Wacker Chemie schreibt zum ersten Mal seit Jahren Verluste und unterstreicht damit noch einmal die Krise im Segment
In Zukunft wird Wacker Chemie weiter sparen müssen
Seit etlichen Jahren schon kann Wacker Chemie mit recht zuverlässigen Gewinnen dienen. Selbst während der Corona-Krise änderte sich daran nichts. Einzig 2019 gab es einen Ausreißer, was jedoch vor allem auf eine hohe Abschreibung zurückzuführen war. Nun stellt das Unternehmen die Anleger auf maue Ergebnisse für das Jahr 2025 ein.
Am Mittwoch veröffentlichte Wacker Chemie (DE000WCH8881) vorläufige Zahlen, welche das ganze Ausmaß der Krise zeigen. Gerechnet wird mit einem Verlust von 800 Millionen Euro, was einem neuen Negativrekord entsprechen würde. Allein 600 Millionen Euro davon werden auf Wertberichtigungen zurückgeführt, darunter eine um 300 Millionen Euro geringere Beteiligung an Siltronic.
Auch die Sparmaßnahmen machen sich bemerkbar. Für das laufende Kostensenkungsprogramm baute Wacker Chemie Rückstellungen in Höhe von 100 Millionen Euro auf. All das sind Erklärungen für das besonders schwache Abschneiden. Doch anders als 2019 hätte der Konzern selbst ohne derartige Abschreibungen einen Verlust erzielt. Das Geschäftsmodell scheint im gegenwärtigen Zustand nicht länger profitabel zu sein, was für die Anteilseigner natürlich keine erfreuliche Nachricht ist.
Sparzwang bei Wacker Chemie
Da die deutsche Chemiebranche sich noch immer in einer tiefen Krise befindet, ist mit einer schnellen Verbesserung eher nicht zu rechnen. Daher soll bei Wacker Chemie auch weiter gespart werden. Aktuell laufende Maßnahmen sehen eine Reduzierung des Personals um 1.500 Stellen vor, die meisten davon in Deutschland. Nach Abschluss sollen jährlich 300 Millionen Euro an Kosten wegfallen.
Um in Zukunft wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren zu können, nimmt Wacker Chemie auch die Politik in die Pflicht. Jene müsse für weniger Bürokratie und niedrigere Energiepreise sorgen. Nach eigenen Angaben verbraucht das Chemieunternehmen rund ein Prozent des gesamten Stroms in Deutschland. Selbst geringe Preiserhöhungen machen sich daher schmerzhaft bemerkbar. Die Anleger scheinen sich auf Rückenwind aus Berlin nicht verlassen zu wollen. Die Aktie reagierte auf die vorläufigen Zahlen mit Verlusten von etwa fünf Prozent am Mittwoch.
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30.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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