Die Luxus-Ikone liefert Wachstum, aber die Börse bleibt skeptisch
LVMH: Fashion & Leather kehrt ins Plus zurück - doch reicht das für eine Trendwende?
LVMH veröffentlichte am Montagabend überwiegend gute Nachrichten. Die wichtigste Sparte Fashion & Leather Goods kehrte im 2. Quartal nach zwei Jahren erstmals wieder zum organischen Wachstum zurück. Aber ein „Wachstum“ von 1 % ist nur rein technisch ein Fortschritt. Echte Dynamik sieht anders aus.
Das ist die Schlagzeile, auf die der Markt bei LVMH (FR0000121014) gewartet hatte. Doch die Börse reagiert verhalten. Zu Recht. Die Aktien notieren -28 % unter ihrem Jahreshoch. Die zentrale Frage lautet: Ist das der Beginn einer nachhaltigen Trendwende, oder handelt es sich nur um einen kurzen Moment der Stabilisierung, bevor die Baisse weitergeht?
Der operative Cashflow bleibt mit 4,1 Mrd. Euro robust, die Nettoverschuldung sank von 10,2 auf 8,2 Mrd. Euro. Das klingt langweilig, ist aber von Bedeutung für die Börse. Die Luxus-Branche braucht in den Augen der Börse ein Deleveraging und LVMH lieferte in diesem Punkt ab. Die operative Marge hielt sich bei 22,5 % - trotz eines berichteten Umsatzrückgangs von -3 % und eines Währungseffekts von -5 Prozentpunkten. Das organische Wachstum lag bei 2 % im 1. Halbjahr, im 2. Quartal bereits bei 3 %. Asien wächst wieder, die USA beschleunigen auf 6 %, Japan liefert 14 %. Die geografische Diversifikation greift also, aber es fehlt der Dampf im Kessel.
LVMH - Wendepunkt oder Sattelpunkt?
Watches & Jewelry übertrafen die Erwartungen mit 11 % Wachstum im 2. Quartal - Schmuck bleibt eines der wenigen Highlights der Branche. Wines & Spirits zeigen mit 5 % eine klare Trendumkehr nach langer Schwächephase. LVMH führt den Nahostkonflikt als Belastung an - ohne ihn hätte das Gruppenwachstum bei 4 % gelegen. Sollte sich der Konflikt entspannen, fällt dieser Bremseffekt weg.
Fashion & Leather Goods wächst nur minimal: +1 % organisch im 2. Quartal, nach -1 % im Gesamthalbjahr. Das liegt deutlich unter den bescheidenen Erwartungen von mindestens 1,5 % Wachstum. Asien wächst um 4 %, aber Wettbewerber Richemont (CH0210483332) lieferte im gleichen Quartal 21 % in Asien. LVMH hinkt der Sektor-Erholung hinterher.
Warnende Töne hören wir aus New York. Chanel könnte im laufenden Jahr 30 % des Branchenwachstums auf Kosten von Dior abgreifen. Das wäre ein strukturelles Equity-Story-Risiko - kein zyklisches Problem, sondern Marktanteilsverlust. CEO Arnault spricht von neuem Vertrauen, nennt aber keine konkrete Prognose für das 2. Halbjahr. Und das macht stutzig. Diese Zurückhaltung ist verdächtig. Oder anders gesagt: Hätte Arnault gute Nachrichten, würde er damit nicht hinter dem Berg halten. Der Währungseffekt belastet (wie gewohnt) weiter - Fashion & Leather Goods verlor im Halbjahr -7 % beim EBIT, obwohl der Umsatz nur um -1 % organisch zurückging. Ob LVMH die Währungsverluste durch Preisanpassungen kompensieren kann, ist offen.
Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.
Richemont AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Richemont AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Richemont AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Richemont AG - hier weiterlesen...
28.07.2026 - Mikey Fritz

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






15.07.2026
14.04.2026
10.12.2025
15.11.2025