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Hohe Ölpreise treiben die Gewinne von Shell in die Höhe, doch der Konzern warnt auch vor Risiken aufgrund des Irankonflikts

Die Aktionäre von Shell gehen zunächst in die Defensive

NTG24 - Hohe Ölpreise treiben die Gewinne von Shell in die Höhe, doch der Konzern warnt auch vor Risiken aufgrund des Irankonflikts

 

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die enormen Preisaufschläge bei Öl und Gas den Konzernen aus dem Segment in die Hände spielen. Vor Kurzem glänzten bereits BP und Equinor mit Rekordgewinnen. Nun legte auch Shell neue Zahlen vor, bei denen sich die Effekte der seit März galoppierenden Preise für Öl und Gas klar bemerkbar machten.

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Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, ging es mit den Gewinnen aus dem Raffineriegeschäft steil in die Höhe. Konzernweit stiegen die Gewinne von Shell (GB00BP6MXD84) letztlich um rund ein Viertel auf 6,9 Milliarden US-Dollar. Damit konnten die Erwartungen der Analysten überdeutlich übertroffen werden. Gerechnet wurde im Vorfeld mit einem Plus von 6,1 bis 6,3 Milliarden Dollar. Euphorie wollte allerdings nicht so recht aufkommen.

 

 

 

Das mag auch daran liegen, dass der Ölpreis zuletzt wieder etwas nachgegeben hat. Ende April wurden für ein Barrel der Nordseedorte Brent noch zeitweise etwas mehr als 120 Dollar gezahlt. Mittlerweile haben die Preise sich rund um die Marke von 100 Dollar eingependelt. Das dämpft die weiteren Erwartungen natürlich etwas, auch wenn die Preise noch immer sehr viel höher liegen als vor Kriegsausbruch im Nahen Osten. Derweil warnt auch Shell selbst indirekt vor zu hohen Erwartungen.

 

Shell: Licht und Schatten

 

Die Lage im Nahen Osten hat für Shell durchaus auch Schattenseiten. Besonders offensichtlich ist dies bei der Pearl-Anlage in Qatar, welche durch iranische Angriffe schwer beschädigt wurde. Es handelt sich um die größte Gas-to-Liquids-Anlage auf dem Planeten. Die Reparaturen werden wohl Monate in Anspruch nehmen und für Kosten von nicht ganz einer halben Milliarde Dollar führen. Dazu kommt freilich das Risiko, dass es weitere Schäden in der Region geben könnte, sollte nicht ein nachhaltiger Frieden erwirkt werden können. Am Donnerstagabend gab es schon Berichte über einen neuerlichen Schlagabtausch zwischen Iran und den USA.

Abseits davon warnte Shell auch davor, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu Engpässen bei Öl und Gas kommen könnte. Momentan gebe es ein Loch von einer Milliarde Barrel Öl am Tag, teilte Vorstandschef Wael Sawan mit. Mit jedem weiteren Tag, an dem die Straße von Hormus gesperrt ist, verschärfe sich die Lage. Shell produziert rund 20 Prozent seines Öl- und Gasvolumens im Mittleren Osten. Rund die Hälfte davon ist von der Blockade des Iran direkt betroffen.

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Das Unternehmen verzeichnete im letzten Quartal schon einen Produktionsrückgang um vier Prozent und rechnet damit, dass das Volumen zunächst weiter rückläufig ausfallen wird. Das dämpft an der Börse die Freude über die höheren Gewinne etwas. Auch unter den Anlegern setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein länger andauernder Konflikt Shell letztlich mehr schaden als nützen könnte. Das gilt vielleicht noch umso mehr, nachdem das Unternehmen sich wieder voll und ganz auf das Geschäft mit Öl und Gas konzentriert hat.

 

Wohin geht die Reise?

 

Für den Moment hat Shell starke Zahlen im Gepäck, aber auch einen etwas vorsichtigen Ausblick und Warnungen vor diversen Unwägbarkeiten. Feierstimmung kommt da unter den Anlegern letztlich nicht auf. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit Abschlägen von nicht ganz drei Prozent und der Kurs setzte auf 36,06 Euro zurück. Die Verluste im Monatsvergleich weiteten sich auf 7,8 Prozent aus.

Mit dazu beigetragen hat auch die Ankündigung des Unternehmens, Aktienrückkäufe zu drosseln und stattdessen höhere Investitionen zu tätigen. Allein vier Milliarden Dollar sind beispielsweise für die Übernahme von ARC Resources geplant. Letztlich bleibt der Konzern aber klar auf Wachstumskurs und trotz oder gerade wegen des Chaos an den Energiemärkten sind die Aussichten als freundlich anzusehen. Das wahrscheinlich beste Szenario wäre aber wohl ein Friedensschluss, bei dem die Ölpreise noch eine Weile auf hohem Niveau verharren.

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08.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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