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NTG24-Tageseinschätzung Platin vom 19.01.2023: Platin weiter im Sturzflug

Lagarde untermauert rigorose EZB-Zinspolitik

NTG24 - NTG24-Tageseinschätzung Platin vom 19.01.2023: Platin weiter im Sturzflug

 

Um 11:30 Uhr absolvierte EZB-Präsidentin Lagarde ihren Vortragsauftritt auf dem alljährlichen Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Sie nahm hierbei vor allem zu den weiteren allgemeinen 2023er Wirtschafts-, Inflations-, und Leitzinsperspektiven der Eurozone nach Einschätzung der EZB Stellung. Darüber hinaus wurden heute weitere auf Platin ebenfalls einflussnehmende neue US-Konjunkturdaten ab 14:30 Uhr publik gemacht.

Die EZB-Vorsitzende monierte am heutigen Vormittag vor allem die trotz Rückgangs im Dezember von 10,1 % auf 9,2 % noch immer meilenweit zu hohe Gesamtinflationsrate, wogegen die EZB rigoros auch weiter alle erdenklichen Maßnahmen ergreifen werde, um diese „zeitnah“ (Beleg für eine sicher nun weiter äußerst konsequente Zinserhöhungsfortsetzung) in Richtung der anvisierten Zielmarke von 2,0 % zurückzubringen.

Die aktuell zunehmende Kompromisslosigkeit von Lagarde in ihren Aussagen zur weiteren Zinspolitik der EZB rührt sicher auch daher, dass dem um 13:30 Uhr ebenfalls veröffentlichten EZB-Protokoll zu ihrer letzten Zinssitzung vom 14./15.12. offen zu entnehmen war, eine hohe Anzahl der EZB-Zinsausschussmitglieder habe auf dieser Sitzung für eine damalige Leitzinserhöhung sogar um weitere 0,75 % plädiert, so dass Lagarde die Entscheidung zu einer Leitzinserhöhung um nur 0,5 % damals offenbar nur mit sehr knapper Mehrheit durchsetzen konnte.

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Darüber hinaus, so Lagarde auf ihrer heutigen Rede weiter, seien die Wirtschaftsperspektiven für 2023 auch weiterhin zwar "nicht brillant", aber zumindest mittlerweile "besser, als von der EZB zuletzt noch befürchtet", so dass die EZB – trotz möglicherweise „leicht rezessiver“ Wirtschaftstendenzen vor allem im 1. und 4. Quartal 2023 – nun im Gesamtjahr dennoch von einer Steigerung des realen BIPs der Eurozone um + 0,5 % ausgeht.

Um 14:30 Uhr wurde außerdem die Anzahl der im Dezember genehmigten US-Bauvorhaben (1,33 statt der erwarteten 1,37 Millionen) schlechter, dagegen aber die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (190.000 statt prognostizierten 214.000) sowie der Philadelphia Fed-Index des Verarbeitenden Gewerbes (- 8,9 statt erwarteter - 11,0) günstiger als von den Ökonomen zunächst erwartet publiziert. In der konjunkturellen Gesamtauslegung waren diese heutigen Publikationen also insgesamt als sehr neutral zu bewerten.

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Werbebanner EMH PM TradeZudem steht um 19:15 Uhr auch noch eine Rede der Fed-Vizepräsidentin Lael Brainard auf der Tagesordnung, die ebenfalls noch für verstärkte Ausschläge an den Edelmetallmärkten sorgen könnte.

Mit aktuell - 1,6 % auf nur noch 1.022 USD stürzt Platin momentan weiter ungebrochen der Unterstützung seines seit 28.09.22 etablierten Haupt-Aufwärtstrends (bei rd. 1.014 USD) entgegen.

Trotz der jüngst zunehmend klar belastenden negativen Konjunktur-Vorboten aus den USA gehen wir zunächst noch davon aus, dass diese Unterstützung nach der seit 11.01. massiven Abschwächung vom Top bei 1.107 USD (= - 7,7 %) auch weiter erfolgreich verteidigt werden kann. Sollte diese Unterstützung künftig jedoch fallen, wäre ein weiterer schlagartiger Rückgang bis in einen Bereich von nur noch rd. 970 - 982 USD jedoch wahrscheinlich (982 USD = Punkt der sehr flach ansteigenden Widerstands-Unterstützungs-Umkehrung seit August 2022; 970 USD = aktueller Bollinger-Durchschnitt auf bereits längerfristiger wöchentlicher (!) Chartbasis.) 

In der derzeit vom Top bei 1.107 USD aus steil abwärts gerichteten seitherigen Korrekturlinie liegt der aktuell sukzessive fallende, nächste Widerstand in Platin mittlerweile bei rd. 1072 USD.

 

Chart: Platin kurzfristig

 

Platin auf TradingView

 

19.01.2023 - Matthias Reiner

Unterschrift - Matthias Reiner

 






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