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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 09.01.2021

Die Edelmetallwoche vom 04.01.2021 – 08.01.2021

 

Gold

 

In der ersten Handelswoche des Jahres 2021 lief der Handel bei Gold, Silber, Platin und Palladium so, wie die letzte Woche des alten Jahres geendet hatte – sehr volatil!

Diese hohe Schwankungsintensität ist im Saldo der Wochenvergleiche nicht wirklich sichtbar, im Preischart wird sie allerdings deutlich.

Die starken Impulse an den anderen Segmenten des Kapitalmarktes zeigt sie jedoch nicht. Denn zwar bewegte sich auch per saldo der US-Dollar zum Euro und zum Schweizer Franken kaum, weshalb die Währungsbewegungen im Berichtszeitraum weniger Einfluss auf die Edelmetalle hatten.

Dies taten dafür aber Politik, die politischen Reaktionen auf die anhaltende Coronakrise, die Aktien und Zinsen sowie nicht zuletzt die Kryptowährungen, deren scharfer Anstieg sehr wahrscheinlich zu Abflüssen aus dem Edelmetallsektor geführt haben dürfte. Der Anstieg von Bitcoin innerhalb der letzten Woche um 24,4 % auf über 40.000 Dollar sagt einiges über das divergierende Momentum zwischen beiden Sektoren aus.

Der DAX konnte in der ersten Handelswoche 2,41 % zulegen und seine gute Entwicklung zum Jahresende 2020 fortsetzen. Und auch der Dow Jones notierte am Freitagabend 1,61 % höher als am letzten Handelstag der Vorwoche.

Neben dem starken Anstieg der Kryptowährungen dürfte für die Edelmetalle auch der scharfe Anstieg der US-Zinsen zumindest auf das Sentiment gewirkt haben. Zwar spricht langfristig ein steigender Zins nicht gegen einen Anstieg der Edelmetalle, wie die 70er Jahre zeigen. Allerdings ist ein steigender Zins einer US-Staatsanleihe gleichwohl eine Alternative für bestimmte Edelmetallinvestoren. In diesem Sinne können die Zinsen der 10-jährigen US-Treasury teilweise auch als Opportunitätskosten der Goldhaltung betrachtet werden und dürften zumindest kurzfristig den Konsolidierungsdruck bei den Edelmetallen verstärken. Die Edelmetalle tendierten in diesem Umfeld unter starken Schwankungen leichter.

Gold gab im Wochenvergleich 2,56 % auf 1.849,22 Dollar ab. Wie der unten stehende Preischart zeigt, stieg der Goldpreis erst bis an seinen nächsten Widerstand im Bereich von 1.951 Dollar, um danach wieder nach unten zu beschleunigen. In dieser Abwärtsbewegung wurden der dynamische Aufwärtstrend, ebenso die statische Unterstützung bei rund 1.890 Dollar und auch der zuvor bereits überwundene mittelfristige Abwärtstrend mit erhöhten Umsätzen wieder unterschritten. Kurz: Es ist einiger kurzfristiger charttechnischer Schaden entstanden.

Die letzten CoT-Daten vom 05.01.2021 an der COMEX zeigen für Gold einen Anstieg der Short-Position der Commercials von 4 % auf 320.923 Kontrakte. Das Open Interest legte gleichzeitig um 2 % auf 568.888 Kontrakte zu.

Insgesamt hat sich das Chartbild des Goldpreises etwas eingetrübt. Steigende Zinsen und ein zum Wochenausklang hin erstarkender US-Dollar machten sich zunehmend bemerkbar.

 

 

Silber

 

Silber hielt sich zu Wochenbeginn zunächst ebenfalls wacker, folgte dann aber seinem goldenen großen Bruder und gab im Wochenvergleich 3,64 % auf 25,44 Dollar ab.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWie bei Gold wurde auch beim Silberpreis die kurzfristige Aufwärtstrendlinie per Schlusskurs unterschritten. Gleichwohl befindet sich die zentrale Unterstützung bei 21,13 Dollar noch deutlich von den aktuellen Kursen entfernt. Und auch insgesamt erscheint das Chartbild trotz geringer Symmetrie eher positiv.

