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Ein kurzer Blick auf die letzten 100 Jahre Silber

Der langfristige Blick auf Silber

 

Wenn Sie nicht wüssten, welcher Preis in Grafik 1 abgebildet ist und wenn Sie eine Trendaussage dazu ohne weitere Informationen machen sollten, was wäre Ihre Antwort?

Man kann bei Preistrends mit verschiedenen Argumenten jonglieren. Aber ein Trend ist eine wichtige Sache. Nicht zuletzt deshalb stellt sich bei Preisimpulsen nicht nur die Frage der Richtung, sondern auch des Ausmaßes. Nämlich dergestalt, ob das Ausmaß eines Korrekturimpulses einen bis dahin bestehenden Trend zur Negation bringt oder eben nicht.

Mit Blick auf Grafik 1 könnte man also prüfen, ob die Abwärtsbewegung, welche nach 1980 begann und welche schließlich bis zur Finanzkrise 2008/2009 dauerte, den vorherigen Aufwärtstrend-Impuls negiert hat. Und die Antwort darauf ist eindeutig Nein!

Nimmt man noch eine andere Daumenregel von Kursspitzen und Kurstiefs hinzu, so zeigt sich als weiteres Merkmal dieser Grafik, dass sich im Zuge der letzten 50 Jahre jeweils höher liegende Spitzen und Tiefs bilden. Dies bestätigt ebenfalls die Vermutung eines langfristigen Aufwärtstrends.

Diese Feststellungen könnte man für eine Trendaussage nutzen, ohne irgendwelche ,,Investment Cases‘‘ aus dem Hut zaubern zu müssen. Und dabei müsste man sich auch nicht mit den Gründen beschäftigen, welche zu dieser Entwicklung geführt haben.

Die vielen Gründe, welche zu dieser Preisentwicklung von Silber führten, sollen auch nicht in diesem Beitrag betrachtet werden. Sie wurden oft behandelt, geraten aber oftmals aus dem Blick, wenn man zu viel auf kurzfristige Trends, quantitative Kennzahlen von Börsen wie Open Interest oder Umsätze schaut bzw. ausblendet, dass dieser Preischart den Silberpreis in US-Dollar angibt und dieser US-Dollar seit der Aufhebung seiner Goldbindung 1971 über 98 % seines Wertes in Gold gemessen verloren hat.

 

 

In Grafik 2 sind nun für die letzten 18 Jahre einige wichtige Hoch- und Tiefpunkte mit einem gelben Rechteck markiert, die sozusagen auf kleinerer Skale die taktische Orientierung erleichtern.

Dabei wird auch die große Bedeutung des Überwindens der Marke von 21,13 Dollar deutlich, die auf Monatscandle-Schlusskurs-Basis in jeder weiteren Korrektur halten sollte, um nicht die Mustervermutung eines ausgedehnten Doppelbodens mit Bärenfalle im ,,Slingshot-Move‘‘ des Corona-Crashs im Frühjahr 2020 zu entwerten.

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Vorstehend wurde kein trend- und mustertechnisch in Erinnerung gerufen, dass der Silberpreis (in US-Dollar) seit Jahrzehnten in einem langfristigen Aufwärtstrend verläuft. Die Diskussion dreht sich bis zum Beweis des Gegenteils also vor allem um die Frage, wie man sich in diesem Aufwärtstrend am besten zeitlich positioniert, um einen möglichst großen Gewinn daraus zu erzielen. Dabei spielt auch die Frage eine wichtige Rolle, wann man nicht mehr nur über den ,,Return on the money‘‘ sprechen muss, sondern auch über den ,,Return of the money‘‘. Die geplante Einführung einer digitalen chinesischen Zentralbankwährung (CBDC) mit einem Verfallsdatum dient dabei als Belebung der eigenen Szenario-Fantasie. Die Entwicklung der Angebotsseite physischen Silbers (Peak Silber), der Einfluss großen geopolitischer Trends sowie die geographische Verteilung der heutigen Silberlagerstätten sind zudem weitere große ,,Black Boxen‘‘, die hier nicht näher beleuchtet werden sollen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass für die Rückversicherung des ,,Investment Case‘‘ von Silber eine Muster- und Trendanalyse beruhigender sein kann als die neuesten Zahlen zum Open Interest an der COMEX oder die relativ hohe Schwankungsintensität des (Papier-) Silberpreises auf Tagesbasis.

 

14.04.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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