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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 10.10.2020

Die Edelmetallwoche vom 05.10.2020 – 09.10.2020

 

Gold

 

Die abgelaufene Handelswoche konnte nicht nur mit einem versöhnlichen Wochenausklang aufwarten, sondern generierte auch wichtige charttechnische Signale.

Dabei konnten Gold, Silber und Palladium ihre zwischenzeitlichen Wochenverluste, die vor allem am 06.10.2020 entstanden, mehr als aufholen.

Der US-Dollar notierte zwar schwächer und gab im Wochenvergleich 0,98 % ab. Dies erklärt im Kern allerdings nicht die gerade bei Silber und Palladium hohen Wochengewinne.

Stärker entwickelten sich erneut die breiten Aktienindizes. Die Indikatorenlage war aber insbesondere mit Blick auf den VIX, den Volatilitätsindex auf den S&P 500 – Index, ambivalent. Hinzu kommt, dass die Umsätze, auch bei den Edelmetallen, in dieser Woche keine Signifikanz vermitteln. Nicht zuletzt aus diesen Gründen steht eine Bestätigung der Aufwärtsimpulse in dieser Woche charttechnisch noch aus.

Gold konnte im Berichtszeitraum 1,65 % gewinnen und im Zuge dessen seine statische Widerstandslinie bei rund 1.912 Dollar auf Tagesbasis überwinden. Gleichzeitig lag auf diesem Niveau auch seine mittelfristige Abwärtstrendlinie, welche der Goldpreis gestern auch auf Wochenbasis überwand.

Die COT-Daten per 06.10.2020 zeigten bei Gold einen erneuten geringen Anstieg der Short-Position der Commercials um 1 % auf 288.468 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel leicht um 1 % auf 555.555 Kontrakte zurück.

Gold hat in der abgelaufenen Woche erste Aufwärtsimpulse verzeichnet. Die mittelstarken Widerstandszonen der seit August laufenden Korrektur liegen nun direkt darüber, sind aber auch keine unüberwindbaren Hürden. Ein deutlicher Anstieg der Umsätze, welche den Preisimpuls bestätigen, würde die Signalqualität wesentlich erhöhen. Wie von uns bereits in der Vorwoche betont, ist der nun vollzogene Schritt über die mittelfristige Abwärtstrendlinie gleichwohl ein deutliches Indiz dafür, dass die Tiefpunkte der Korrektur bereits hinter uns liegen.

 

 

Silber

 

Silber war in dieser Woche wieder einmal der Wochensieger. Der Silberpreis gewann im Berichtszeitraum 6,05 % und legte damit mehr als dreimal so stark zu wie der Goldpreis.

Mit dieser deutlichen Aufwärtsbewegung hat auch Silber einen ersten statischen Widerstand überwunden, was auf ein nahendes Ende der Konsolidierung hindeutet.

Wie auch bei Gold war die Aufwärtsbewegung nicht von deutlich anziehenden Umsätzen begleitet. Und auch die fehlende Symmetrie ist bislang noch ein Kennzeichnen der laufenden Korrektur. Man darf also gespannt sein, wie sich im charttechnischen Rückspiegel die Dinge am Ende zusammenfügen.

An der COMEX erhöhte sich die Short-Position der Commercials per 06.10.2020 um 6 % und stellte sich auf 56.196 Kontrakte, während das Open Interest um 1 % auf 155.484 Kontrakte zurückging.

Der Ausbruch von Silber aus seiner im Chart mit roten Horizontalen markierten Handelsspanne lässt einen weiteren Anstieg in Richtung 27 Dollar erwarten. Wie es allerdings danach weitergeht, ist angesichts der ambivalenten Indikatoren-Lage noch schwerer als sonst einzuschätzen. Gleichwohl ist der hohe Wochengewinn erfreulich, da es das Multiplikator-Potenzial von Silber gegenüber Gold erneut vor Augen führt.

 

 

Platin

 

Platin lag in der abgelaufenen Handelswoche hinter den anderen drei Edelmetall-Schwestern, legte aber gleichwohl in der Berichtswoche 0,45 % zu.

Zwar konnte der Platinpreis, anders als Gold und Silber, seine statische Widerstandslinie (noch) nicht überwinden. Positiv ist aber die höhere Signifikanz der Umkehrformation in Form eines Doppelbodens.

An der COMEX sank die Short-Position der Commercials per 06.10.2020 erneut deutlich um 6 % auf 14.219 Kontrakte. Parallel fiel das Open Interest ebenso deutlich um 7 % auf 51.995 Kontrakte.

Relativ hängt Platin zwar noch hinter den Schwestern hinterher, jedoch hat sich die zuletzt in der Vorwoche erwähnte charttechnische Qualität durch das signifikante Muster verbessert. Damit steht eine weitere Aufwärtsbewegung des ,,Underdogs‘‘ auf solideren Füßen. Denn schließlich wartet die eigentliche ,,Challenge‘‘ bei aktuell rund 985 Dollar, die ominöse langfristige Abwärtstrendlinie. Und für einen Sieg in der Schlacht um diesen zentralen dynamischen Widerstand braucht Platin einfach ausreichend charttechnische Kampfkraft. In dieser Hinsicht war die abgelaufene Handelswoche eine gute Woche!

 

 

Palladium

 

Palladium machte in dieser Woche wie auch Silber einen großen Schritt nach oben und konnte Der Palladiumpreis konnte im Wochenvergleich 5,95 % zulegen.

Im Zuge dessen überwand Palladium mit dem gestrigen Schlusskurs von 2.439,50 Dollar das absolute Korrektur-Hoch vom 31.03.2020 bei 2.447,50 Dollar wie auch das Tageshoch auf Schlusskursbasis bei 2.391,37 Dollar vom 16.09.2020.

Und auch wenn die Umsätze ebenfalls gering sind, so ist die ,,price action‘‘ positiv zu bewerten. Denn man stelle sich vor, welche prozentualen Preisavancen bei einer deutlichen Umsatzzunahme entstünden. Wie wir bereits mehrfach in Erinnerung riefen: Palladium ist jederzeit für einen schnellen Anstieg in Richtung des Allzeithochs bei 2.875,50 Dollar gut.

Die COT-Daten vom 06.10.2020 zeigen, dass die Short-Position der Commercials wieder deutlich um 11 % auf 3.616 Kontrakte zulegte, während das Open Interest parallel um 5 % auf 9.481 Kontrakte stieg.

Charttechnisch befindet sich Palladium also weiter auf der Überholspur. Und auch wenn wir die niedrigen Umsätze nicht negieren, so bleibt die Botschaft des Chartmusters eine der relativen Stärke.

 

 

10.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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