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COMEX im Lieferstress für physisches Gold

Stress am physischen Goldmarkt steigt

 

Wie die Nachrichtenagentur Thompson Reuters auf der Webseite der US-Technologiebörse Nasdaq gestern Abend mitteilte, steigt der Stress am Goldmarkt.

Danach baten die London Bullion Market Association (LBMA) und verschiedene große Geschäftsbanken, die Gold in großem Umfang handeln, den US-Börsenbetreiber CME Group Inc. darum, dass Goldbarren in London zur Erfüllung von Lieferverpflichtungen an der CME genutzt werden dürfen.

Ziel dieser Maßnahme soll es sein, eine Unterbrechung beim Settlement von Gold-Future-Kontrakten zu vermeiden.

 

Goldbarren

Bildnachweis: © EMH Service GmbH

 

Die Spanne zwischen dem Goldfuture-Preis an der von der CME betriebenen COMEX in New York und dem niedrigeren Londoner Goldpreis hatte am Dienstag dieser Woche in der Spitze 70 US-Dollar je Feinunze Gold bzw. 4 % erreicht!

Der Goldpreis in New York und jener in London bewegen sich gewöhnlich in einer Spanne von wenigen Dollars. Durch den höheren Goldpreis in New York sank nun aber die Handelsaktivität in London.

Das Risiko einer Einstellung des Flugverkehrs sowie die Arbeitsunterbrechung in den Schweizerischen Goldraffinerien aufgrund des Coronavirus machen es schwieriger, das Gold von London in die USA zu versenden.

London ist ein zentraler Lagerort für physisches Gold. Dort werden jedoch Goldbarren von 400 Unzen verwendet, welche nun in kleinere Barren zu 100 Unzen umgeschmolzen werden müssen, die an der COMEX in New York zum Settlement der dortigen Future-Kontrakte verwendet werden.

Bislang wurde über eine Entscheidung der CME Group noch nichts bekannt.

 

Fazit

 

Auch wenn es aktuell vor allem die Transportbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind, die den Goldhandel erschweren, so zeigt dies aber gleichwohl das offensichtliche Erfüllungsrisiko bei Future-Kontrakten. Der nächste Stresstest dürfte vor allem dann anstehen, wenn bei einem zunehmenden Abfluss physischen Goldes, aber auch anderer Edelmetalle, die politischen Akzeptanzschwellen überschritten werden. Erinnert sei dabei an den August 1971, als US-Präsident Nixon zunächst nur als vorübergehend einen Umtauschstopp für physisches Gold ankündigte, welches bis heute Bestand hat.

 

25.03.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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