Edelmetall Marktbericht vom 06.09.2025: Gold und Silber im Aufwind - Analyse von Goldman Sachs unterstreicht geopolitische Schutzfunktion
Zentralbanken akkumulieren zunehmend Gold und Silber für strategische Reserven
Gold und Silber haben sich in der ersten Septemberwoche stark gezeigt: Gold legte um 4,1 % auf 3590 US-Dollar zu, Silber um 3,2 % auf 40,94 US-Dollar. Diese kräftige Wochenperformance reflektiert die steigenden Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik, gepaart mit einer Schwäche des US-Dollars. Anleger wenden sich vermehrt wieder klassischen Wertspeichern zu – und das hat gute Gründe.
Gold (TVC:GOLD) bleibt in geopolitisch wie geldpolitisch unsicheren Zeiten das bevorzugte Anlageziel vieler institutioneller Investoren. Eine aktuelle Analyse von Goldman Sachs unterstreicht die besondere Rolle des Edelmetalls: Sollte die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed ins Wanken geraten – etwa durch politische Einflussnahme im Falle einer möglichen zweiten Amtszeit Donald Trumps – könnte dies weitreichende Folgen für Inflation, Währungskurs und Anlageverhalten haben. Goldman argumentiert, dass Gold im Gegensatz zu Anleihen oder Aktien nicht auf Vertrauen in staatliche oder monetäre Institutionen angewiesen ist. Gerade darin liegt sein fundamentaler Vorteil: Es bleibt ein stabiler Wertspeicher – unabhängig von institutionellen Umbrüchen.
Neue US-Zollregelungen setzen Impulse für den Goldmarkt
Für Bewegung sorgt auch ein neuerlicher Eingriff aus Washington: Präsident Trump kündigte per Dekret neue Zollausnahmen an, von denen auch Goldimporte betroffen sind. Partnerstaaten, die Teil bestehender oder neu ausgehandelter Handelsabkommen sind, könnten demnach von Importzöllen befreit werden – auch für Gold in physischer Form. Für wichtige Lieferländer wie die Schweiz ist dies eine spürbare Entlastung, nachdem diese lange unter kostspieligen Handelshemmnissen litten. Der internationale Goldhandel dürfte davon profitieren, was wiederum die Preisentwicklung kurzfristig beeinflussen könnte. Die USA selbst sind auf Goldimporte angewiesen, da das heimische Fördervolumen kaum zur Deckung des Bedarfs ausreicht. Gold gewinnt damit auch in der US-Handelspolitik strategische Bedeutung.
Silber im Schatten – aber mit zunehmender Stärke
Silber (TVC:SILVER) stand lange Zeit im Schatten des Goldes, doch derzeit mehren sich die Zeichen für eine Neubewertung. Charttechnisch deutet vieles auf eine bevorstehende Aufwärtsbewegung hin: Das Metall bildet ein langfristiges bullisches Muster, das nun an einem kritischen Punkt angelangt ist. Besonders markant ist die Dynamik im Handelsvolumen – starke Käufe bei Anstiegen und abnehmende Umsätze in Rücksetzern deuten auf wachsendes Vertrauen bei Marktteilnehmern. Auch das Verhältnis von Silber zu Gold zeigt eine historisch niedrige Bewertung. Viele Analysten sehen hier erhebliches Nachholpotenzial.
Fundamentale Triebkräfte stärken das bullische Bild bei Silber
Nicht nur technische Aspekte sprechen für steigende Kurse – auch auf fundamentaler Ebene gewinnt Silber zunehmend an Relevanz. Marktbeobachter wie Clive Maund verweisen auf ungewöhnliche Bewegungen am physischen Markt: Einige Zentralbanken haben begonnen, physisches Silber zu akkumulieren, was als Hinweis auf eine mögliche Remonetarisierung gewertet wird. Besonders auffällig ist die derzeitige Backwardation – also ein Kassapreis über dem Futures-Preis. Das spricht für eine Angebotsverknappung und könnte zu rasch steigenden Preisen führen. Hinzu kommt: Die USA haben Silber kürzlich als kritisches Metall eingestuft. Da es überwiegend als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle anfällt, könnte ein globaler Wirtschaftsabschwung das Angebot zusätzlich einschränken. All das nährt die Erwartung, dass Silber vor einer strukturellen Neubewertung steht.
Technische Analyse Gold: Bullen dominieren das Bild
Der Goldpreis notiert derzeit bei 3590 US-Dollar und hat damit in diesem Monat bereits 4,1 % zugelegt. Ein positives Signal liefert der 200-Tage-Durchschnitt, der steigend verläuft – der Kurs liegt darüber, was die bullische Tendenz untermauert. Der nächste mittelfristige Widerstand liegt bei 3600 US-Dollar und fällt mit dem 52-Wochenhoch zusammen. Die zentrale Unterstützung findet sich im Bereich um 3121 US-Dollar. Das langfristige 52-Wochentief bei 2486 US-Dollar bildet einen soliden Boden. Die Trendanalyse bestätigt: Die Bullen geben den Ton an.
Technische Analyse Silber: Ausbruch steht bevor
Silber konnte im laufenden Monat um 3,2 % zulegen und steht aktuell bei 40,94 US-Dollar – deutlich über dem steigenden 200-Tage-Durchschnitt. Der unmittelbare Widerstandsbereich liegt bei 41,45 US-Dollar, was zugleich dem 52-Wochenhoch entspricht. Auf der Unterseite sichert der Bereich um 31,63 US-Dollar ab, während das langfristige 52-Wochentief bei 27,68 US-Dollar als tragfähige Unterstützung gilt. Die Kombination aus steigender Nachfrage, bullischer Chartstruktur und fundamentaler Knappheit spricht für einen bevorstehenden technischen Ausbruch.
Ausblick: Edelmetalle vor nächster Aufwärtsbewegung
Die Kombination aus geopolitischen Risiken, geldpolitischer Unsicherheit und struktureller Angebotsknappheit verleiht sowohl Gold als auch Silber derzeit erheblichen Rückenwind. Technisch wie fundamental zeigt sich bei beiden Edelmetallen ein stabiles bullisches Gesamtbild. Sollten politische Eingriffe die Glaubwürdigkeit der Fed weiter untergraben oder die wirtschaftlichen Spannungen zunehmen, könnten Gold und Silber die nächsten Impulse für eine ausgeprägte Aufwärtsbewegung erhalten.
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06.09.2025 - Andreas Opitz

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