Tagesbericht Palladium vom 20.02.2026: Palladiumpreis im Fokus - Wie Sibanye-Stillwater die Debatte um russische Importe neu anheizt
Vor dem Wochenende kann der Palladiumpreis durch dünne Liquidität abrupt springen
Zum Wochenausklang dominiert beim Palladiumpreis die Politik über klassische Chartmuster. Der aktuelle Kurs liegt bei 1685 USD am Freitagmorgen. Wöchentlich nur knapp fester, im Monat moderat höher, bleibt das Metall anfällig für Schlagzeilen, dünne Liquidität und abrupte Positionswechsel kurz vor dem Wochenende. Genau deshalb rücken Handelsregeln und Lieferketten stärker ins Zentrum.
Entscheidend ist der Ton aus Washington: Das US-Handelsministerium hat einer Beschwerde von Sibanye-Stillwater gegen russische Palladiumimporte vorläufig Rückenwind gegeben. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Strafzölle oder Antidumping-Maßnahmen tatsächlich geprüft und im Extremfall umgesetzt werden. Für Palladium (TVC:PALLADIUM) ist das brisant, weil schon die Aussicht auf zusätzliche Hürden die Preisfindung verschiebt: Händler müssen neu kalkulieren, wie viel Metall künftig über alternative Routen in den Westen gelangt und wie schnell sich Lieferketten umstellen lassen.
Jede mögliche Verzögerung wirkt wie ein Hebel auf die kurzfristige Risikoprämie. Gleichzeitig bleibt die Angebotsseite fragil: Südafrika liefert immer wieder Schlagzeilen zu Produktionsrisiken, und Meldungen über Unterbrechungen reichen aus, um die Absicherungskosten im Markt spürbar nach oben zu ziehen.
Autosektor und China bleiben die Taktgeber der Nachfrage
Auf der Nachfrageseite hängt vieles am Autosektor – und an politischen Leitplanken aus China. Neue industriepolitische Signale aus Peking zur Stabilisierung des Automarkts haben zuletzt die Erwartung gestützt, dass der Katalysator-Verbrauch nicht abrupt wegknickt. Das dämpft die Sorgen vor einem schnellen Nachfrageeinbruch, obwohl die Substitution Richtung Platin als struktureller Gegenwind bestehen bleibt. Kurzfristig entscheidet außerdem das Makro-Umfeld: Ein fester US-Dollar und neue Zinsfantasie können die Risikobereitschaft bremsen, während US-Konjunktursignale die Debatte über den nächsten geldpolitischen Schritt anheizen. Wer den Palladiumpreis handelt, muss daher gleichzeitig auf physische Versorgung und globalen Risikoappetit schauen.
Technisches Bild: Stabilisierung möglich, Abwärtsdruck nicht verschwunden
In der technischen Gesamtschau wirkt das Setup gemischt. Der Kurs notiert unter dem 10-Tage-Durchschnitt, während der kurzfristige Durchschnitt nach oben dreht – ein Hinweis, dass sich Verkäufe abkühlen könnten. Auch der 50-Tage-Durchschnitt steigt, obwohl der Preis noch darunter liegt, was eine zähe Erholung andeutet. Gegenwind liefert der MACD: Sein negatives Vorzeichen unterstreicht, dass auf der Unterseite weiterhin Druck sitzt. Unterm Strich bleibt der Palladiumpreis anfällig für Rücksetzer, hat aber zugleich Spielraum für eine Phase der Stabilisierung, wenn die Zollschlagzeilen aus den USA nicht eskalieren und die Lieferseite ruhig bleibt.
Palladium - kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Entwicklungen bei Palladium sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Anleger. Lohnt sich aktuell ein Einstieg bei Palladium oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Analysen und Empfehlungen zu Palladium - hier den Zürcher Goldbrief kostenlos downloaden...
20.02.2026 - Andreas Opitz

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






31.07.2026
29.07.2026
26.07.2026
24.07.2026