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Sojabohnen-Preisrallye geht auch im neuen Jahr weiter

Signalisiert der Sojabohnen-Future eine Angebotsklemme?

 

Das neue Jahr beginnt bei Sojabohnen, wie das alte geendet hatte – mit steigenden Kursen. Mit rund 1.340 US-Cent je Scheffel liegt der Sojabohnenfuture so hoch wie vor sechseinhalb Jahren. Ein Blick auf die langfristige Kursentwicklung des Sojabohnen-Futures an der COMEX zeigt, dass dieser im Zuge des starken Anstieges bereits mehrere bedeutende Widerstände, welche sich seit dem Absturz 2014 aufgebaut hatten, überwunden hat.

Den letzten dieser mittelstarken Widerstände nahm der Sojabohnen-Future mit dem Monatsultimo Dezember 2020, und diesen auch gleich signifikant, also mit ausreichendem Abstand zu der oberen roten Horizontalen im Preischart. Dieser Abstand im Preissignal wurde begleitet von sehr hohen Umsätzen, welche aus Quartalssicht die höchsten Umsätze der letzten 15 Jahre darstellen.

 

 

Was will uns der Markt damit sagen?

 

Zum einen wollen die Stimmen nicht verstummen, welche auf ein reduziertes Angebot aus Südamerika verweisen. Bereits vor Monaten erhöhte sich die Unsicherheit über das Erreichen der hohen Erwartungen bezüglich der Ernteerträge 2020/2021 vor allem in Brasilien und Argentinien.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie in der Zwischenzeit gemeldeten Niederschläge hatten die Stimmung am Markt zwar beruhigt, aber eben nur kurzzeitig. Nun sehen die Wetterprognosen für die kommenden Wochen eine anhaltend heiße Witterung in Argentinien und dem Süden Brasiliens.

Das US-Landwirtschaftsministerium hat zwar bisher keine Kürzung seiner Schätzung der mit 133 Mio. Tonnen und 110 Mio. Tonnen rekordhoch erwarteten brasilianischen Sojabohnen- und Maisernten vorgenommen. Allerdings wurde die Prognose für Argentinien gesenkt.

Parallel dazu importiert weiter China rekordhohe Mengen Sojabohnen. Hier zeigt sich vor allem die Nachfrage durch die erneute deutliche Aufstockung der Schweinebestände, nachdem die afrikanische Schweinepest die chinesischen Bestände massiv verringert hatte.

 

Fazit

 

Am Markt für Sojabohnen sind die Markterwartungen weiter sehr volatil, wobei durch die charttechnischen Signale das Aufwärts-Momentum eine gewisse Eigendynamik entstanden ist, welche jederzeit zu kurzfristigen Rückschlägen führen kann, insbesondere bei einer Verbesserung der Wetterlagen. Gleichwohl zeigt die parallele gegenläufige Bewegung von Angebotsgefährdung und Nachfrageausweitung, wie fragil das Marktgleichgewicht insbesondere bei den Rohstoffpreisen weiterhin ist!

 

04.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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