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Der Dieselskandal holt Renault ein, wo die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Autobauer in die Wege leitet

Renault wehrt sich entschieden gegen die Vorwürfe

NTG24 - Der Dieselskandal holt Renault ein, wo die Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Autobauer in die Wege leitet

 

Schon über zehn Jahre ist es her, dass der Dieselskandal die Autobranche durchrüttelte. Zunächst stand vor allem der VW-Konzern im Fokus. Jener musste einräumen, bei rund elf Millionen Dieselmotoren unterschiedlicher Marken eine irreführende Software verbaut zu haben. Der Ausstoß von Stickoxid wurde dadurch lediglich während Untersuchungen, nicht jedoch im tatsächlichen Straßenverkehr reduziert. Die Verwendung eben solcher Software konnte später auch bei anderen Autobauern nachgewiesen werden.

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In Frankreich gerät nun Renault (FR0000131906) ins Visier der Staatsanwaltschaft. Wie die Nachrichtenagentur „AFP“ berichtet, wird dem Konzern vorgeworfen, zwischen den Jahren 2009 und 2017 Fahrzeuge mit Vorrichtungen verkauft zu haben, welche den tatsächlichen Schadstoffausstoß verschleierten. Ein entsprechendes Verfahren wurde in die Wege geleitet. Eine erste Anhörung soll im kommenden April stattfinden. Auch andere Marken sind im Visier der Ermittler, was derzeit noch von einem Untersuchungsrichter geprüft wird.

Die Verschleierung hoher Schadstoffwerte ist kein Kavaliersdelikt. Beigetragen wird damit zu einer Erhöhung der Luftverschmutzung durch Stickoxide, was nach Ansicht der Kritiker die Entstehung von Atemwegserkrankung begünstigen könnte. Nicht umsonst musste Volkswagen vor allem in den USA hohe Strafen zahlen. Weltweit zahlte VW schätzungsweise 32 Milliarden Euro an Strafen und Entschädigungen in Zusammenhang mit dem Dieselskandal, oft auch als „Dieselgate“ bezeichnet.

 

 

 

Renault wehrt sich

 

Allerdings führt längst nicht jedes Verfahren auch zu einem für die Hersteller unangenehemen Abschluss. In Großbritannien urteilte ein Gericht kürzlich im Sinne der Angeklagten, darunter neben Mercedes-Benz, Nissan, Ford und das zum Stellantis-Konzern gehörende Peugeot-Citroën auch Renault. Wie AFP weiter berichtet, bezieht sich Renault in einer Reaktion auf eben diesen Fall und beharrt darauf, sich keines Fehlverhaltens schuldig gemacht zu haben.

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Werbebanner Großbritannien GoldDie Anleger reagierten recht entspannt und scheinen das Risiko für überschaubar zu halten. Die Renault-Aktie nahm am Montag den Schwung von einem insgesamt wieder freundlicheren Handel mit und ließ sich durch die Schlagzeilen nicht runterziehen. Mit dem Aktienkurs ging es um 1,4 Prozent auf 26,50 Euro aufwärts. Von einem hohen Kurs kann hier allerdings noch nicht die Rede sein. Wie auch die gesamte Branche steht der Konzern mitten in der Krise. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 27,1 Prozent an Wert verloren.

Für das erste Halbjahr des laufenden Jahres meldete Renault kürzlich noch stabile Absätze. Die Kernmarke konnte ihre Absätze sogar um 2,6 Prozent steigern und damit nach Unternehmensangaben den zweiten Platz in Europa belegen. Allerdings ließ sich allenfalls eine leichte Erholung feststellen und die Aussichten bei der Marge verhageln vielen Anlegern die Stimmung. Für das laufende Jahr werden noch 5,5 Prozent nach 6,3 Prozent im vergangenen Jahr angepeilt.

 

Viele Baustellen

 

Das Verfahren in der Heimat ist für Renault zwar nicht existenzbedrohend und dem Dieselskandal wird an den Börsen nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wie noch vor einigen Jahren. Dennoch könnte das Ganze sich um ungünstigsten Fall als weitere Belastung in einer ohnehin schwierigen Phase erweisen. Wie auch die Konkurrenz kämpft Renault händeringend darum, die Bilanzen endlich wieder etwas hübscher zu gestalten. Eventuelle Strafzahlungen würden dieses Vorhaben freilich torpedieren.

Bis zu einem Urteil wird aber noch viel Zeit vergehen. Für das laufende Jahr hat die Angelegenheit keine weitere Bedeutung. Das gibt Renault Zeit, sich zunächst mit anderen Baustellen zu beschäftigen. In Aussicht gestellt hat der Konzern bereits, die Margen in Zukunft wieder deutlich erhöhen zu wollen. Sollte dieses Kunststück gelingen, so dürften die Börsianer manche Risiken und Ungewissheiten letztlich hinnehmen können. Zumal bislang auch noch lange nicht feststeht, dass Renault sich in irgendeiner Form eines Fehlverhaltens schuldig gemacht hätte.

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28.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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