Edelmetall Marktbericht vom 20.09.2025: Silberpreis steigt weiter kräftig - Fonds und Privatanleger rechnen ebenfalls bei Gold mit starken Impulsen im Herbst
Der aktuelle Silberpreis bestätigt die optimistische Einschätzung der UBS
Die Edelmetallmärkte haben in der vergangenen Woche kräftig zugelegt: Gold stieg um 1,1 % auf 3685 US-Dollar, Silber kletterte um 2,1 % auf 43,04 US-Dollar. Im laufenden Monat ergibt sich damit ein Plus von 6,8 % bei Gold und 8,5 % bei Silber. Während Gold seine stabile Aufwärtsbewegung fortsetzt, sorgt vor allem Silber für Schlagzeilen – nicht zuletzt durch einen markanten Kursanstieg, der Anleger weltweit aufhorchen lässt.
Silber (TVC:SILVER) hat sich in den letzten Wochen als eines der gefragtesten Edelmetalle positioniert. Der Preis erreichte ein neues 14-Jahres-Hoch, getrieben von einer Mischung aus geopolitischen Unsicherheiten, sinkenden Zinserwartungen und einer wachsenden Suche nach realen Werten in einem zunehmend inflationären Umfeld. Der vergleichsweise niedrigere Preis im Verhältnis zu Gold (TVC:GOLD) macht das Metall besonders attraktiv – nicht nur für Privatanleger, sondern auch für institutionelle Investoren, die ihre Allokationen überdenken.
UBS sieht Silberpreis auf Rekordkurs
In diesem Zusammenhang hat die UBS ihre Prognosen für den Silberpreis deutlich nach oben revidiert. Bis Ende 2025 halten die Analysten 44 US-Dollar je Unze für möglich, mittelfristig werden sogar 47 US-Dollar ins Spiel gebracht. Entscheidend sei dabei nicht die industrielle Nachfrage – die aktuell eher verhalten ist – sondern vielmehr die geld- und geopolitischen Rahmenbedingungen, die Silber vermehrt in ein strategisches Licht rücken. Es gilt zunehmend als Vehikel zur Absicherung gegen systemische Risiken. Der Blick auf den aktuellen Silberpreis zeigt jedoch, dass die UBS ihre Prognose wahrscheinlich in Kürze abermals anpassen muss.
Gold verteidigt Stabilität – strukturelle Aufwertung durch neue Standards
Gold bleibt ebenfalls auf Erfolgskurs. Mit dem fünften Wochenplus in Folge zeigt sich das Edelmetall als stabiler Anker im Portfolio vieler Anleger. Unterstützt wird dieser Trend durch eine weiterhin unklare Zinsperspektive der US-Notenbank, was in klassischen Safe-Haven-Märkten wie Gold zu anhaltendem Kaufinteresse führt. Auch die regionalen Entwicklungen spiegeln das wider: In Indien stiegen die Prämien für physisches Gold auf ein Zehnmonatshoch, während in China leichte Abschläge zu verzeichnen waren – ein Zeichen für unterschiedliche Marktlagen, aber insgesamt hohem Handelsvolumen.
Parallel dazu treibt der World Gold Council eine strukturelle Modernisierung des Goldmarktes voran. Mit der Gold Bar Integrity-Plattform wird ein digitales Rückverfolgbarkeitssystem etabliert, das jede Goldbarren-Transaktion transparent machen soll. Ergänzend dazu wird die Standard Gold Unit (SGU) eingeführt – ein international vereinheitlichter Standard, der die Handelsfähigkeit von Gold verbessern und den Zugang für institutionelle Investoren erleichtern soll. Die Vision ist klar: Gold soll als High-Quality Liquid Asset – vergleichbar mit Staatsanleihen – dauerhaft verankert werden.
Silber gewinnt an strategischer Bedeutung – Anleger entdecken den Edelmetallcharakter neu
Die jüngsten Marktbewegungen machen deutlich: Silber wird nicht mehr nur als Industrie- oder Schmuckmetall betrachtet, sondern zunehmend als eigenständiges Investmentvehikel. Die Korrelation zu Gold ist traditionell hoch, und genau das wirkt derzeit verstärkend auf die Entwicklung. Auch Silber-ETFs verzeichnen in diesem Zusammenhang spürbare Zuflüsse, was den institutionellen Charakter des Trends unterstreicht. Zugleich ist Silber volatil – mehr noch als Gold –, was Anlegern einerseits Chancen eröffnet, andererseits aber auch Risikobewusstsein erfordert.
Trotz dieser Schwankungsbreite sprechen viele fundamentale Faktoren für eine anhaltend positive Entwicklung. Eine mögliche Rückkehr expansiver Geldpolitik, strukturelle Angebotsdefizite sowie eine zunehmende Einbindung in strategische Rohstoffportfolios liefern kräftige Impulse. Silber etabliert sich in diesem Kontext nicht mehr nur als Beimischung, sondern zunehmend als eigenständige Säule im Edelmetallbereich – getragen von einer Mischung aus langfristigen Überzeugungen und kurzfristiger Marktdynamik.
Technische Analyse Gold: Stabilität über langfristigem Durchschnitt
Der Goldpreis notiert aktuell über dem steigenden 200-Tage-Durchschnitt, was als langfristig positives Signal gilt. Der nächste relevante Widerstand liegt bei 3707 US-Dollar – zugleich das 52-Wochenhoch. Auf der Unterseite dient die Zone bei 3205 US-Dollar als mittelfristige Unterstützung. Die langfristige Basis bleibt mit dem Tief bei 2537 US-Dollar solide. Der übergeordnete Trend präsentiert sich weiterhin klar bullisch.
Technische Analyse Silber: Klares Momentum oberhalb wichtiger Marken
Silber bewegt sich über dem steigend verlaufenden 200-Tage-Durchschnitt, was die aktuelle Aufwärtsdynamik untermauert. Die Zone um 43.07 US-Dollar fungiert sowohl als Widerstand als auch als potenzieller Anziehungspunkt bei weiterem Auftrieb. Unterstützung findet sich im Bereich um 32.12 US-Dollar. Langfristig stützt das 52-Wochentief bei 28.06 US-Dollar. Die Trendanalyse signalisiert eine anhaltend bullische Gesamtlage mit hoher Marktaktivität.
Ausblick
Gold und Silber stehen aktuell unter positiven Vorzeichen – sowohl aus fundamentaler als auch aus technischer Sicht. Während Gold zunehmend als digitalisierter Anlagewert mit institutioneller Relevanz auftritt, profitiert Silber von seiner Renaissance als strategisches Asset. Die Preisentwicklungen bleiben von globalen Themen wie Geldpolitik, geopolitischen Risiken und Marktliquidität beeinflusst. Kurzfristige Schwankungen sind möglich, der längerfristige Trend zeigt jedoch weiterhin nach oben.
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20.09.2025 - Andreas Opitz

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