Siemens Energy verabschiedet sich frühzeitig vom bisherigen Namen, kappt damit die letzte Verbindung zu Siemens und erkennt für diesen Schritt einen günstigen Zeitpunkt
Siemens Energy setzt auf eine Umbenennung in Zeiten der Stärke
Bereits im Jahre 2020 wurde Siemens Energy vom ehemaligen Mutterkonzern Siemens abgespalten und hat heute mit jenem außer dem Namen nichts mehr gemein. Genau dass soll sich nun auch noch ändern. Innerhalb der nächsten anderthalb Jahre soll eine Umbenennung in „Omterra“ schrittweise erfolgen.
Das kündigte Siemens Energy (DE000ENER6Y0) am gestrigen Dienstag an. Der Konzern geht diesen Schritt frühzeitig. Eine Vereinbarung würde es eigentlich erlauben, den bisherigen Namen noch bis zum Jahr 2030 zu tragen, so keine Verlängerung der Lizenz vereinbart wird. Genau das wurde allerdings bereits ausgeschlossen. Stattdessen soll nun schon sehr bald die Umbenennung geschehen, was für die Aktie nicht vollkommen ohne Risiko ist. Der bisherige Name verschafft dem Titel schließlich eine gewisse Sichtbarkeit.
Siemens Energy hat sich aber sehr bewusst für eine Umbenennung zum jetzigen Zeitpunkt entschieden. Dabei geht es nicht darum, Lizenzgebühren von jährlich etwa 300 Millionen Euro einzusparen. Das fällt in der Bilanz ohnehin kaum weiter auf. Vielmehr ist eine Umbenennung in einer Phase der Stärke angedacht. Konzernchef Christian Bruch verweist darauf, dass Kunden und Kapitalmarkt Siemens Energy momentan viel Vertrauen schenken würden. Zudem habe die Profitabilität sich enorm verbessert. Das könnte tatsächlich dabei helfen, mögliche negative Effekte abzufangen.
Siemens Energy: Leise Zweifel?
Das liest sich im ersten Moment recht angenehm, bringt aber auch eine etwas unschöne Vermutung mit sich. Wenn Siemens Energy die jetzige Stärke für eine Umbenennung nutzen will, spricht das nicht unbedingt dafür, dass das Unternehmen bis 2030 mit noch besseren Zahlen rechnet. Nun mag die schnelle Namensänderung schlicht mit Ungewissheiten beim Blick auf die weiter entfernte Zukunft zu tun haben. Skeptische Naturen könnten darin aber auch ein leises Anzeichen für aufkommende Zweifel erkennen.
An der Börse bleiben jedoch die Optimisten in der Überzahl, gestützt durch prall gefüllte Auftragsbücher und beachtliche Zahlen. Lediglich die Windkrafttochter Gamesa ist noch immer ein kleines Sorgenkind. Hier soll aber noch in diesem Jahr wieder quartalsweise ein Gewinn erwirtschaftet werden. Vor wenigen Jahren belastete Siemens Gamesa den Mutterkonzern noch schwer, was die Aktie in den Kurskeller stürzen ließ.
Unter anderem dank des KI-Booms und einem immer höheren Strombedarf ist Siemens Energy jedoch die Wende gelungen. Zu Handelsschluss am Dienstag notierte die Aktie bei 154,12 Euro und damit fast 2.000 Prozent höher als zu den Tiefständen vor rund drei Jahren. Zuletzt hat die Euphorie wieder ein wenig nachgelassen, allerdings ohne den grundsätzlich positiven Trend ins Gegenteil zu verkehren.
Sonst ändert sich nix
Namen sind bekanntlich Schall und Rauch und Anleger können der Umbenennung bei Siemens Energy entspannt entgegenblicken. Solange es auf fundamentaler Ebene rund läuft, wird der Aktienkurs diesem Beispiel mit einiger Wahrscheinlichkeit folgen. Diesbezüglich ist für Wachstum gesorgt, solange in Europa munter Gaskraftwerke geplant und gebaut werden und weltweit die Netze dem extremen Bedarf von KI-Rechenzentren angepasst werden müssen. Nicht ohne Grund ist die Siemens Energy-Aktie auch auf ihrem derzeit sehr hohen Niveau noch beliebt bei vielen Analysten.
Anleger und zunehmend auch das Management beschäftigten sich noch mit der Frage, welche Geschäftsbereiche bei Siemens Energy bzw. künftig Omterra verbleiben sollte und was vielleicht anderweitig untergebracht werden könnte. Zur Disposition stehen in den Augen von Marktbeobachtern Gamesa und Transformation of Industry. Entschieden ist allerdings noch nichts. Siemens Energy reagierte auf entsprechende Medienberichte aus dem Juni bisher ledidlich mit dem Hinweis darauf, das eigene Portfolio fortlaufend zu überprüfen. Für Anleger könnte eine Abspaltung die Bilanzen noch etwas mehr aufhübschen, was für die Aktie aber am Ende des Tages nicht spielentscheidend ist.
Siemens Energy AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Siemens Energy AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Siemens Energy AG - hier weiterlesen...
15.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)





10.07.2026
06.07.2026
04.07.2026
01.07.2026