Eine mögliche Erklärung könnte in der Tatsache liegen, dass die steigenden Zinsen einen Anstieg der Inflationserwartungen in den USA ankündigen und Silber bislang deutlich stärker auf einen solchen Anstieg als Gold reagierte. Dies könnte die laufende Korrektur in ihrer Stärke bei Silber schwächer ausfallen lassen als bei anderen Edelmetallen.

Die letzten CoT-Daten vom 05.01.2021 an der COMEX zeigen für Silber einen Anstieg der Short-Position der Commercials von 2 % auf 77.514 Kontrakte. Das Open Interest legte gleichzeitig um 3 % auf 176.005 Kontrakte zu.

Insgesamt hat Silber zwar kurzfristig eine Schwächephase, großer charttechnischer Schaden ist allerdings auch nicht entstanden. Es bleibt abzuwarten, ob die Kapitalflüsse raus aus Edelmetallen hinein in Kryptowährungen die Aufwärtsbewegung der Edelmetalle nachhaltig bremsen können.

 

 

Platin

 

Platin entwickelte sich per saldo unter den Edelmetallen am stärksten, weil am wenigsten schwach. Im Wochenvergleich verlor der Platinpreis nur 0,6 % auf 1.066,40 Dollar.

Bei Platin wurde dabei auch der mittelfristige Aufwärtstrend nicht unterschritten, was auch an der vorangegangenen Aufwärtsbewegung am 05.01.2021 lag.

Wie wir bereits mehrfach betont haben, beginnt die relative Stärke von Platin gegenüber den anderen Edelmetallen, insbesondere Gold, zuzunehmen.

Die letzten CoT-Daten vom 05.01.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen Anstieg der Short-Position der Commercials von 5 % auf 35.120 Kontrakte. Das Open Interest legte gleichzeitig um 3 % auf 61.185 Kontrakte zu.

Insgesamt konnte sich Platin zwar dem Gegenwind im Edelmetallsektor nicht entziehen. Gleichwohl wird die relative Stärke des Platinpreises immer deutlicher. Selbst ein Test der langfristigen Abwärtstrendlinie wäre kein charttechnisches Problem, solange dabei keine hohen Umsätze generiert werden und der Monatsschlusskurs darüber zum Stehen kommt.

 

 

Palladium

 

Palladium gab in der Berichtswoche deutlicher nach und schloss mit einem Verlust von 3,17 % auf einem Schlusskurs von 2.368,40 Dollar.

Unsere zuvor aufgestellte Mustervermutung eines Diamanten wurde in der Vorwoche falsifiziert, als der Palladiumpreis aus dieser potenziellen Trendumkehrformation nach oben ausbrach. Allerdings wiesen wir darauf hin, dass die Umsätze dabei niedrig blieben, was die Signifikanz des Preissignals schwächte.

Mit dem Rückgang am Freitag hat der Palladiumpreis auf die vorherige Diamantenkante aufgesetzt, diese aber per Schlusskurs nicht unterschritten.

Im Ergebnis ist die charttechnische Lage bei Palladium ambivalent. Der mittelfristige Aufwärtstrend ist noch unverletzt, und das Abprallen am nächsten Widerstand (rote Horizontale) ist für sich genommen noch kein Grund zur Sorge.

Es drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass dem Palladiumpreis derzeit die Kräfte fehlen, um die starke Widerstandszone im Bereich von 2.500 Dollar zu überwinden.

Die CoT-Daten vom 05.01.2021 zeigen für Platin einen starken Anstieg der Short-Position der Commercials von 25 % auf 4.302 Kontrakte, während das Open Interest um 7 % auf 9.676 Kontrakte zulegte. Dies legt zumindest die Vermutung nahe, dass die Commercials erwarten könnten, diese neuen Short-Kontrakte nochmals tiefer wieder einzudecken.

Insgesamt bleibt die charttechnische Lage von Palladium aktuell neutral. Viel weiter wollen wir uns aber angesichts der niedrigen Umsätze, des geringen kurzfristigen Aufwärts-Momentums und des aktuellen Gesamtmarktumfeldes nicht aus dem Fenster lehnen. Wir warten deshalb gespannt die kommenden Handelstage ab und hoffen auf neue Chartimpulse in die eine oder andere Richtung. Denn dafür haben die Schwestermetalle von Palladium schlicht zu viel ,,Action‘‘, als dass sich der Klassenbeste der letzten 2 ½ Jahre zu lange davon abkoppeln könnte.

 

 

09.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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