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Restriktionen, ausbleibende Kundschaft, starke finanzielle Einbußen – Tourismusbranche stark gebeutelt

Die Reisebranche braucht einen Hoffnungsschimmer

NTG24 - Restriktionen, ausbleibende Kundschaft, starke finanzielle Einbußen – Tourismusbranche stark gebeutelt

 

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen März ist das Reisetreiben nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Allein im Januar verzeichneten die deutschen Reiseveranstalter- und büros einen Umsatzrückgang von mehr als 90 %. Doch wurden die Aussichten auf Lockerungen über Ostern zuletzt deutlich eingetrübt und auch der Verlauf der Sommersaison 2021 ist derzeit ungewiss. Mit jedem weiteren Monat, der verstreicht, nimmt die Sehnsucht der Menschen nach Reisen in ferne Länder sowie die Sorge vieler touristischer Kleinunternehmer vor dem finanziellen Ruin zu. Aus der Reisebranche werden nun vermehrt Stimmen laut, die das mangelnde Verständnis für die Unternehmer sowie die Reiserestrektionen seitens der Bundesregierung kritisieren und hinsichtlich sinkender Inzidenzzahlen in einzelnen Urlaubsregionen und der Ankündigung von Schnelltests sowie der möglichen Einführung eines Corona-EU-Impfasses auf eine Wiederaufnahme des Tourismus pochen.

 

Corona-Politik macht Unternehmen schwer zu schaffen

 

Der Unmut in der Reisebranche ist kaum noch zu übersehen. Vor allem für Kleinunternehmer, die keine Milliardenunterstützung vom Staat bekommen und durch die vielen Stornierungen und wenigen Buchungen mangels Reiseperspektiven neben den weiterlaufenden betrieblichen Fixkosten nur wenig Einnahmen erzielen können, ist die derzeitige Lage existenzbedrohend. Dies beklagte zuletzt auch Reiseunternehmerin Daniela Köster im Gespräch mit Focus. Gleichzeitig kritisierte die 46-jährige die Politik, die durch ihre Beschlüsse der gesamten Reisebrache seit fast einem Jahr faktisch „ein Berufsverbot“ auferlegt habe und diese trotz aller Maßnahmen nach wie vor als „Pandemietreiber“ an den Pranger stelle. Die ständige öffentliche Diskussion um das Anrecht der Urlauber auf eine kostenlose Stornierung käme einer äußersten Geringschätzung ihrer Arbeit gleich, meint Köster. Sie wisse, dass sie sich mit der Storno-Kritik nicht bei allen Urlaubern beliebt mache, doch sie räumt ein: „Aber wenn man nicht endlich auch mal etwas für die Menschen tut, die Reisen professionell organisieren, werden die Verbraucher am Ende niemanden mehr haben, der diesen Job für sie erledigt.“

Die derzeitige Lage bereitet auch The Passionist-Inhaber René Roseburg seit mehreren Monaten Kopfschmerzen. Der passionierte Reiseveranstalter ist es leid, immer wieder für seine Ambition, Menschen zum Reisen zu bewegen, kritisiert zu werden und seine Arbeit durch die Bundesregierung weiterhin deskreditieren zu lassen. Nicht nur habe sich während beruflicher Auslandsaufenthalte immer wieder gezeigt, dass risikofreieres Reisen im Rahmen der bereits ergriffenen Maßnahmen (einschließlich der zur Einreise verpflichtenden PCR-Tests) und ausgebarbeiteten Hygienekonzepte durchaus möglich ist, sondern dass die Wiedereinkehr des Tourismus in verschiedenen Regionen mittlerweile eine Notwendigkeit darstellt, um Existenzen und Leben zu retten.

 

Mallorca und SOS-Tourismus-Kampagne

 

Ein Beispiel – Mallorca. Die beliebte Baleareninsel hat die Corona-Pandemie hart getroffen. Wie in keiner anderen Region innerhalb des Landes haben die Einwohner stärker mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen als hier. Es wird von Hunger, Armut und zunehmenden Zwangsräumungen berichtet.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeErst kürzlich riefen Aktivisten die Kampagne SOS-Tourismus ins Leben, an der neben über 400 Hotels u.a. auch Taxifahrer, Nachtclubbetreiber, Restaurantbesitzer und Transportunternehmen beteiligt sind, die sich für die Wiederbelebung des Tourismus auf der Insel, die Öffnung der Hotels in der Sommersaison und Beschleunigung der langsam voranschreitenden Impfungen einsetzen. Gemeinsam wollen sie Politik und Öffentlichkeit auf die Auswirkungen einer weiteren Sommersaison, die im Zeichen der Pandemie steht, aufmerksam machen und fordern nach Unterstützung in diesen existenzbedrohlichen Zeiten.

Nun geben die derzeit geringere Anzahl an Corona-Neuinfektionen, der Inzidenzwert auf der Insel lag Berichten des Mallorca-Magazins zufolge in der vergangenen Woche bei 34,10, sowie die von der balerarischen Ministerpräsidenten Francina Armengol zuletzt angekündigten Lockerungen, wonach Cafés und Restaurants unter bestimmten Hygienekonzepten in einigen Regionen ab dem 2. März wieder geöffnet werden sollen, Anlass zur Hoffnung, dass sich die bisher eher trüben Aussichten für 2021 doch noch etwas aufhellen.

 

Impfpass und Schnelltest – Ein Hoffnungsschimmer für die Reisebranche

 

Die Erwägung der EU eine Art Corona-Impfpass für freies Reisen einzuführen sowie die Ankündigung von eigens durchführbaren Schnelltests lassen die Reisebranche jetzt hoffen, dass die Aussichten auf die Urlaubssaison 2021 doch nicht gänzlich aussichtslos sind. Sie sollen nach einem Jahr Krise die bitter benötigte Trendwende im Tourismus herbeiführen. Auch wenn die Impfungen gerade erst begonnen haben und mehr oder weniger schnell voranschreiten und auch die technischen Voraussetzungen für die Etablierung des EU-Impfpasses noch nicht geschaffen sind, so ist der Chef des Touristikkonzerns Tui, Fritz Joussen, überzeugt: „Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein - sicher und verantwortungsvoll.“ Optimismus, den die gebeutelte Reisebranche durchaus vertragen kann.

 

01.03.2021 - Marlen Böttcher - mb@ntg24.de

 






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