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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 06.02.2021

Die Edelmetallwoche vom 01.02.2021 – 05.02.2021

 

Gold

 

An den Kapitalmärkten gab es in dieser Woche mehrfach Grund, genauer auf die Entwicklung der jeweiligen Vermögensanlagen zu schauen, und die Edelmetalle gehörten auch dazu.

Die Zinsen am langen Ende der Laufzeitenkurve gingen wieder nach oben. Die Rendite der 10-Jährigen US-Staatsanleihe stieg von 1,09 % am Freitag vergangener Woche auf 1,17 %, und die Rendite der 10-Jährigen deutsche Bundesanleihe legte von -0,516 % auf – 0,446 % zu.

Die Aktienmärkte konnten gleichwohl deutlich zulegen. Der DAX gewann im Wochenverlauf 4,6 %, und der Dow Jones Industrial stieg parallel 3,9 %. Der US-Dollar erstarkte trotz einem schwächeren Wochenausklang um 0,69 %, und Bitcoin scheint seine Minikonsolidierung schon wieder beenden zu wollen, denn es ging 11,7 % nach oben.

 

 

Die in der Vorwoche erwähnte Divergenz bei den Edelmetallen hielt auch in dieser Woche an, zeigte sich aber anders.

Der Goldpreis gab in dieser Woche 1,82 % nach und schloss bei 1.814,20 Dollar. Interessanter ist allerdings ein Blick auf den Chart für all jene Marktteilnehmer, die sich fragen, wie diese Volatilität sich in Kursmuster transformiert.

Denn klar ist, dass Gold seinen seit dem März-Tief 2020 laufenden mittelfristigen Aufwärtstrend vorletzte Woche intra-weekly und in dieser Woche nun auch auf Schusskurs-Basis nach unten verlassen hat. Wie aber kommt man, wenn man keinen weiteren Rückgang bis in den Bereich von mindestens 1.700 Dollar annimmt, zu einer optimistischen Prognose? Trendwechsel lassen sich zwar nicht immer und exakt, aber doch häufig auf der Basis von Mustern ableiten. Der Goldpreis hat nun zwar den erwähnten Aufwärtstrend gebrochen, jedoch ist dieser nicht der einzige Indikator. Denn wenn sich ein Doppelboden bilden will, wird ein Aufwärtstrend, welcher das Tief des ersten Teilbodens einbezieht, häufig bei der Bildung des zweiten Teilbodens unterschritten. Diese Situation könnte nun auch bei Gold vorliegen.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWir stellen also die Vermutung in den Raum, dass die laufende Korrektur bei Gold mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Tief vom November 2020 (s. Chart) zumindest auf Wochenschlusskurs-Basis nicht unterschreiten wird. Hintergrund für die Vermutung ist, dass die bislang immer noch vermisste Symmetrie einer Bodenbildung genau durch dieses Doppelboden-Muster entstehen könnte. Im Ergebnis wäre der Verlust in dieser Handelswoche nicht über zu bewerten!

Die letzten CoT-Daten vom 02.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold praktisch nur eine marginale Veränderung. Die Short-Position der Commercials ging von 298.948 Kontrakten auf 297.957 Kontrakte zurück, während das Open Interest ging gleichzeitig um 3 % auf 520.011 Kontrakte zurückging.

Die Gesamtschau ergibt für den Goldpreis keine Neubewertung. Daran ändern auch die wieder gestiegenen Umsätze nichts Wesentliches. Die Konsolidierung und Musterbildung läuft, der Musternebel ist aber etwas dünner geworden. Das ist aber auch schon ein nennenswertes Ergebnis.

 

 

Silber

 

Silber war anders als in der Vorwoche diesmal keine Überraschung und bewegte sich für seine Verhältnisse kaum. Im Wochenvergleich blieb ein kleines Minus von 0,26 %.

Der Preischart zeigt aber, dass trotzdem ganz schön etwas los war. Denn der Silberpreis überschritt im Wochenverlauf sein Zwischenhoch vom August 2020. Nachdem nun aber wieder etwas Ruhe von Seiten der ,,Reddit-Crowd‘‘ eingekehrt ist, ging im Zuge dessen auch der Silberpreis, der zwischenzeitlich für diese Kleinanleger das Objekt der Begierde geworden war, wieder zurück.

