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Südafrikanischer Rand mit Trendbruch

Hohe relative Stärke von Südafrikas Währung hält an

 

Der südafrikanische Rand hat im Juni auf Monatsschlusskurs-Basis seinen seit fast 10 Jahren laufenden Abwertungstrend gegen den US-Dollar gebrochen. Gegen den Euro steht der Rand kurz davor, Gleiches zu tun. Dies deutet darauf hin, dass die starke Verbesserung der ,,Terms of Trade‘‘ Südafrikas die bestehenden Risiken überkompensiert. Sollte der aktuell starke Preisanstieg für wichtige Exportgüter Südafrikas anhalten, stehen die Chancen auf eine weitere Aufwertung des Rands mittelfristig gut.

Die Entwicklung des südafrikanischen Rands seit Herbst 2020 ist schon beeindruckend. Denn nicht nur ihr Ausmaß ist beachtenswert, sondern auch der Tatsache, dass er eine Trendumkehr vollzog.

Wie Chart 1 zeigt, hat der südafrikanische Rand auf Monatsbasis im Mai 2021 seinen seit August 2011 und damit fast 10 Jahre laufenden Abwertungstrend gegen den US-Dollar gebrochen. Damit einher ging auch, dass die Unterstützung, die der US-Dollar in der letzten Aufwertungsperiode im Januar 2020 bei rund 14 Rand gebildet hatte, entwertet wurde.

 

 

Die Entwicklung des Rands gegen den Euro ist zwar in Bezug auf die Signifikanz auf Monatsebene (noch) anders, in der Konsequenz aber ähnlich. Wie Chart 2 verdeutlicht, hat der Rand gegen den Euro in dieser Woche seinen kürzeren, seit März 2017 laufenden Abwertungstrend gebrochen, das Ausbruchsniveau vom Februar 2020 aber noch nicht unterschritten.

 

 

Interessant dabei ist nun aber, dass der etwas steilere Aufwärtstrend des Euros, der im Dezember 2010 seinen Anfang nahm, in dieser Woche gebrochen wurde.

 

 

Selbst wenn man die innenpolitischen Richtungskämpfe innerhalb des ANC außer Acht lässt, erhält man bei einem Blick auf die Entwicklung der Außenhandelspreise für wichtige Exportgüter Südafrikas Hinweise auf eine treibende Kraft hinter der Aufwertung des Rands.

Denn solange die in US-Dollar gehandelten Exportgüter wie Gold, Eisenerz, Platin und Palladium ihr aktuell hohes Niveau halten oder sogar noch ausbauen können, dürfte der Aufwertungsdruck auf den südafrikanischen Rand anhalten.

Mit diesen stark verbesserten ,,Terms of Trade‘‘ dürfte nämlich auch die Möglichkeit Südafrikas steigen, seine Hartwährungsschulden zu bedienen. Damit wäre dann das Versprechen der aktuellen Regierung glaubwürdiger, die Staatsausgaben umsichtig zu managen.

Die Herausforderungen bleiben aber groß, denn die Energieversorgung ist weiter instabil und die Arbeitslosigkeit weiter hoch, die Inflation aber erscheint bislang beherrschbar.

 

Und was ist das Fazit?

 

Der südafrikanische Rand hat nach einer sehr starken Entwicklung gegen den US-Dollar wie auch gegen den Euro in den vergangenen Monaten nun auch charttechnisch starke Signale gegeben, indem er gegen den US-Dollar seinen seit fast 10 Jahren laufenden Abwertungstrend gebrochen hat und beim Euro kurz davorsteht, dies auch auf Monatsschlusskurs-Basis zu tun. Damit zeigt Südafrika, dass seine Währung eine ,,Trading-Idee‘‘ in Bezug auf eine Fortsetzung des Rohstoff-Superzyklus ist.

 

04.06.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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