Beiersdorf tritt auf die Bremse, Schaeffler trotz Sparmaßnahmen mit Verlusten, auch SMA Solar schreibt rote Zahlen und Micron verliert an Schwung
Rote Vorzeichen bestimmen weiterhin das Bild an der Börse
Die Verlustserie an den Börsen setzte sich am Dienstag fort und nahm sogar noch an Tempo zu. Von einem Crash wollen die Analysten noch nicht sprechen. Beobachten lassen sich aber zunehmend Risikoaufschläge und eine gewisse Umschichtung, bei denen die Börsianer als verlässlich geltenden Werten tendenziell den Vorzug geben.
Für tiefrote Vorzeichen sorgten zuletzt nicht nur Kriegssorgen, sondern auch einige enttäuschende Quartalszahlen. Die miserable Marktstimmung wirkte dabei als eine Art Katalysator. Zu den größten Verlierern zählte gestern die Aktie von Beiersdorf (DE0005200000), mit der es um satte 20 Prozent auf 83,66 Euro abwärts ging. Zwar waren die Zahlen keine völlige Katastrophe. Doch das Wachstum hat merklich nachgelassen und der Ausblick für dieses Jahr schmeckte den Marktakteuren nicht.
In Aussicht gestellt wird eine „flache bis leicht wachsende organische Umsatzentwicklung“. Die operative Ebit-Marge soll ohne Berücksichtigung von Sondereffekten unterhalb jener aus dem Vorjahr liegen. Wachstum lässt sich da nicht erkennen und die Anleger treten die Flucht an. Da konnte auch die Ankündigung eines frischen Aktienrückkaufprogramms mit einem Volumen von 750 Millionen Euro nicht helfen.
Schaeffler im Abwärtsstrudel
Auch beim Zulieferer Schaeffler (DE000SHA0100) standen frische Zahlen an, mit denen die Anleger ebenfalls nicht zufrieden waren. Zwar meldete das Unternehmen, dass laufende Sparprogramme schneller als erwartet vorangeschritten seien und der Nettoverlust konnte von 632 Millionen Euro aus dem Vorjahr auf nun 424 Millionen Euro reduziert werden. Es blieb aber bei roten Zahlen. Das Unternehmen führt dies vor allem auf Restrukturierungskosten zurück.
Trotz des wenig erbaulichen Ergebnisses hält Schaeffler nicht nur an der Dividende fest, sondern erhöht diese sogar noch um fünf Cent auf 0,30 Euro je Aktie. Das Unternehmen sieht sich dazu aufgrund eines starken Free Cashflow von 266 Millionen Euro in der Lage. Die Anteilseigner ließen sich dadurch allerdings auch nicht beruhigen. Mit Abschlägen von 21,6 Prozent wurde die Schaeffler-Aktie zum Schlusslicht im SDAX und der Kurs landete am Dienstag zu Handelsschluss bei 7,90 Euro.
SMA Solar leidet unter Abschreibungen
Nicht ganz so dramatisch fielen die Verluste bei SMA Solar (DE000A0DJ6J9) aus. Dennoch schmerzen Abschläge von 2,3 Prozent ein wenig, da die Aktie zuvor ohnehin schon knapp über dem 52-Wochen-Tief bei 28,68 tänzelte. Jenem näherten die Bären sich nun noch etwas weiter an mit einem Schlusskurs in Höhe von 29,16 Euro. Auch hier waren es (vorläufige) Zahlen, welche die Anlegerinnen und Anleger zuverlässig in die Flucht schlugen.
Die Umsätze entwickelten sich im vergangenen Jahr leicht rückläufig und werden bei 1,52 Milliarden Euro erwartet. Beim Ebitda wird ein Verlust von 65,4 Millionen Euro und damit noch einmal deutlich mehr als die 16 Millionen Euro aus dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Der Konzern begründet dies mit hohen Abschreibungen. Bereinigt um solche hätte das Ebtida wohl bei 106,6 Millionen Euro gelegen. Immerhin soll das Ebitda in diesem Jahr wieder positiv ausfallen und zwischen 50 und 180 Millionen Euro liegen. Die Anleger wollen dem aber noch nicht blind vertrauen.
Micron fällt in Ungnade
Schlechte Zahlen oder Ausblicke gab es beim Speicherhersteller Micron (US5951121038) schon lange nicht mehr zu sehen. Der Aufwärtstrend verliert dennoch an Schwung, nachdem die Preise für Speicherchips zuletzt nicht mehr ganz so rasant zulegten wie in den Monaten zuvor. Darüber hinaus muss die Micron-Aktie verkraften, bei den Analysten von Morgan Stanley nicht mehr als Favorit unter den Halbleiter-Aktien zu gelten. Dort gibt man stattdessen wieder Nvidia den Vorzug.
Quittiert wurde dies am Dienstag mit Kursabschlägen von knapp acht Prozent und der Kurs ging auf 379,68 US-Dollar zurück. Eine solche Reaktion scheint angesichts der fundamentalen Basis recht heftig zu sein. Doch auch hier dürften der Irankrieg und seine Folgen den Verkaufsdruck aufgebläht haben. Risiken wollen die Börsianer dieser Tage so wenige wie nur möglich eingehen.
Die Anspannung wächst
Noch halten die Börsen sich wacker angesichts der enormen Unsicherheit, welche der Krieg im Nahen Osten mit sich bringt. Allerdings bringt jeder weitere Tag mit roten Vorzeichen die Indizes näher an kritische Bereiche. Am Montag schienen die Börsianer mit dem Thema noch recht nüchtern umzugehen. Tags darauf waren stellenweise bereits dezente Signale von Panik zu erkennen. Interessant wird nun zu sehen sein, wie die Stimmung sich am Mittwoch entwickeln mag.
Beiersdorf AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Beiersdorf AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Beiersdorf AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Beiersdorf AG - hier weiterlesen...
04.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Bewertungen, Kommentare und Fragen an den Redakteur
-
Ewald Monschein
-
04.03.2026 20:45:29 Uhr
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







09.03.2026
03.03.2026
03.03.2026
24.10.2025