Auf Schlusskurs-Basis hat sich die Lage also kaum verändert. Gleichwohl zeigte Silber auch in dieser Woche sein explosives Potenzial, und zwar nach oben. Dies stimmt für die weitere Entwicklung zuversichtlich.

 

 

Die letzten CoT-Daten vom 02.02.2021 an der COMEX zeigen für Silber eine Zunahme der Short-Position der Commercials zum 1 % auf 73.854 Kontrakte. Das Open Interest stieg parallel um 7 % auf 179.786 Kontrakte.

Insgesamt sieht Silber weiterhin gerade im Vergleich zu Gold dynamischer aus. Vielleicht sind die Produzentenpreise, die in dieser Woche in den USA herauskamen, ja schon ein Vorbote für mehr Dynamik in diesem Bereich. Und wie wir bereits in der Vorwoche betont haben, ist Silber das sensibelste unter den Edelmetallen, wenn es um eine Änderung der Inflationserwartungen geht!

 

 

Platin

 

Platin hatte diese Woche einen guten Lauf. Der Platinpreis schloss 5,07 % höher und merzte den Verlust der Vorwoche damit wieder aus.

Jedoch steht der Ausbruch aus der seit Jahresbeginn laufenden Seitwärtsbewegung aus. Ob nun erst noch einmal der Rückwärtsgang einlegt oder nicht, ist solange nicht kriegsentscheidend, solange die überwundene langfristige Abwärtstrendlinie nicht wieder unterschritten wird. Und diese verläuft aktuell bei ca. 925 Dollar.

Die letzten CoT-Daten vom 02.02.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 2 % auf 37.826 Kontrakte, während das Open Interest um 3 % auf 64.701 Kontrakte zulegte.

Der Platinpreis schwankt also derzeit weiter und konsolidiert den Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend bislang ohne größere Rückschläge. Die Lage ist damit kurzfristig neutral, es gilt also, Geduld zu zeigen.

 

 

Palladium

 

War Palladium in der Vorwoche mit einem Verlust von 5,6 % noch das schwächste unter den Edelmetallen, so holte es diesen in der Berichtswoche mit einem Gewinn von 5,3 % fast wieder vollständig auf.

Was nun bleibt, ist der Bruch der mittelfristigen Trendline und eine deutliche Gegenbewegung. Ob diese nun ein Follow-up findet und es zu einem Re-Break nach oben kommt, bleibt abzuwarten. Jedoch sieht die Lage aufgrund der deutlich längeren Seitwärtsbewegung als Platin technisch schwächer aus. Es wäre aus dieser Perspektive keine Überraschung, wenn der Palladiumpreis bald wieder nach Süden dreht. Denn auf dem mittelfristigen Chart lastet weiterhin die Vermutung eines Doppeltops, welches wir bereits mehrfach vorstellten und sogar bereits auf Basis kleinerer Muster einmal für beendet erklärten. Wie aber die Märkte wieder einmal lehren, dass man sich nie sicher sein!

Die CoT-Daten vom 02.02.2021 zeigen für Palladium zudem eine dicke Überraschung! Denn die Short-Position der Commercials ging extrem zurück, und zwar um 64 % auf nur noch 892 Kontrakte! Das Open Interest ging dagegen nur leicht um 3 % auf 9.533 Kontrakte zurück. Diese Entwicklung ist zwar nur eine Momentaufnahme, allerdings sind die Commercials nun wieder so wenig ,,Short‘‘ wie zuletzt im Frühjahrs-Corona-Crash. Was darauf folgte, wissen wir ja nun.

Dies zeigt, dass man sich aus gutem Grund insbesondere derzeit nicht sicherer sein sollte, als es die Daten hergeben. Insgesamt fällt das Fazit für Palladium gemischt aus. Man darf aber wohl annehmen, dass bei dieser Ausgangslage der Preis nicht auf dem derzeitigen Niveau ,,einschlafen‘‘ wird.

 

 

06.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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