,,perfekter Sturm‘‘ zusammenbraut.

Der ,,perfekte Sturm‘‘ bei Palladium begann spätestens mit ,,Dieselgate‘‘, als es zu einer plötzlichen Verschiebung der industriellen Nachfrage von Platin zu Palladium kam. Im Ergebnis stürzte Platin ab, während Palladium durch die Decke ging.

Der Palladiummarkt ist derzeit gekennzeichnet von einem Angebotsdefizit, welches gleichzeitig mit einem zunehmenden Nachfrageüberhang zusammenfällt. Damit ist für die kommenden Monate ein steigendes Defizit und in der Folge von einem anhaltenden Aufwärtsdruck bei den Preisen zu rechnen, was allerdings schnelle Kursrückgänge nicht ausschließt.

Vor allem striktere Umweltstandards zwingen die internationalen Autohersteller mehr oder weniger gleichzeitig, die Käufe von Palladium zur Schadstoffreduzierung zu erhöhen.

Parallel dazu teilte der weltgrößte Produzent von Palladium, Norilsk Nickel, Anfang März mit, dass es zu Unterbrechungen in seinen Palladium-Minen kommt, auch wenn sich die Lage dort in den vergangenen Wochen wieder etwas entschärft hat. Dies verstärkte die Sorgen der Autohersteller bezüglich der Versorgungssicherheit.

Die Schweizerische Großbank UBS schätzt das Angebotsdefizit für das laufenden Jahr auf rund 1 Million Unzen. Dies wäre dann das zehnte Jahr, in dem der globale Palladiummarkt im Defizit ist. Vor diesem Hintergrund überrascht die hohe relative Stärke von Palladium nicht nur gegenüber Platin, sondern insbesondere auch gegenüber Gold, wie in Chart 1 ersichtlich, nicht.

 

 

Wie Chart 2 zeigt, kam es im Zuge der Förderprobleme von Norilsk Nickel Anfang März 2021 zu einem Ausbruch aus einer längeren Seitwärtsbewegung, in der wir ein Doppeltop vermutet hatten. Durch die zusätzlichen Angebotsprobleme wurde dieses Muster aber konterkariert und der Palladiumpreis sprang stattdessen in Richtung seiner finalen Widerstandszone, die sich aus dem Allzeithoch ableitet, welches vor dem Corona-Crash im Februar 2020 erreicht wurde.

Am Montag dieser Woche stieß Palladium erstmals in Richtung Allzeithoch vor, nachdem es bereits in der vergangenen Woche den höchsten Wochenschluss seiner Geschichte erreicht hatte.

 

 

Was allerdings das überaus starke charttechnische Bild (noch) schwächt, ist die Entwicklung der Umsätze seit Bekanntgabe der Probleme bei Norilsk Nickel. Diese in einem gelben flachen Rechteck dargestellten Umsätze sind so niedrig, dass man die Stärke der Preisbewegung mit großer Vorsicht bewerten sollte, solange kein signifikantes neues Allzeithoch erreicht wird.

 

Und was ist das Fazit?

 

Die enge des physischen Palladiummarktes ist jedoch im Zeitablauf der bestimmende Faktor gewesen, welcher zu der bisherigen Outperformance von Palladium in den letzten Jahren führte. Es ist deshalb davon auszugehen, dass selbst ein erneuter Rückfall nicht von starken Umsätzen begleitet sein dürfte. Denn ein neuer preistreibender Faktor könnte eine Zunahme der Investmentnachfrage nach Palladium sein. Diese gewinnt vor dem Hintergrund explodierender globaler Fiatgeld-Schöpfung eine neue Qualität. Aus Investoren-Sicht ist Palladium wie auch Platin und Silber ein strategisches Metall. Die extreme regionale Ungleichverteilung macht den Palladiummarkt zusätzlich verwundbar für Angebotsstörungen. Man darf also gespannt sein, ob der Palladiumpreis bereits in Kürze ein neues Allzeithoch schafft.

 

21.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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