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Zinssorgen belasten Vonovia, Rheinmetall rutscht weiter ab, SAP wird kritisch beäugt und Micron kann nur etwas durchschnaufen

Alte und neue Sorgen zwingen die Bullen in die Defensive

NTG24 - Zinssorgen belasten Vonovia, Rheinmetall rutscht weiter ab, SAP wird kritisch beäugt und Micron kann nur etwas durchschnaufen

 

Die Märkte hatten sich schon weitgehend auf eine anhaltende Waffenruhe im Nahen Osten eingestellt. Doch zuletzt eskalierten die Dinge vor Ort wieder. Nach Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus nahmen die USA mehrere Ziele im Iran ins Visier und US-Präsident Donald Trump drohte mit weiteren Angriffen. Das beförderte den Ölpreis im hohen Tempo aufwärts und die Börsen in die entgegengesetzte Richtung.

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Alte Sorgen kehren zurück, was auch die Furcht vor höheren Zinsen wieder in den Vordergrund rückt. Eine schlechte Nachricht ist das für all jene Unternehmen, die von kapitalintensiven Investitionen abhängig sind und im ungünstigsten Fall ohnehin schon auf einem veritablen Schuldenberg sitzen. Diese Beschreibung trifft auf den Immobilienkonzern Vonovia (DE000A1ML7J1) leider recht gut zu.

 

 

 

Dementsprechend war die Aktie am Mittwoch überhaupt nicht gefragt und musste heftig Federn lassen. Es ging um 5,9 Prozent auf noch 21,06 Euro zurück. Damit hat sich der letzte Versuch einer Erholung schon fast wieder in Luft aufgelöst. Es bleibt die Hoffnung, dass Washington und Teheran sich doch noch einmal zusammenraufen können. Doch Verlass ist nur auf wenig. Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es quasi jederzeit zu neuen Angriffen in der Region kommen kann.

 

Rheinmetall wird durchgereicht

 

Es gab Zeiten, da bedeutete jede militärische Eskalation einen hübschen Kurssprung für die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009). Damit hat es sich aber schon seit Längerem erledigt. Für den Irankonflikt gilt das ganz besonders, da dort Rüstungsgüter von Rheinmetall kaum eine nennenswerte Rolle spielen. Noch dazu hängt den Aktionären das verlorene F126-Projekt in den Knochen. Darauf reagieren nun auch die Analysten. Wie „Der Aktionär“ berichtet, senkte Berenberg das Kursziel von 1.750 auf noch 1.600 Euro.

Dass es weiterhin bei einer Kaufempfehlung bleibt, scheint die Börsianer nicht trösten zu können. Denn es verfestigt sich der Eindruck, dass von Rheinmetall in Zukunft weniger als noch vor einigen Monaten erwartet wird. Die Wachstumssignale werden kleiner und diesem Beispiel folgt der Aktienkurs. Am gestrigen Mittwoch gab es Kursverluste in Höhe von 4,8 Prozent zu beklagen und der Kurs landete bei äußerst überschaubaren 1.058,80 Euro.

 

SAP: Enttäuschung voraus?

 

Ganz unabhängig von Zinsen und Geopolitik steht die Aktie von SAP (DE0007164600) nun schon seit Längerem unter Druck. Die Märkte zweifeln recht offen daran, ob der Software-Konzern bei der KI-Revolution am Ende als Sieger dastehen wird. Massive Investitionen werden mittlerweile eher als Risiko wahrgenommen. Eine schlechte Stimmung hilft da nicht weiter und lässt den Kurs nur noch weiter fallen. Gestern ging es um 4,1 Prozent auf 137,96 Euro in Richtung Süden.

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Der Blick auf anstehende Quartalszahlen in zwei Wochen vermag die Zuversicht nicht zu steigern. Offenbar befürchten nicht wenige Anleger, dass sich dann so manche Sorge bestätigen wird und so kapitulieren allem Anschein nach immer mehr Investoren in Sachen SAP. Es bleibt natürlich die Möglichkeit, dass der Software-Riese besser als befürchtet abschneidet; nüchtern betrachtet ist das sogar nicht einmal unwahrscheinlich. Verlass ist darauf aber auch nicht und die Ausgaben im KI-Segment werden in den Bilanzen zweifellos Spuren hinterlassen.

 

Endet der Hype um Micron bald?

 

Die Bilanzen von Micron (US5951121038) waren zuletzt über jeden Zweifel erhaben. Der Chiphersteller verdient noch immer prächtig mit Speicherchips, welche so gefragt wie nie zuvor sind und fast schon unverschämte Margen abwerfen. Doch das ist an der Börse längst ein alter Hut. Dort beschäftigen sich Analysten und Anleger vermehrt mit der Frage, wann die Party vorbei sein mag. Bernstein Research hat sich eben damit beschäftigt und eine Prognose gewagt. Den Experten zufolge dürfte es zwar noch den einen oder anderen neuen Rekord bei den Speicherpreisen geben. Für das Jahr 2028 werden jedoch deutliche Korrekturen erwartet.

Spätestens dann werden die aktuellen Investitionen in neue Werke in tatsächliche neue Produktion münden. Geht gleichzeitig die Nachfrage zurück, könnten Preise und Margen wieder purzeln. Mit anderen Worten halten die Analysten den klassischen Schweinezyklus noch immer für existent, wenngleich die Zeiträume etwas ausgedehnter zu sein scheinen. Leise Zweifel sorgten zwar noch nicht für einen echten Absturz der Micron-Aktie. Mit einem Schlusskurs von 948,80 US-Dollar am Mittwoch hat sich das Papier vom Rekordhoch bei 1.255 Dollar aber doch recht deutlich entfernt.

 

Die quälende Ungewissheit

 

Tatsächlich passiert ist nicht allzu viel, was die Richtung der Börse nachhaltig beeinträchtigen würde. Bisher kann auch trotz einiger Korrekturen nicht die Rede von einem Crash sein. Doch die Anleger werden vorsichtiger und sie reagieren auch schon auf eher dezente Warnsignale recht deutlich. Das spricht für eine erhöhte Nervosität und allein das ist schon Grund genug, um mit einer gesunden Portion Vorsicht auf die weitere Entwicklung zu blicken.

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09.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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