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Stahlproduktion sinkt im April deutlich

Weltweite Stahlproduktion fällt deutlich

 

Die weltweite Stahlproduktion ist nach Schätzungen der World Steel Association (WSA) im April 2020 um 13 % gegenüber dem Vorjahr gefallen.

Im Berichtszeitraum wurden danach insgesamt rund 131,1 Mio. Tonnen Rohstahl produziert. Diese Schätzung deckt die Stahlproduktion von 64 Ländern ab, die für rund 99 % der weltweiten Rohstahlproduktion stehen.

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown hat die produzierte Stahlmenge weltweit stark beeinträchtigt. Auch war die statistische Erfassung der Mengen im April aufgrund der administrativen Beschränkungen mit Problemen verbunden. Die in Brüssel beheimatete Vereinigung betonte deshalb, dass die aktuellen Schätzungen deshalb in den kommenden Monaten nochmals revidiert werden könnten.

 

Rohstahl

Bildnachweis: © Schmolz + Bickenbach AG

 

Die Rohstahlproduktion in der Europäischen Union, einschließlich Großbritanniens, lag nach den Schätzungen der WSA bei 10,7 Mio. Tonnen und damit 22,9 % niedriger als im Jahr zuvor. Die größten Rückgänge innerhalb der EU dürften danach Italien und Spanien erlitten haben.

Und obwohl das Stahlangebot zurückgegangen ist, sinken die Stahlpreise weiter.

China dagegen meldete für den April 2020 eine Stahlproduktion von 85 Mio. Tonnen, nahezu unverändert gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Inwieweit diese Zahlen allerdings belastbar sind, wird von einigen Marktbeobachtern bezweifelt.

Im Rest der Welt fiel die Stahlproduktion aufgrund der strikten Lockdown-Maßnahmen jedoch deutlich. Insbesondere Indien bekam dies zu spüren, denn im Vergleich zur selben Vorjahresperiode sank die indische Rohstahlproduktion im April 2020 um ganze 65,2 %. Die Produktionsmenge lag damit nur noch bei 3,1 Mio. Tonnen.

In Japan schwächelte die Stahlnachfrage bereits vor Beginn der Corona-Pandemie. Mit dem Überschwappen der Infektionswelle nach Japan wurden die japanischen Stahlwerke zu zusätzlichen Produktionskürzungen gezwungen, um das Marktgleichgewicht wieder herzustellen. Im Ergebnis verringerte sich die japanische Stahlproduktion auf 6,6 Mio. Tonnen, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 23,5 % entsprach.

Die Stahlhütten in den USA produzierten im April 2020 weniger als 5 Mio. Tonnen Rohstahl. Dies entspricht einem Rückgang von 32,5 % gegenüber 2019. Zahlen des ,,American Iron and Steel Institute‘‘ (AISI) zeigen, dass die Kapazitätsauslastung der Stahlproduzenten im April nur noch bei 55 % lag. Nach vorläufigen Schätzungen der AISI könnte diese im Mai weiter gefallen sein und sich der 50 % - Marke nähern.

 

Fazit

 

Obwohl die Lockdown-Maßnahmen zur Gefahrenabwehr im Zuge der Corona-Infektionswelle weltweit langsam gelockert werden, dürften die Produktionszahlen für den laufenden Monat Mai ähnlich drastische Rückgänge gegenüber dem Vorjahr anzeigen. Eine graduelle Erholung der weltweiten Stahlproduktion ist deshalb frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu erwarten.

 

29.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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