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Schweizer Notenbank hat 2020 massiv gegen den Franken interveniert

2020 hohe Interventionen der SNB zur Schwächung des Franken

 

Die Schweizer Notenbank hat auch im abgelaufenen Jahr wieder massiv an den Devisenmärkten zulasten der eigenen Währungen interveniert. Dies zeigt der jüngst veröffentliche Jahresbericht 2020 der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Vor dem Hintergrund der extremen Unsicherheit im Zuge der Coronapandemie erinnerten sich viele Investoren an die Funktion des Schweizer Franken als ,,sicheren Hafen‘‘. Diese erhöhte die bereits zuvor bestehenden Risiken vor allem in der europäischen Wirtschaft und Bankenlandschaft.

In der Folge geriet der Franken unter starken Aufwertungsdruck. Wie der SNB-Jahresbericht nun zeigt, kaufte die SNB im vergangenen Jahr Fremdwährungen in der Höhe von 109,7 Mrd. CHF. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 hatte sie nur Devisen im Wert von 13,2 Mrd. CHF erworben. Mit diesen Devisenkäufen will die SNB nach eigener Aussage die Exportwirtschaft schützen.

Chart 1 zeigt das Handlungsfenster der SNB und den mustertechnischen Hintergrund des Wechselkurses des Franken gegen den Euro.

 

 

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Werbebanner Krypto TradingDer Schweizer Franken wertete im Zuge des Corona-Schocks und dem damit verbundenen Ausverkauf bei den Aktien weltweit schnell und deutlich auf und drohte unter den in Chart 2 sichtbaren Monatsschluss vom 1,03351 CHF für 1 Euro vom Mai 2015 zu fallen. Damit wäre ein hohes Momentum-Potenzial gegen den Euro aufgebaut worden, was die SNB vor allem mit Blick auf ihre bereits Hunderte von Milliarden Euro schweren Devisenbestände in die Bredouille gebracht hätte. Deshalb erwarb die SNB zur Stützung des Euro im 1. Quartal 2020 Euro im Gegenwert von 38,5 Mrd. CHF und im 2. Quartal für 51,5 Mrd. CHF.

 

 

Fazit

 

Wie die Abbildungen zeigen, waren die Interventionen der Schweizerischen Notenbank zur Schwächung des Franken gegen den Euro kurzfristig erfolgreich. Dies kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Euro dadurch unter Nutzung des Muster-Momentums ,,künstlich‘‘ an einer Abwertung gehindert wurde, ganz nach dem Motto ,,Was nicht sein darf, das nicht sein kann‘‘. Die SNB hat sich allerdings damit ein bedeutendes Wertrisiko in die Bilanz gekauft. Denn die Erwartung dabei ist, dass der Euro dauerhaft keinen weiteren Wertverlust erleidet. Sollte es allerdings anders kommen, wäre es auch nur wie in den Jahrzehnten vorher. Denn bisher war die höhere institutionelle Qualität der Schweiz immer noch der Faktor, der mehr und dauerhafter den Franken stärkte, als ihn Interventionen schwächen konnten. Aus dieser Perspektive könnte auch die derzeitige relative Stärke des Euro gegen den Schweizer Franken nur vorübergehend sein.

 

24.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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