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Wirecard-Aktie schnellt im Rekordtempo um 500 % nach oben

Wirecard-Hype ist auf Sand gebaut

NTG24 - Wirecard-Aktie schnellt im Rekordtempo um 500 % nach oben

 

Seit dem Jahresbeginn ist die Aktie des Skandalunternehmens Wirecard (ISIN: DE0007472060; WKN: 747206) in der Spitze um bis zu knapp 500 % gestiegen. Dümpelte das Papier vor dem Jahreswechsel nur knapp oberhalb der Marke von 0,30 Euro herum, so wurde der Titel am 5. Januar im Hoch bei 1,848 Euro gehandelt. Zugleich schnellte auch das tägliche Handelsvolumen, welches auf Xetra im Dezember zwischen 600.000 und 4,1 Millionen Aktien betrug, in die Höhe. So wurden alleine gestern mehr als 70 Millionen Anteile des Unternehmens gehandelt.

Insbesondere in bekannten Börsenforen wurde über mögliche Gründe für den Kursanstieg spekuliert. Hierbei wurden auch häufig Eindeckungskäufe seitens von Shortsellern genannt. Allerdings möchten wir dringend vor einem Einstieg in die insolvente Firma warnen. Denn jegliche Erwartungen, dass Wirecard langfristig wieder ein erfolgreiches Investment werden könnten, sind angesichts der Lage des Unternehmens vorsichtig formuliert, mehr als nur unrealistisch.

 

Wirecard-Aktie ist im Prinzip wertlos

 

Aus fundamentaler Sicht hat Wirecard einen riesigen Schuldenberg hinterlassen und steht im Mittelpunkt zahlreicher juristischer Verfahren. Auch zeichnet sich mittlerweile mehr als deutlich ab, dass mit dem Verkauf des ehemaligen Konzerns in Einzelteilen eine vollständige Tilgung der Schulden utopisch ist. Hätte das Unternehmen nach Rückzahlung der Verbindlichkeiten tatsächlich noch Geld in der Kasse, so müsste sich die Firma zahlreichen Schadensersatzklagen von Investoren stellen, weshalb nach der Liquidierung von Wirecard keine Zahlungen für die Eigenkapitalgeber, welche stets nachrangig bedient werden, zu erwarten sind.

Vielmehr handelt es sich bei der aktuellen Kursbewegung um einen sogenannten „Dead-Cat-Bounce“, also den Hüpfer einer eigentlich toten Katze. Auch bei anderen insolventen Firmen traten solche Kursbewegungen fast regelmäßig auf, wobei im Nachgang der Aktienkurs in der Regel aber noch deutlich tiefer als zuvor fiel. Auch bei Wirecard handeln die momentanen Zocker mit einem eigentlich nahezu vollständig wertlosen Papier, das nur einen Wert hat, da es gerade genügend „Stupid German Money“ gibt, was diesen Titel aktuell nachfragt. Im Kern basiert die Spekulation bei der Wirecard-Aktie darauf, dass es kurzfristig noch dümmere Anleger gibt, die einen noch höheren Preis für die Aktie zahlen.

 

 

Sicherlich kann der aktuelle mehr als nur irrationale Hype bei der Wirecard-Aktie kurzfristig zu noch höheren Kursen führen. Dennoch ist das Chance-Risiko-Verhältnis bei der Aktie extrem schlecht, da der Kurs langfristig mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegen 0 tendieren wird.

 

Fazit:

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDer Name Wirecard steht für einen der weltweit größten Betrugsskandale im vergangenen Jahr. Auch die Politik rund um das Bundesfinanzministerium und die Bafin müssen sich hier ernsthafte Fragen stellen, auch wenn manche beteiligten Akteure wahrlich nicht den Eindruck machen, dass sie an einer ehrlichen Aufklärung, ähnlich wie beim jetzigen Impfskandal, interessiert sind. Bei der aktuellen Faktenlage ist die Wirecard-Aktie fundamental 0,00 Euro wert. Daher hat dieser Titel wahrlich nichts mit einem seriösen Investment, sondern vielmehr etwas mit einer wilden Zockerei zu tun.

 

06.01.2021 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 

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