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Wann kommt die nächste Kaufwelle bei Platin?

Institutionelle Investoren erwägen Platinzukäufe

 

Der Anstieg des Platinpreises in den letzten Wochen hat diesen bis an bedeutende Widerstände geführt, an die er zunächst abgeprallt ist. Einer dieser noch nicht überwundenen Widerstandszonen stammt aus dem Jahr 2013 und ist in unten abgebildeten Chart als rote Horizontale abgebildet. Der Platinpreis hat diese kurz gestreift und fiel danach erst einmal zurück.

Ein bisschen wirkt diese Lage wie das Verbrennen eines Treibstofftanks. Die eine Stufe ist verbrannt, und die nächste wartet. Aber wann zündet sie? Im Chart ist auch sichtbar, dass Platin nun auf ein Niveau zurückgefallen ist, was auf Monatsbasis ein Widerstand ist, der vom Mai 2006 stammt und durch die obere, gestrichelte blaue Horizontale repräsentiert wird. Sollte dieser Widerstand am heutigen Freitag nicht überwunden werden, bleibt er auf Monatsbasis weiter gültig und lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass Platin noch einmal auf mindestens die zweite, gestrichelte blaue Horizontale zurückfällt.

Aber auch das wäre langfristig kein Beinbruch, sondern nur eine gesunde Konsolidierung des schnellen Anstieges seit November 2020. Denn noch weit darunter liegt der gebrochene langfristige Abwärtstrend, der dessen Bruch den Optimismus überhaupt erst ausgelöst hat!

 

 

Daraus kann man in der Summe ableiten, dass es für die langfristige Entwicklung des Platinpreises charttechnisch besser wäre, wenn demnächst einmal eine Konsolidierung stattfindet. Der langfristige Anstieg ist gleichwohl weiterhin das wahrscheinlichere Szenario gegenüber einem neuen dauerhaften Rückfall in den Bereich unter 1.000 Dollar. Dies zeigen auch die enormen Umsätze, mit denen Platin diesen Abwärtstrend überwunden hat und die ihn auch danach weiter nach oben schoben. Die Platinnachfrage steigt also, und nicht nur jene nach Finanzkontrakten, deren Basiswert Platin ist, sondern auch und vor allem physisches Platin.

 

Doch woher könnte der ,,Afterburner‘‘ der Platinnachfrage kommen?

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeIn dem neuen Bericht ,,Platinum Essentials‘‘ des World Platinum Investment Council (WPIC) zur Lage auf dem Platinmarkt findet sich ein interessantes Detail: Der WPIC führt aus, dass das ,,Stock-Flow-Ratio‘‘, also das Verhältnis von Platin-Lagerbeständen zum jährlichen physischen Platinangebot, Ende 2020 bei 0,35 lag. Dagegen betrug dieses bei Palladium 0,49 und bei Rhodium 0,87!

Daraus lässt sich ableiten, dass ein Anstieg der physischen Platinnachfrage potenziell bedeutende Angebotsdefizite schaffen könnte, insbesondere dann, wenn die Investmentnachfrage nach Platin steigt.

Und genau dies könnte 2021 passieren! Einer neuen Studie unter britischen und deutschen institutionellen Investoren zufolge planen rund 49 % der befragten institutionellen Investoren und Vermögensverwalter, ihre Investitionen in Platin in diesem Jahr zu erhöhen. Weitere 37 % antizipieren einen kleinen Zuwachs. An der von dem Marktforschungsunternehmen ,,Pureprofile‘‘ im Auftrag des Global Palladium Fund durchgeführten Umfrage nahmen 50 institutionelle Investoren und 50 Vermögensverwalter teil.

 

Fazit

 

Nach dem langfristigen Kaufsignal wächst das Interesse an einem Investment in Platin. Das relativ niedrige Verhältnis der physischen Lagerbestände zur jährlichen Platinförderung lässt dabei nicht viel Spielraum für Fehleinschätzungen. Sollten diese auftreten, könnte es sehr schnell zu einer physischen Verknappung der vorhandenen physischen Bestände kommen. Wie stark diese Ausgangslage nun eine mögliche Konsolidierung von Platin begrenzt, muss sich zwar erst noch weisen. Jedoch bestätigen die neuen Daten wie auch die Kursentwicklung nach dem Bruch des langfristigen Abwärtstrends unsere seit dem Frühjahr 2019 mehrfach begründete Prognose, dass Platin seine dunkelsten Tage hinter sich haben könnte. Der ,,Afterburner‘‘ im Abwärtstrend war der Dieselskandal. Die Zukunft könnte sich angesichts des auch absolut sehr kleinen Platinmarktes dagegen als Reziproke dieser Entwicklung darstellen!

 

26.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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