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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 06.03.2021

Die Edelmetallwoche vom 01.03.2021 – 05.03.2021

 

Gold

 

Auch diese Handelswoche war wie die Vorwoche von einem anhaltenden Zinsanstieg der Zinsen am langen Ende der Zinsstrukturkurve geprägt. Dazu trugen zum einen weiter steigende Ölpreise, zum anderen eine eher unglückliche Kommunikation des Chefs der US-Notenbank über die Reaktionsfunktion der FED auf steigende Inflationsdaten bei. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury stieg im Berichtszeitraum von 1,46 % auf 1,55 % und damit weiter über die Dividendenrendite des S&P500-Index hinaus.

Die Aktienmärkte zeigten zwar einen nervösen Handel, konnten sich aber noch ins Plus retten. Der Dow Jones Industrial konnte im Wochenverlauf 1,8 % auf 31.496 Punkte zulegen, während der DAX 0,97 % auf 13.921 Punkte gewann.

Der US-Dollar legte im Zuge der steigenden Zinsen gegen den Euro im Wochenverlauf um 1,34 % auf 1,19076 Dollar je Euro zu. Bitcoin schloss nach einem turbulenten Wochenverlauf mit einem Gewinn von 5,4 % auf 48.830 Dollar.

Die Edelmetalle litten in der Berichtswoche zum Teil deutlich unter den steigenden Zinsen wie auch unter dem stärkeren US-Dollar. Der Goldpreis gab gegenüber der Vorwoche 1,8 % auf 1.703,12 Dollar ab. Wie der Preischart zeigt, bewegt sich der Goldpreis aktuell in einem charttechnischen ,,Niemandsland‘‘, bei dem die nächste statische Unterstützung das Tief vom Juni 2020 bei 1.670 Dollar ist und die dynamischen Unterstützungen (die Aufwärtstrendlinien) bei aktuell 1.655 Dollar und 1.515 Dollar verlaufen und leicht ansteigen. Die mit fallenden Kursen gestiegenen Umsätze deuten an, dass auf dem aktuellen Niveau eine Bodenbildung eher unwahrscheinlich ist.

Die letzten CoT-Daten vom 02.03.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold gleichwohl einen erneut deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials um diesmal 12 % auf 222.203 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 3 % auf 467.008 Kontrakte zurück.

Insgesamt leidet der Goldpreis unter den steigenden Zinsen, kann aber gleichzeitig nicht von einem stärkeren ,,Risk off – Sentiment‘‘ profitieren. Man muss vor diesem Hintergrund wohl keine Eile mit dem Aufbau von Long-Positionen haben. Jedoch sollte man bei der Bewertung beachten, dass die Edelmetallmärkte für abrupte Trendwechsel gut sind, auch Gold.

 

 

Silber

 

Silber verhielt sich in dieser Woche so wie oft gegen Gold, es vollzog dessen Bewegung verstärkt nach. So verlor Silber im Wochenverlauf 5,4 % auf 25,24 Dollar.

Damit erhärtet sich unsere Mustervermutung eines Doppeltops weiter, die mit Unterschreiten der Nackenlinie bei 21,66 Dollar nochmals neues Momentum bekommen könnte.

In dieser Woche fiel der Silberpreis aber erst einmal unter seine seit dem Corona-Crash im März 2020 laufenden Aufwärtstrend und hat damit ein Verkaufssignal generiert. Gleichzeitig blieben die Umsätze erhöht, was die Wahrscheinlichkeit eines Fehlsignals verringert.

Aus charttechnischer Sicht auf der Wochenskale sollte nun ein schneller Rückgang bis auf das Niveau um 22,70 Dollar niemanden überraschen.

Die letzten CoT-Daten vom 02.03.2021 an der COMEX zeigen für Silber einen deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials um 16 % auf 59.200 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel ebenfalls deutlich um 8 % auf 158.349 Kontrakte zurück.

Insgesamt lässt die Entwicklung des Silberpreises eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung erwarten.

 

 

Platin

 

Platin gab in dieser Woche fast so stark wie Silber nach, nämlich 5,1 % auf 1.134,15 Dollar.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDabei durchbrach es intra-weekly seien seit Anfang November laufenden steilen Aufwärtstrend, konnte sich aber mit dem Wochenschlusskurs noch knapp darüber retten. Gleichwohl sind auch bei Platin die Umsätze bei fallenden Kursen hoch, was ebenfalls auf weiter fallende Kurse hindeutet.

Die letzten CoT-Daten vom 02.03.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen erneuten Rückgang der Short-Position der Commercials, diesmal um 11 % auf 38.897 Kontrakte, während das Open Interest um 2 % auf 72.681 Kontrakte fiel.

Platin ist voll im Korrekturmodus. Potenzielle Long-Investoren sollten die weitere Entwicklung abwarten. Ein Test der flacheren, seit März 2020 laufenden Aufwärtstrendlinie ist nun nicht mehr auszuschließen.

 

 

Palladium

 

Palladium zeigte in dieser Woche wieder einmal relative Stärke und gewann im Wochenvergleich 0,48 % auf 2.338,10 Dollar.

Gleichwohl bastelt aber auch Palladium an einem größeren, mehrfach beschriebenen zweiten Top eines großen Doppeltops. Sollten die anderen drei Edelmetallgeschwister ihre Korrektur beschleunigen, ist auch bei Palladium ein Unterschreiten der markierten Trendlinien wahrscheinlich. Die niedrigen Umsätze sind grundsätzlich positiv zu bewerten, weil sie (bislang) nicht auf großen Verkaufsdruck hindeuten. Dies könnte sich aber mit dem Bruch der Trendlinien schnell ändern.

Die CoT-Daten vom 02.03.2021 zeigen für Palladium einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 20 % auf 1.593 Kontrakte. Das Open Interest stieg parallel um 1 % auf 9.611 Kontrakte.

Insgesamt wirkt die aktuelle Lage des Palladiumcharts wie die ,,Ruhe vor dem Sturm‘‘. Wir halten das weiße Edelmetall immer für eine scharfe Drehung auf der Hacke gut, aber derzeit verdichten sich einfach die charttechnischen Gewitterwolken. Dagegen wollen wir besser nicht wetten. Also gilt auch bei Palladium bis zum Beweis des Gegenteils: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

 

 

06.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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