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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 08.08.2020

Die Edelmetallwoche vom 03.08.2020 - 07.08.2020

 

Gold

Nachdem in der vergangenen Handelswoche die entscheidenden charttechnischen Ausbrüche bei Gold und Silber gelangen, liefen in der abgelaufenen Handelswoche alle vier Edelmetalle wieder nach oben, wobei auch diesmal Silber voranging.

Der US-Dollar war allerdings kaum die Ursache, denn dieser bewegte sich per saldo nicht.

Die Aktienmärkte gingen insgesamt weiter nach oben, wobei die steigenden Chancen auf neue Ausgabenprogramme in den USA ein Treiber waren und diese mit einem an Schärfe gewinnenden US-Präsidentschafts-Vorwahlkampf zusammenfielen.

Eine zweite Corona-Infektionswelle scheint nun weltweit in immer mehr Ländern zu beginnen, obwohl die Aufhebung der vorangegangenen Schutzmaßnahmen noch gar nicht vollständig durchgeführt wurde. Die führte an den Rohstoffmärkten insgesamt zu gemischten Gefühlen.

Die Aufwärtsbewegung der Aktienmärkte und der Edelmetalle entwickelte sich entlang einer weiteren Eskalation im Konflikt zwischen den USA und China, aber auch vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Nahen Osten.

In dieser makroökonomischen und geopolitischen Gemengelage konnte der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 2,84 % zulegen und deutlich über der Marke von 2.000 Dollar schließen.

Die COT-Daten vom 04.08.2020 zeigen für Gold einen leichten Rückgang der Short-Position der Commercials. Diese fiel um 1 % auf 276.345 Kontrakte. Das Open Interest fiel parallel um 6 % auf 561.837 Kontrakte.

Ein Blick auf den Monatschart des Goldpreises ruft in Erinnerung, dass die Ausbruchsstärke und anschließende Reichweite des Ausbruchs wesentlich von der Dauer der vorangegangenen Seitwärtsbewegung abhängt. Diese dauerte seit dem Allzeithoch im September 2011 bis zum 27.07.2020 und damit fast 9 Jahre. Dies lässt volle charttechnische Tanks auf dem Weg nach oben erwarten, was zwischenzeitliche Konsolidierungen gesunderweise mit einschließt.

 

Gold

 

Silber

Silber hatte in dieser Woche einfach immer noch zu viel Dampf im Kessel, der nach dem Bruch des zentralen Widerstandes bei 21,13 Dollar am 21.07.2020 charttechnisch ausgelöst worden war. Damit ging Silber Gold interessanterweise impulstechnisch voraus und holt seither mit großen Schritten den noch immer sehr großen Performance-Nachteil gegenüber Gold auf.

Gleichwohl ist die enorme anhaltende Stärke des Silberpreisanstieges beeindruckend und deutet auf einen massiven Primärtrend nach oben hin.

Im Wochenvergleich gewann der Silberpreis 3,81 Dollar bzw. 15,61 % und schlug die anderen Edelmetalle wieder um Längen.

Auch am Terminmarkt stieg die Short-Position der Commercials per 04.08.2020 wieder an, und zwar um 8 % auf noch 51.170 Kontrakte, während das Open Interest um 12 % auf 205.527 zulegte.

Vor dem Hintergrund des starken Preisanstieges muss zwar mit auch scharfen Korrekturen gerechnet werden. Wie aber auch bei Gold wiegt das langfristige charttechnische Signal, welches sich aus dem Bruch der jahrelangen ,,Chartfesseln‘‘ ergibt, deutlich schwerer. Damit dürfte mittelfristig deutlich höheren Silberpreisen nichts entgegenstehen.

 

Silber

 

Platin

Platin hatte in den vergangenen Wochen oft die Impulsdynamik von Silber nachgezeichnet. Dabei holte es zwar auf, konnte aber noch keine signifikanten charttechnischen Signale generieren. Dies geschah nun in der abgelaufenen Handelswoche, denn der Platinpreis pickste erstmals seit Monaten wieder seinen langfristigen Abwärtstrend an (s. Chart). Und auch wenn die Signifikanz und damit eine solide Bestätigung des neuen Aufwärtstrends noch aussteht, so ist dies gleichwohl auf kleinerer Skala ein sehr ermutigendes Zeichen. Es sei nur daran erinnert, dass Platin sich bis zur Finanzkrise impulstechnisch stark an Gold angelehnt hatte. Die Outperformance von Gold gegenüber Platin beträgt seither rund 600 %.

Auch wenn es für diese Differenz plausible Gründe gibt, so bleibt aber ebenso richtig, dass die Zahl der nicht überbewerteten Vermögenswerte weltweit an einer Hand abzuzählen ist. Platin dürfte dazugehören.

Im Wochenvergleich gewann der Platinpreis 6,39 % und stieg damit mehr als doppelt so stark wie Gold und fast doppelt so stark wie Palladium.

Die Short-Position der Commercials ging zum 04.08.2020 um 6 % auf 25.569 Kontrakte zurück, während das Open Interest um 2 % auf 55.647 Kontrakte anstieg.

Die in der letzten Woche noch beschriebene notwendige Geduld bis zu einem neuen Impuls bei Platin dürfte wahrscheinlich kleiner sein als gedacht. Man kann nun auf die mittelfristige Entwicklung von Platin auch in Lichte des relativ sehr kleinen physischen Marktes gespannt sein!

 

Platin

 

Palladium

Palladium holte in der abgelaufenen Handelswoche einen Teil seiner Abgaben der Vorwoche wieder auf, ohne dabei neue signifikante Signale auszulösen.

Stattdessen baut es weiter an seiner relativ symmetrischen, bereits mehrfach beschriebenen doppelbödigen Struktur (s. Chart). Im Wochenverlauf gewann Palladium 3,5 %.

Die COT-Daten vom 04.08.2020 zeigen einen deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials, diesmal um 9 % auf 3.648 Kontrakte, während sich das Open Interest um 1 % auf 10.240 Kontrakte verringerte.

Aus charttechnischer Sicht bleibt einstweilen offen, ob die Symmetrie der Bodenbildung von einem nochmaligen scharfen Rückgang in Richtung 1.600 Dollar begleitet wird. Dies legen die im Chart sichtbaren blauen Untertassen zumindest nahe. Aber auch ohne einen nochmaligen Rückgang hat Palladium auf größerer Skale ein Dreieck gebildet, aus dem es nach oben ausbrechen kann. Palladium ist so zumindest mustertechnisch ähnlich interessant wie sein Schwestermetall Platin.

 

Palladium

 

08.08.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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