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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 08.01.2022

Die Edelmetallwoche vom 03.01.2022 – 07.01.2022

NTG24 - Edelmetalle - Wochenrückblick vom 08.01.2022

 

Die erste Handelswoche des Jahres stand im Zeichen nachlassender Sorgen in Bezug auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und zunehmender Sorgen über eine schneller als erwartet anstehende Straffung der US-Geldpolitik. Hinzu kam eine rekordhohe Inflationsrate in der Eurozone. Im Ergebnis stiegen die langen Zinsen deutlich an, der US-Dollar legte leicht zu, Bitcoin gab deutlich nach und die Aktien tendierten uneinheitlich, wobei die relative Schwäche der Wachstumsaktien gegenüber Substanzwerten offensichtlich war. Bei den Edelmetallen gaben Gold, Silber und Platin nach, während Palladium sich per saldo weiter erholte.

 

Gold startet etwas schwächer ins neue Handelsjahr

 

In erste Handelswoche im neuen Jahr zeigte von Beginn an eine relativ hohe Volatilität, wozu neben politischen Spannungen und weiterhin steigenden Rohstoffpreisen insbesondere die Protokolle der letzten US-Notenbanksitzung beitrugen, die eine schnellere Straffung der US-Geldpolitik vermuten lassen. Daraufhin sprang die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe von 1,512 % auf 1,772 % und jene der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe von – 0,189 auf – 0,042 %. Die Aktienmärkte tendierten uneinheitlich, und Bitcoin gab um 10,1 % nach. Der US-Dollar legte 0,1 % auf 1,13616 Dollar je Euro zu.

Der Goldpreis gab in der Berichtswoche 1,8 % auf 1.796,58 Dollar ab.

Die CoT-Daten vom 04.01.2022 zeigen für Gold einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 3 % auf 237.458 Kontrakte, während das Open Interest um 1 % auf 502.l717 Kontrakte fiel.

Insgesamt hat sich die charttechnische Lage für den Goldpreis im Berichtszeitraum nicht wesentlich gegenüber der Vorwoche verändert. Die charttechnische Gesamtlage ist weiter als neutral zu bezeichnen.

 

 

Silber gibt am stärksten nach

 

Silber hielt sich der dieser Handelswoche an seine Elastizität zum Goldpreis mit einem Faktor zwischen 2 und 3 und markierte damit einen Wochenverlust von 4 % und einen Schlussstand von 22,37 Dollar.

Damit schrammt das weiße Edelmetall weiter im charttechnisch riskanten Bereich kurz oberhalb von 21,50 Dollar entlang. Ein Schlusskurs unterhalb dieser Marke würde allerdings erste Zweifel an der Symmetriehypothese und damit der Konsistenz der Bodenbildung aufwerfen. Im besten Falle entwickelt sich die aktuelle Abwärtsbewegung zu einem zweiten Teilboden eines Doppelbodens, dessen erster Teilboden am 15.12.2021 markiert wurde. Dieser kleinere Doppelboden wäre wiederum der zweite Teilboden eines größeren Doppelbodens, dessen erster Teilboden sein Tief am 29.09.2021 markierte.

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Werbebanner ClaudemusDiese Doppelbodenformation schließlich könnte der zweite fraktale Teilboden eines großen Doppelbodens sein, dessen erster Teilboden ebenfalls aus einem Doppelboden besteht. Der erste Teilboden dieses Doppelbodens erreichte dabei sein Tief am 24.09.2020 und der zweite am 30.11.2020. Untypisch an dieser Vermutung ist allerdings, dass die Tiefs des zweiten großen Teilbodens tiefer liegen als des ersten im Jahr 2020. Gleichwohl verfügt Silber damit in der laufenden Konsolidierung über die potenziell symmetrischste Musterstruktur der 4 Edelmetalle.

Die CoT-Daten vom 04.01.2022 weisen für Silber einen Zuwachs der Short-Position der Commercials um 5 % auf 43.973 Kontrakte aus, das Open Interest sank parallel um 1 % auf 139.521 Kontrakte.

Insgesamt hat Silber im Berichtszeitraum weiter an charttechnischem Interpretations-Puffer verbraucht. Dies erhöht das technische Risiko und die Spannung für Silberinvestoren.

 

 

Platin tendiert leicht abwärts

 

Platin gab in der ersten Handelswoche des Jahres nur leicht nach und verlor 0,8 % auf 960,85 Dollar.

In der laufenden Konsolidierungsphase haben sich damit aber auch keine neuen charttechnischen Signale ergeben. Platin ist damit weiter auf der Suche nach dem Boden seiner Korrektur und zehrt dabei von dem doppelt bestandenen Test seiner Anfang Dezember 2020 überwundenen langfristigen Abwärtstrend-Linie. Ein Überwinden der Widerstandszone bei 1.000 Dollar auf Wochenschlusskurs-Basis wäre dabei aber ein deutlicher Hinweis auf die Möglichkeit, dass Platin einen Doppelboden gebildet hat. Der erste Teilboden hätte sein Tief am 20.09.2021 und der zweite am 15.12.2021 erreicht. Damit würde das kurzfristige Konsolidierungsmuster von Platin Ähnlichkeiten mit jenem von Silber aufweisen.

Die CoT-Daten vom 04.01.2022 zeigen für Platin einen deutlichen Anstieg der Short-Position der Commercials um 14 % auf 12.185 Kontrakte, während das Open Interest parallel um 3 % auf 58.275 Kontrakte zurückging.

Insgesamt bleibt die charttechnische Lage bei Platin fragil. Wie aber dargestellt, besteht auch bezüglich einer plausibleren Bodenbildung weiter Hoffnung.

 

 

Palladium kann weiter aufholen

 

Palladium konnte in dieser Woche 1,5 % auf 1.925,08 Dollar zulegen und war damit unter den Edelmetallen Wochengewinner.

Einiges von dieser Dynamik ist allerdings dem vorangegangenen stärkeren Rückgang geschuldet. Aus langfristiger Perspektive bleibt vor allem die Vermutung, dass Palladium mit dem Tief vom 15.12.2021 bei 1.528 Dollar das Tief des zweiten Teilbodens eines großen Doppelbodens markiert hat, dessen erster Teilboden sein Tief am 16.03.2020 bei 1.494,05 Dollar erreichte. Über alle erratischen Schwankungen hinweg stellt diese Hypothese die Basis einer optimistischen Prognose für Palladium im neuen Jahr dar.

Sollten die genannten Tiefstkurse unterschritten werden, wäre nicht nur die Hypothese falsifiziert, sondern würde auch ein Test der seit Februar 2016 laufenden langfristigen Aufwärtstrend-Linie drohen, welche aktuell bei rund 1.355 Dollar verläuft.

Die CoT-Daten vom 04.01.2022 zeigen für Palladium einen Anstieg der Long-Position der Commercials um 4 % auf 3.344 Kontrakte. Das Open Interest legte leicht um 1 % auf 9.480 Kontrakte zu.

Insgesamt bleibt auch die charttechnische Situation bei Palladium weiter kritisch, muss allerdings vor dem Hintergrund der deutlichen Besserentwicklung gegenüber seinen Schwestermetallen bewertet werden. Damit ist auch für Palladium im neuen Jahr für ausreichend Spannung gesorgt!

 

 

08.01.2022 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 






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