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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 04.07.2020

Die Edelmetallwoche vom 29.06.2020 - 03.07.2020

 

Gold

In dieser Handelswoche konnten die Aktienmärkte wieder zulegen, während der US-Dollar sich kaum bewegte. Der US-Dollar gewann im Wochenvergleich leicht und wertete um 0,24 % gegen den Euro auf.

Gold legte in dieser Woche um 2,83 Dollar oder 0,2 % auf 1.774,31 Dollar zu. Charttechnisch bedeutender aber ist der Umstand, dass der Monatsschlusskurs für den Monat Juni mit 1.782,24 Dollar höher lag als der Monatsschlusskurs vom September 2012, welcher bei 1.772,26 Dollar lag (s. Chart). Damit hat der Goldpreis auf großer Skale ein technisch positives Faktum geschaffen, was bei nochmaligen Korrekturen deren Interpretation positiv beeinflussen wird. Bei der Frage, ob und wie weit eine Korrektur gehen könnte, fällt aber auch ein Blick auf die Seitwärtsbewegung nach dem Ausbruch über die Nackenlinie der mehrjährigen Bodenbildung ab Juni 2019. Auch hier hätte es einen neuen Test der Ausbruchsmarke bei rund 1.370 Dollar geben können. Am Ende blieb es bei einem Korrekturtief auf Wochenschlusskurs-Basis von 1.460 Dollar.

In dieser Woche veröffentliche die CFTC (Commodity Futures Exchange Commission) entsprechend ihrem Veröffentlichungsplan keine CoT-Daten für Edelmetalle. Die nächsten Daten werden danach am 06.07.2020 publiziert.

Der Kampf um die Widerstände bestimmte also in dieser Woche erneut das Gesamtbild beim Goldpreis. Das Überwinden der Marke von 1.772,26 Dollar hat, wie bereits in der Vorwoche beschrieben, kurzfristig Kurspotenzial bis zur im Chart markierten dickeren roten Horizontalen bei 1.825,61 Dollar ausgelöst. Der Rücksetzer des Goldpreises am 01.07.2020, aber auch der Rest der Handelswoche sah bei Gold relativ geringe Umsätze, weshalb die Signalstärke der Preisbewegung nicht überbewertet werden sollte.

 

Gold

 

Silber

Silber bewegte sich per saldo in dieser Woche wieder aufwärts, ohne aber stärkere charttechnische Signale zu generieren. Die Umsätze hielten sich wie auch bei Gold in Grenzen. Die statischen Widerstände drückten den Silberpreis weiter unter seine im Chart eingezeichnete mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Damit hängt Silber weiter in einer Handelsspanne, die von rund 17,35 Dollar bis etwa 18,40 Dollar geht. Am 01.07.2020 probte der Silberpreis dabei schon mal den Ausbruch und fiel dann wieder zurück. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben.

Im Wochenvergleich gewann der Silberpreis 21 US-Cent oder 1,2 % und legte damit spürbar stärker zu als Gold.

Insgesamt sieht Silber technisch weiterhin weniger gut abgestützt aus als Gold. Dies sollte den Blick auf die mittelfristigen Perspektiven nicht verstellen. Hinzu kommt, dass der Silberpreis mit einem Absturz von rund einem Drittel und danach mit einem ausgleichenden Anstieg um 50 % einen starken Lauf hinter sich hat, den es erst einmal zu verdauen gilt. Auch aus dieser Perspektive lässt sich der momentanen Seitwärtsbewegung Positives abgewinnen.

 

Silber

 

Platin

Platin orientierte sich in dieser Woche wieder einmal an Silber und produzierte dabei einen ähnlichen Kursverlauf.

Dabei hielt auch beim Platinpreis die Unterstützung, liegt aber anders als bei Silber nahe des Wochenschlusskurses. Im Wochenvergleich gewann Platin 7,63 Dollar bzw. 0,9 %.

Wie auch bei Silber blieb Platin weiter unter seiner mittelfristigen Aufwärtstrendlinie hängen. Im Chart ist die Handelsspanne mit der roten und blauen Horizontalen markiert. In dieser bewegt sich Platin ohne signifikante Umsatzzuwächse, weshalb hier Gleiches für die Signifikanz der Preisbewegung gilt wie bei Gold.

Als Fazit bleibt, dass sich der Platinpreis bislang noch stabil hält, es aber auch nicht viel braucht, um das technische Bild zu schwächen. Die in der Vorwoche erwähnte größere Vorsicht ist damit auch weiterhin angebracht.

 

Platin

 

Palladium

Palladium zuckelte in der Berichtswoche insgesamt wie seine Edelmetall-Geschwister eher seitwärts, konnte aber nach einem deutlich positiven Handelsschluss am Freitag mit einem Wochengewinn von 34,45 Dollar oder 1,8 % aus dem Handel gehen.

Die in den Vorwochen vermutete Bodenbildung in Form eines Doppelbodens ist dabei immer noch die technisch wahrscheinlichste Variante. Fraglich ist nur, auf welcher Basis. Denn ein Blick auf den Kurschart zeigt, dass sowohl das bislang präferierte Muster mit einem höheren Doppelboden (grüne Untertassen), aber auch ein solches mit einem zweiten Teilboden auf dem Niveau des März-Tiefs oberhalb der gestrichelten Horizontalen (s. Chart) möglich ist.

Die niedrigen Umsätze erschweren auch hier eine Interpretation der Preisbewegung.

Damit bietet Palladium zwar weiter ein gemischtes Gesamtbild, jedoch bleiben im Vergleich zu den Geschwistern deutlich höhere Kursgewinne zu konsolidieren. Und angesichts dieser höheren Gewinne sind die aktuellen Rückgänge weder eine Überraschung noch zeigen sie ein höheres charttechnisches Musterrisiko. Denn wenn Palladium seine Bodenbildung abgeschlossen hat, dürfte der Markt mit zusätzlichem strukturellen Schwung in eine neue Aufwärtsbewegung übergehen.

 

Palladium

 

04.07.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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