Südkoreanischer Won – wie weit reicht der Aufwärtsimpuls?
Strukturmuster gegen Impulsdynamik beim südkoreanischen Won
In unserem letzten Beitrag zum südkoreanischen Won am 28.05.2020 machten wir darauf aufmerksam, dass sich der südkoreanische Won vor wichtiger Signalschwelle befindet.
Diese liegt gegen den US-Dollar bei dem Hoch des Dollars gegen den Won vom Mai 2010 bei 1.277 Won je US-Dollar.
Im März 2020 hatte der Won diese Marke überschritten und sich bis auf 1.292,11 Won je US-Dollar abgeschwächt.
Der Monatsschlusskurs vom März 2020 und auch in den folgenden Monaten lag dabei aber nicht über dem Widerstand auf Monatsschlusskursbasis vom Februar 2016, welcher 1.238,40 Won betrug (linkes lila Rechteck).
Im Zuge der Erholung Chinas und der besseren Außenwirtschaft Südkoreas hat sich der Won weiter erholt und hat dabei seine Aufwertungsbewegung sogar noch beschleunigt.
Nun steht der Won in einem Deutungsfeld, in dem die seit der Finanzkrise 2008/2009 mit einem fraktalen Boden, der einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation gleicht, auf einen Ausbruch nach oben und damit einer längerfristigen Abschwächung hindeutet. Die aktuelle Bewegungsdynamik zeigt aber genau in die entgegengesetzte Richtung.
Wie geht es nun weiter?
Die aktuelle Entwicklung des Won ist ein klassischer Testfall dafür, welchen Einfluss charttechnische Muster auf zukünftige Wechselkurse haben. Solange der Won nicht unter seine linke Schulter auf kleinerer Skale (kleineres dunkelgelbes Rechteck) vom September 2016 fällt, ist eine weitere Aufwertung bis zu der Marke von 1.098,25 Won mit einer Deutung als ,,Zwischenerholung‘‘ des Won gegen den US-Dollar kompatibel. Ein Monatsschlusskurs oberhalb von 1.238,40 Won wäre hingegen eine Bestätigung eines Ausbruchs nach oben und damit ein langfristiges Verkaufssignal für den Won gegen den US-Dollar!
Fazit
Der südkoreanische Won ist ein interessanter Testfall für die Charttechnik, die die Effizienzmarkt-Hypothese zumindest bei starker Informationseffizienz infrage stellt. Der aktuelle Aufschwung der südkoreanischen Außenwirtschaft muss dabei erst noch zeigen, dass er von Dauer ist. Dies dürfte nicht zuletzt auch stark davon beeinflusst werden, wie sich die Wirtschaft Chinas weiterentwickelt.
Einstweilen steht das Rennen von Chartstruktur gegen Chartdynamik auf Patt.
27.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de
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