TSMC kommt nicht hinterher, Intel scheint davon zu profitieren, Alphabet und Nvidia klopfen angeblich an
Die Nachfrage nach neuen KI-Chips scheint weiterhin nicht nachzulassen
Immer mal wieder kommen leichte Zweifel am Höhenflug der KI-Konzerne auf, was an der Börse schnell zu empfindlichen Reaktionen sorgt. Doch in Sachen Nachfrage hat sich zuletzt wenig bis gar nichts verändert. Die Hyperscaler können gar nicht genug Chips bekommen und gefühlt täglich gibt es frische Meldungen oder zumindest Spekulationen über neue Order.
Die Nachfrage geht derartig durch die Decke, dass der derzeitige Taktgeber im Highend-Segment in Form von TSMC (US8740391003) schlicht nicht mehr hinterherkommt. Allen Expansionen zum Trotz übersteigt die Nachfrage das Angebot seit Langem. Das hat den netten Nebeneffekt, dass Preise und damit Margen munter ansteigen. Auch deshalb fährt die Aktie des taiwanischen Unternehmens klar auf der Gewinnerstraße. Seit Jahresbeginn ging es um fast 50 Prozent aufwärts.
Aktuellen Gerüchten zufolge scheint aber immer mehr ein Punkt erreicht zu sein, an dem der Kundschaft die Geduld ausgeht. Da TSMC nicht oder nicht schnell genug zu liefern imstande ist, sehen sich Chipkonzerne vermehrt nach Alternativen um. Das ist fraglos ein absolutes Luxusproblem für TSMC und eines, von dem die Konkurrenz vielleicht schwer profitieren könnte.
Intel auf der Überholspur?
Laut einem Bericht von „The Information“ könnte nun vor allem Intel (US4581401001) als strahlender Sieger dastehen. Für 2028 soll niemand Geringeres als die Google-Mutter Alphabet über drei Millionen Tensor-Prozessoren für 2028 bestellt haben. Das wäre ein echter Paukenschlag und es könnte vile dazu beitragen, dass das chronisch defizitäre Foundry-Geschäft von Intel endlich in die schwarzen Zahlen zurückfinden kann. Bisher ist dort noch immer Intel selbst der größte Kunde.
An der Börse lösten die Insider-Infos direkt frische Fantasien aus und die Intel-Aktie schoss um 11,2 Prozent auf 110,27 US-Dollar in die Höhe. Auch der Sektor insgesamt profitierte und die Stimmung konnte sich wieder etwas verbessern. Allerdings gibt es bislang noch keine Bestätigung darüber, ob das Ganze denn auch stimmen mag. Alphabet wollte sich dazu bislang noch nicht äußern. Dass dort ein hoher Bedarf nach weiteren Chips besteht, ist jedoch kein Geheimnis
Nvidia will wohl neuen Chip entwickeln
Seitens Nvidia (US67066G1040) scheint ebenfalls Interesse an Intel zu bestehen. Chips für die nächsten High-End-KI-Beschleuniger sind dabei wahrscheinlich eher nicht gefragt, da es Intel dazu an den nötigen Fertigungsverfahren mangelt. Laut den aktuellen Gerüchten will Nvidia aber wohl die Entwicklung eines neuen Prozessors in Auftrag geben. Obschon es an Details dazu mangelt, reagiert die Börse schon mal mit Vorfreude. Große und namhafte Kunden sind genau das, woran es Intel schon seit Jahren mangelt.
Bei den Aktionären von Nvidia fiel die Freude hingegen etwas verhaltener aus. Von den Abschlägen der letzten Tage konnte sich die Aktie mit einem Plus von 1,7 Prozent nur geringfügig erholen. Bei einem Schlusskurs in Höhe von 208,64 Dollar blieb ein recht deutlicher Abstand zum Allzeit-Hoch bei 236,54 Dollar. In der Reaktion spiegelt sich letztlich wider, dass Nvidia auf Intel nicht angewiesen ist, wenngleich man vor einiger Zeit im großen Stil in Intel investierte.
Alphabet im Kaufrausch
Es ist nicht die einzige Investition im KI-Segment, die momentan für Aufregung sorgt. Speziell Alphabet (US02079K3059) zeigt sich momentan investitionsfreudig und kündigte kürzlich einen Deal mit Elon Musks Weltraumkonzern SpaceX an. Von Oktober dieses Jahres bis Ende Juni 2029 mietet man sich Rechenleistung und zahlt dafür 920 Millionen Dollar pro Monat. Das elektrisierte insbesondere die Erwartungen an den bevorstehenden Börsengang von SpaceX.
Die Aktionäre von Alphabet hingegen scheinen weniger erfreut über die Ausgabenwut zu sein. Der Aktienkurs des Google-Konzerns gab am Montag um 1,25 Prozent auf 361,17 Dollar nach. Ein wenig stellt sich eben doch die Frage, wie viele Milliarden für KI noch gesund sind und ob sich die Investitionen auf lange Sicht auch tatsächlich auszahlen werden. Mit Sicherheit beantworten kann dies aktuell wahrscheinlich auch Alphabet selbst nicht.
Hot Chips
Mitnehmen lässt sich von den jüngsten Berichten und Spekulationen, dass Chips noch immer schwer gefragt sind und die Hersteller davon sich so schnell keine Sorgen machen müssen. Solange die Tech-Giganten um die Vorherrschaft bei KI buhlen und dafür immer mehr Rechenleistung auf die Beine stellen wollen, laufen die Fabriken auf Hochtouren und die Margen erreichen immer größere Höhen. Ob und wann bei dieser Entwicklung der Höhepunkt erreicht sein mag, steht in den Sternen.
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09.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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