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Solarworld ist irgendwie immer noch da, 3D Systems am Boden der Tatsachen, Plug Power braucht Geld und Canopy Growth ist nicht mehr high

Der Blick in die Vergangenheit hilft, auf dem Boden zu bleiben

NTG24 - Solarworld ist irgendwie immer noch da, 3D Systems am Boden der Tatsachen, Plug Power braucht Geld und Canopy Growth ist nicht mehr high

 

An der Börse gibt es eigentlich immer irgendeinen Megatrend, um nicht zu sagen Hype. Ob wir es gerade bei KI damit zu tun haben oder doch etwas mehr hinter dem Thema steckt, darüber lässt sich lange und breit diskutieren. Es gibt aber genügend Beispiele dafür, wie unschön ein Boom enden kann und wie erstaunlich wenig von ehemaligen Höhenflügen übrigbleiben kann.

Schon etwas länger zurück liegt der Solar-Boom, der sich etwa in der Zeit von 2005 bis 2008 abspielte. Damals war Deutschland tatsächlich noch Marktführer im Segment und galt technologisch als wegweisend. Das führte unter anderem bei der Aktie von Solarworld (DE000A1YCMM2) zu enormen Kursanstiegen. Zeitweise übertraf die Bewertung des Unternehmens jene der Lufthansa. Es schien, als könnte es nach oben überhaupt keine Grenze mehr geben.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNicht gerechnet haben Unternehmen und Anleger jedoch damit, dass die chinesische Konkurrenz für einen brutalen Preiskampf sorgen würde. Manch einer sieht auch die Politik in die der Verantwortung, welche hiesige Anbieter vielleicht etwas mehr hätte unterstützen können. Was auch immer für den Absturz verantwortlich sein mag: Solarworld rutschte 2017 in die Insolvenz. Einige Aktien sind offenbar noch im Umlauf. Sie sind aber praktisch wertlos und werden zu einstelligen Centbeträgen gehandelt.

 

3D Systems mit flacherer Kurve

 

Im Jahre 2012 stand gefühlt alles im Zeichen der Dreidimensionalität. Die Lichtspielhäuser rüsteten ihre Projektoren auf und die TV-Hersteller waren überzeugt davon, dass 3D-Fernseher die Zukunft wären. Außerdem gab es bei 3D-Druckern enorme Fortschritte zu sehen. An der Börse waren nicht wenige Marktakteure fest davon überzeugt, dass wir in Zukunft so ziemlich alles bequem zu Hause aus dem 3D-Drucker bekommen würden. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung gehörte unter anderem 3D Systems (US88554D2053).

Mit etwas Abstand zu damals lässt sich festhalten, dass 3D-Drucker im Alltag noch immer eine Ausnahmeerscheinung sind. Die Geräte haben sich etabliert und in einigen Bereichen ihre Daseinsberechtigung. Doch bewährt hat die Technologie sich vor allem für Spezialanwendungen. Da hatte mancher Börsianer sich einst mehr erhofft. Die 3D Systems-Aktie notiert heute bei rund 2 US-Dollar. Zu seinen besten Zeiten erreichte das Papier Kurse oberhalb von 90 Dollar.

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Plug Power tut sich schwer

 

Der Wasserstoff-Hype ist noch lange nicht verschwunden. Er hat sich aber merklich abgekühlt und wo früher noch viel Euphorie herrschte, mehren sich heute die Zweifel. Das hat auch damit zu tun, dass Unternehmen wie Plug Power (US72919P2020) unter chronischen Finanzproblemen zu leiden haben. Gewinne werden dort noch immer nicht erzielt. Aktuell wird darum gekämpft, die Zustimmung der Aktionäre für eine weitere Kapitalerhöhung bzw. die Vorbereitung für eine eben solche durch eine Erhöhung der Maximalgrenze von Stammaktien zu erhalten.

 

 

 

Zweimal schon scheiterte Plug Power damit und berief nun zum dritten Mal eine außerordentliche Hauptversammlung ein, die Mitte Februar stattfinden soll. Das Vertrauen der Anleger scheint doch etwas angeschlagen zu sein. Das Interesse an der Aktie ist stark zurückgegangen. Obschon es im vergangenen Jahr eine durchaus ansehnliche Erholung zu sehen gab, notiert die Plug Power-Aktie mit 2,08 Dollar zum Wochenende knapp 97 Prozent tiefer als vor fünf Jahren.

 

Canopy Growth wächst an der Börse nicht

 

Noch vor dem großen Wasserstoff-Hype erfreuten sich Cannabis-Aktien an der Börse größter Beliebtheit. Als Kanada sich gerade auf eine Legalisierung vorbereitete, war die Welt sich mehr oder minder sicher, dass dort in Zukunft Unmengen an Cannabis in allen nur erdenklichen Formen verkauft und konsumiert werden würde. Einige sahen darin auch eine Vorlage für den US-Markt. Durch die Decke gingen da die Kurse von Canopy Growth (CA1380357048).

Die Realität war dann doch etwas ernüchternd. Die Nachfrage in Kanada fiel viel geringer aus, als es mancher Börsenguru im Vorfeld versprochen hatte, und in den USA gibt es bis heute keine Legalisierung auf Bundesebene. Immerhin ordnete US-Präsident Donald Trump vor Kurzem ein Rescheduling an, wodurch Cannabis nicht mehr auf eine Stufe mit Dingen wie LSD oder Heroin gestellt wird. Das brachte der Canopy Growth-Aktie etwas Auftrieb. Mit einem Kurs von 0,95 Euro zum Wochenende sind aber auch hier Höchststände sehr weit entfernt. Im 5-Jahres-Vergleich sind Kursverluste von 99,7 Prozent zu beklagen.

 

Alles hat ein Ende

 

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Werbebanner EMH PM TradeDie Beispiele aus der Vergangenheit lehren und, dass an der Börse bisher noch jede Blase irgendwann geplatzt ist. Das muss nicht zwingend bedeuten, dass dann die Unternehmen aus einem Segment vollständig verschwinden würden. Doch die Wachstumsfantasien steigern sich gerne einmal in Regionen, die mit der Realität nicht mehr viel zu tun haben. Die Korrektur wird dann unausweichlich, was für Anleger schmerzhaft werden kann. Eben darum ist es nicht verkehrt, Aktien mit besonders hohen Kursständen wenigstens mit einer gewissen Grundskepsis zu begegnen.

 

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08.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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