als .pdf Datei herunterladen

Vonovia bestätigt nach Zahlen seine Jahresziele, kann die Auswirkungen des Irankriegs aber nicht einfach abschütteln

Die Reduzierung von Schulden steht bei Vonovia hoch oben auf der Agenda

NTG24 - Vonovia bestätigt nach Zahlen seine Jahresziele, kann die Auswirkungen des Irankriegs aber nicht einfach abschütteln

 

Seit Januar sitzt bei Deutschlands größtem Vermieter Vonovia mit Luka Mucic ein neuer CEO im Chefsessel und das erste Quartal verlief für das Unternehmen alles andere als einfach. Zunächst wurde an den Märkten noch auf eine Erholung im Immobiliensektor gehofft, was durch den Irankrieg allerdings schon wieder torpediert wurde.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Auswirkungen des Konflikts konnte Vonovia (DE000A1ML7J1) bei den kürzlich vorgelegten Quartalsergebnissen nicht einfach ignorieren. Finanzchef Philip Grosse sprach davon, dass dadurch nach einem starken Start ins Jahr eine stärkere Volatilität entstanden sei und „leicht höhere Finanzierungskosten“ zu bemerken seien. Für Vonovia ist das nicht unproblematisch, da das Unternehmen auf einen großen Schuldenberg blickt. Jeglicher Anstieg bei den Zinsen schlägt sich daher direkt auf die Ergebnisse nieder.

 

 

 

Im ersten Quartal ergab sich daher auch ein eher gemischtes Bild. Zwar konnte Vonovia bei den Mieteinnahmen organisch um vier Prozent zulegen und das Ebitda stieg um 1,4 Prozent. Beim bereinigten Gewinn wurden jedoch nur 365,6 Millionen Euro ausgewiesen, nachdem im Vorjahresquartal noch 394 Millionen Euro erreicht wurden. Allerdings waren bei den Zahlen aus dem Vorjahr auch noch Einnahmen aus Grundstücksverkäufen enthalten. Für das laufende Jahr stellte Vonovia bereits weitere Verkäufe in Aussicht.

 

Vonovia will Schulden senken

 

Noch bis zum Jahr 2028 soll der Schuldenabbau bei Vonovia klar im Fokus liegen. Zu diesem Zweck könnte man sich von Beteiligungen und Wohnungspaketen im Wert von schätzungsweise fünf Milliarden Euro trennen, wie der neue Chef Mucic signalisieren ließ. Das soll gerade in Erwartung steigender Zinsen dabei helfen, die Belastungen zu senken und Vonovia letztlich in die richtige Richtung zu manövrieren. Aktuell sieht das Management sich durchaus auf einem guten Weg. Trotz des zu verspürenden Gegenwinds wurde die Prognose für das laufende Jahr bestätigt.

Anzeige:

Banner TradingView

 

Erwartet wird eine Verbesserung des Ebitda auf 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro nach 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2025. Die Zuversicht wirkte an der Börse allerdings nicht unbedingt ansteckend. Die Vonovia-Aktie reagierte am Donnerstagmorgen mit Kursverlusten von 0,4 Prozent und fiel zunächst auf 22,91 Euro zurück. Im Jahresvergleich ergibt sich hier ein Abschlag von knapp 24 Prozent. Tröstend wirkt indes, dass das im März markierte Tief knapp über 20 Euro noch auf Abstand gehalten werden kann.

Der Blick nach vorn ist bei Vonovia von einigen Unsicherheiten geprägt. Wie es weitergehen mag, wird nun maßgeblich von den Entwicklungen bei Inflation und Zinsen abhängen. Für Europa rechnen nicht wenige Ökonomen mittlerweile fest mit neuerlichen Zinserhöhungen, lediglich beim Zeitraum gibt es noch recht unterschiedliche Vorstellungen. Die Dringlichkeit zum Schuldenabbau bei Vonovia erhöht sich noch weiter, sollten diese Erwartungen sich letztlich bestätigen. Dem gegenüber steht die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende im Nahen Osten mit niedrigeren Energiepreisen und im besten Fall einer ausbleibenden Inflationsspirale.

 

Es bleibt dabei

 

Unter dem Strich ist Vonovia noch immer zu weiten Teilen damit beschäftigt, eine Krise zu verwalten. Dem Management darf zwar unterstellt werden, eben das recht gut auf die Reihe zu bekommen. Doch allzu große Wachstumssignale können dabei natürlich nicht ausgesendet werden. Die Zurückhaltung der Bullen ist daher nachvollziehbar und klare Argumente für Zukäufe lassen sich nicht ohne Weiteres finden.

Verlassen können Anleger und Unternehmen sich wohl einzig auf verlässlich steigende Mieteinnahmen, da der Markt in Deutschland noch immer aus einer brachialen Nachfrage besteht, welche durch das zur Verfügung stehende Angebot nicht einmal ansatzweise bedient werden kann. Doch nützt Vonovia diese eigentlich vorteilhafte Ausgangslage wenig, wenn höhere Mieten durch die Zinsbelastungen mehr oder minder aufgefressen werden.

Anzeige:

Banner Zürcher Börsenbriefe Sonderaktion 4

 

Vonovia SE-Aktie: Kaufen oder verkaufen?

 

Die neuesten Vonovia SE-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Vonovia SE-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?

Konkrete Empfehlungen zu Vonovia SE - hier weiterlesen...

 

07.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

Auf Twitter teilen     Auf Facebook teilen


Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.








Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur


Bitte geben Sie die Anzahl der unten gezeigten Eurozeichen in das Feld ein.
>

 



 

 

Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)