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Porsche spart weiter, Volkswagen im Ausnahmezustand, Mercedes-Benz verschärft ebenfalls den Ton und Toyota treibt es in die USA

Es herrscht weiter Alarmstimmung im Automobilsegment

NTG24 - Porsche spart weiter, Volkswagen im Ausnahmezustand, Mercedes-Benz verschärft ebenfalls den Ton und Toyota treibt es in die USA

 

Die jüngsten Konjunkturdaten aus Deutschland gaben dem Dax zu Wochenbeginn weiteren Auftrieb und es konnte wieder mal ein neuer Rekord geschrieben werden. Bis Handelsschluss gab der Index allerdings auch wieder etwas nach. Positiv aufgenommen wurden vor allem wieder mehr Aufträge für Industrieunternehmen. In der Autobranche bleibt die Stimmung jedoch gedrückt.

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Maue Absätze und niedrige Margen zwingen die Autobauer zu immer schärferen Sparkursen. Längst sind davon auch die Premium-Hersteller betroffen, deren Gewinne vor wenigen Jahren noch munter sprudelten. Nun weht auch bei der Porsche AG (DE000PAG9113) ein anderer Wind. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ sollen bis zu 4.000 weitere Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen. In Weissach steht dem Vernehmen nach ein Drittel der Kapazitäten auf dem Prüfstand.

 

 

 

Besonders im Management und in der Verwaltung scheint Porsche sich enorm verschlangen zu wollen. Das passt zu Ankündigungen aus dem Frühjahr, bisherige Sparpakete noch ausweiten zu wollen. Allerdings laufen dazu noch Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Die aktuell kursierenden Zahlen wolle Porsche bislang noch nicht bestätigen. Bei den Anlegern scheinen die Gerüchte aber gut anzukommen. Mit dem Aktienkurs ging es am Montag um 2,3 Prozent auf 47,04 Euro aufwärts.

 

Bei Volkswagen brennt es lichterloh

 

Bei Volkswagen (DE0007664039) scheint die Lage nochmal deutlich dramatischer zu sein. Bereits Ende Juni berichtete das „Manager Magazin“ über das nächste anstehende Sparpaket. Insgesamt könnten weltweit 100.000 Stellen wegfallen. Zudem wird wieder über Werksschließungen diskutiert. Hierzulande könnten vier Werke betroffen sein.

An der Börse sorgen solche Meldungen kaum noch für gute Stimmung. In einem freundlichen Handel konnte die Volkswagen-Aktie gestern zwar um 1,1 Prozent auf 75,50 Euro zulegen, damit aber den negativen Trend im Chart nicht ansatzweise kaschieren. Auf Monatssicht ging es um 14,1 Prozent abwärts und seit Jahresbeginn sind Kursverluste in Höhe von 29 Prozent zu beklagen. Der immer härtere Sparkurs wird längst als akutes Alarmsignal interpretiert und Wachstumssignale werden schmerzlich vermisst.

 

Mercedes-Benz: Mehr Arbeit, gleiches Geld

 

Die Branche scheint beim Sparen sämtliche Register zu ziehen und sich nicht nur auf Stellenstreichungen zu beschränken. Bei Mercedes-Benz (DE0007100000) steht Medienberichten zufolge eine Rückkehr der 40-Stunden-Woche an, wobei die Mitarbeiter allerdings das gleiche Geld wie bisher verdienen sollen. Zudem wird über ein Ende von Homeoffice nachgedacht. Die Produktivität soll wohl steigen. Böse Zungen behaupten, dass damit letztlich auch der nächste Stellenabbau vorbereitet werden könnte. Dabei handelt es sich bisher aber um reine Spekulation.

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Dass Mercedes-Benz ebenfalls zu kämpfen hat, ist indes lange kein Geheimnis mehr. Die Gewinne des Konzerns sind regelrecht eingebrochen und Sparpläne allein holen die Börsianer schon lange nicht mehr ab, zumal sich dagegen auch Widerstand auf der Arbeitnehmerseite bildet. Im Ergebnis gibt es einen weiterhin schwachen Aktienkurs zu sehen. 45,40 Euro standen gestern zu Handelsschluss auf dem Ticker und damit kaum mehr als beim 52-Wochen-Tief, das bei 42,62 Euro anzutreffen ist.

 

Toyota setzt auf die USA

 

Sparen will der japanische Autokonzern Toyota (JP3633400001) wohl in Zukunft bei Zöllen, und gelingen soll das mit der Verlagerung der Lkw-Produktion von Mexiko in die USA. 3,6 Milliarden US-Dollar sollen für ein neues Werk in Texas investiert werden. 2.000 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Eröffnung wird für 2030 angepeilt. Medienberichten zufolge erhält das Unternehmen auch den einen oder anderen staatlichen Zuschuss. Erhoffen dürfte man sich aber vor allem auch, im Ansehen der amtierenden Regierung etwas zu steigen.

Unter den Anlegern scheint die Stimmung tatsächlich schon etwas zu steigen. Im Handel am Dienstag konnte die Toyota-Aktie zum ersten Mal seit Ende Mai wieder an der Marke von 3.000 Yen kratzen. Allerdings bleibt es auch hier bei einem noch immer aktiven Abwärtstrend und zu leiden haben die Japaner grundsätzlich unter ähnlichen Effekten wie hiesige Autobauer.

 

Im Krisenmodus

 

Weltweit suchen Autokonzerne händeringend nach Wegen aus einer Krise heraus. Wachstum ist zur Mangelware geworden und am ehesten noch bei der Internationalisierung des Geschäfts von chinesischen Anbietern zu sehen. Jene kämpfen dafür mit enormen Problemen in der Heimat. Es fehlt ein wenig an der Aussicht auf den nächsten großen Durchbruch, was die Käufer wohl weiterhin in die Defensive zwingen dürfte.

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07.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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