Neue US-Zölle könnten Porsche AG das Leben schwermachen, auch Volkswagen hätte wohl zu leiden, Apple schreibt derweil munter Rekorde und RWE setzt voll auf die USA
Die USA bleiben ein gigantischer Markt, doch die dortige Politik ist auch ein enormes Risiko
Zölle waren zuletzt nicht mehr das ganz große Thema an den Börsen, da die Blicke sich sehr viel mehr auf den Nahen Osten und fehlende Fortschritte bei Friedensverhandlungen richteten. Am Wochenende packte US-Präsident Donald Trump aber wieder die Zollkeule aus. Die Zölle für Autos und Lastwagen aus der EU sollen demnach von derzeit 15 auf 25 Prozent steigen. Ohne Details zu nennen, begründete Trump dies damit, dass die EU sich nicht an ein vereinbartes Handelsabkommen halte.
Offen bleibt, wie ernst es Trump dieses Mal meinen mag. Einen konkreten Termin für die angeblichen Zölle gibt es nicht und die dafür zuständigen Behörden haben auch noch keine Schritte in die Wege geleitet. Klar ist aber, dass die Maßnahme vor allem jene Unternehmen hart treffen würde, die keine Fertigung in den USA haben. Trump betonte in seinem Post, dass die Zölle selbstredend nicht für in den USA gefertigte Fahrzeuge anfallen. So etwas gibt es aber beispielsweise bei der Porsche AG (DE000PAG9113) überhaupt nicht.
Erschwerend hinzu kommt, dass die USA für Porsche der wichtigste Einzelmarkt sind. Nachdem es zuletzt eher maue Zahlen zu sehen gab, könnte die Aktie da noch weiter unter Druck geraten. Die Erholung aus dem April geriet in der zweiten Monatshälfte bereits unter Druck. In das lange Wochenende ging es mit 41,25 Euro. Das sind gut 13 Prozent weniger als zu Jahresbeginn und fast 30 Prozent weniger als bei Trumps Amtsantritt im Januar 2025.
Auch für Volkswagen könnte es ungemütlich werden
Anders als Porsche produziert Volkswagen (DE0007664039) zwar zum Teil direkt in den USA, was die Auswirkungen von neuen Zöllen etwas abfedert. Sollte Trump jedoch ernst machen und nicht wieder seine bekannte TACO-Strategie fahren, also „Trump Always Chickens Out“, so würde es sich auch hier bemerkbar machen. Denn zahlreiche Modelle werden noch immer in die USA importiert.
In der Theorie zahlen für die Zölle zwar US-Verbraucher. Allerdings ist fraglich, wie viel Volkswagen an jene auch tatsächlich weiterreichen kann. Denn bei steigenden Preisen könnte manch einer sich nach Alternativen umsehen, was die Absatzzahlen belasten könnte. Es entstehen letztlich neue Ungewissheiten, nachdem Trump den Wolfsburgern bereits das Geschäft mit Elektroautos erfolgreich madig gemacht hat. Die Produktion davon in den USA wurde mittlerweile eingestellt und es werden lediglich Lagerbestände abverkauft.
Apple im Höhenflug
Der Technologiekonzern Apple (US0378331005) hat in der Vergangenheit recht eindrucksvoll gezeigt, wie sich mit Trump und dessen Vorliebe für Zölle umgehen lässt. Dank einiger Investitionsversprechen konnte der iPhone-Hersteller sich die Wut des Präsidenten weitgehend vom Hals halten und weiterhin in China und Indien produzierte Smartphones mit fürstlichen Margen in den USA verkaufen. Wie sehr sich das auszahlt, zeigte sich bei den kürzlich vorgelegten Quartalszahlen.
Der scheidende Apple-CEO Tim Cook sprach vom „besten März-Quartal aller Zeiten“. Die Umsätze schossen um 17 Prozent auf 111,18 Milliarden US-Dollar in die Höhe und das iPhone 17 erweist sich als fulminanter Erfolg. Das wussten die Anteilseigner sehr zu schätzen. Am Freitag kratzte die Apple-Aktie schon am Allzeit-Hoch bei 288,62 Dollar. Auch wenn jenes nicht erreicht werden konnte, so ging man doch mit einem sehr beeindruckenden Kurs von 280,14 Dollar ins Wochenende. Der Tagesgewinn belief sich auf 3,2 Prozent.
RWE investiert munter in den USA
Die erratische Politik der Trump-Regierung ist nicht nur für Autobauer ein potenzielles Problem. Auch seine Abneigung gegenüber erneuerbaren Energien und sein nicht enden wollender Kampf gegen Windmühlen beschäftigt die Märkte. Die Aktionäre von RWE (DE0007037129) äußerten nun bei der Hauptversammlung Sorgen in genau diese Richtung. Denn rund die Hälfte der Investitionen sind in den USA geplant, und dort in den Ausbau erneuerbarer Energien.
Befürchtet wird, dass entsprechende Vorhaben ins Visier der Regierung geraten könnten. Unvergessen bleibt schließlich, wie Trump erfolglos versuchte, nahezu fertiggestellte Offshore-Projekte von Orsted zu stoppen. Doch auf der anderen Seite lockt der gigantische Energiebedarf von Rechenzentren im Land. Letzteres war dann im Handel am Donnerstag vielleicht auch eher die treibende Kraft. Die RWE-Aktie schwang sich um 2,2 Prozent auf ein neues 52-Wochen-Hoch bei 62 Euro in die Höhe.
Unvorhersehbar
Die USA bleiben für europäische Unternehmen ein gigantischer Markt, der sich nicht einfach ignorieren lässt. Doch die dortige Regierung stellt einmal mehr unter Beweis, wie wenig Verlass auf sie ist und wie schnell neue Ankündigungen die Dinge auf den Kopf stellen können. Damit werden auch die Anleger letztlich weiterhin leben müssen. Chancen bleiben vorhanden, doch blind auf Erfolge in Übersee verlassen können und sollten Anleger sich nicht.
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02.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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