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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 11.01.2020

Die Edelmetallwoche vom 06.01.2020 - 10.01.2020

 

Gold

Die abgelaufene Handelswoche war durch eine hohe Volatilität bei den Edelmetallen gekennzeichnet. Das Momentum der Vorwoche trieb Gold, Silber & Co. zunächst weiter nach oben, bevor dann am Mittwoch ein scharfes Reversal folgte, das zum Wochenende hin wieder zum Teil ausgeglichen wurde. Für Gold ergibt sich gegenüber der Vorwoche ein Gewinn von 9,97 Dollar bzw. 0,64 %. Gegenwind erhielt der Edelmetallsektor vor allem vom wieder erstarkenden US-Dollar, der im Wochenvergleich von 1,1159 Dollar je Euro auf 1,1118 Dollar zulegte, was einem Zugewinn von 0,37 % entspricht. Die anhaltend hohe Liquiditätsschöpfung der US-Notenbank und die Konkretisierung der Unterzeichnung einer ersten Vereinbarung zwischen den USA und China in der Handelspolitik überwogen vorerst die Befürchtungen der Eskalation im Nahen Osten. Mit einem Wochenhoch von 1.611,34 Dollar übersprang Gold gleichwohl das erste Mal seit April 2013 die Marke von 1.600 Dollar. Die darauffolgende Korrektur war von sehr hohen Umsätzen begleitet, was ebenso wie der lange Docht am 08.01.2020 (s. Chart) zur Vorsicht mahnt! Positiv ist aber auf jeden Fall das Überwinden des Zwischenhochs vom September 2019 bei 1.557,10 Dollar sowohl auf Intraday- als auch Wochencandle-Schlusskursbasis. Die letzten CoT-Daten vom 07.01.2020 zeigen einen leichten Rückgang der Short-Position der Commercials. Diese sank um 3 % auf 356.091 Kontrakte, womit diese auf weiter sehr hohem Niveau liegt. Auf die Relativierung der Aussagekraft bei einem starken Aufwärtstrend hatten wir ja bereits in der Vorwoche hingewiesen. Insgesamt hat diese Handelswoche die mehrjährige Bodenbildung bei Gold auf Wochenbasis bestätigt.

 

Gold

 

Silber

Silber folgte in der abgelaufenen Handelswoche überwiegend den Impulsen, die auch Gold erhielt. Der Wochengewinn betrug allerdings nur 7 Cent. Wie auch bei Gold waren die Umsätze in der Korrekturbewegung am Mittwoch sehr hoch. Da Silber seinen finalen Ausbruch noch nicht hinter sich hat, bleibt die Bestätigung des Ausbruchs auf jeden Fall abgewartet werden. Die Linie des gleitenden 50-Tage-Durchschnitts hat inzwischen wieder nach oben gedreht. Silber hat über sich noch mehrere Widerstandszonen, deren Überwindung entweder noch einige Zeit dauern wird oder einen deutlich stärkeren Aufwärtsimpuls als bisher erfordert. Der CoT-Report der Commercials per 07.01.2020 zeigt ähnlich der Entwicklung von Gold einen Rückgang der Short-Position. Diese sank um 6 % auf nunmehr 91.174 Kontrakte. Silber kämpft sich damit weiter nach oben, hat aber technisch noch einigen Gegenwind.

 

Silber

 

Platin

Platin kämpfte in dieser Woche wacker darum, den langfristigen Ausbruch in der Vorwoche zu verteidigen. Im Wochenvergleich ging der Preis minimal um 3,29 Dollar zurück. Allerdings musste Platin den Bruch seiner langfristigen Abwärtstrendlinie gegen mehrere Abwärtsbewegungen im Wochenverlauf verteidigen, Dass dies gelang, ist die eigentlich interessante Nachricht, denn der Kursverlauf von Platin der letzten Jahre glänzte vor allem durch relative Schwäche anstatt durch relative Stärke. Dass sich dies ändert könnte zeigt deshalb auch die abgelaufene Handelswoche. Was allerdings noch fehlt, ist die Signifikanz der Bewegung. Denn die Abwärtstrendlinien liegen alle noch in Reichweite. Die CoT-Daten vom 07.01.2020 allerdings einstweilen kaum Bewegung. Die Short-Position der Commercials stieg um 1 % auf weiterhin sehr hohe 70.858 Kontrakte. Aber auch hier gilt das für Gold Beschriebene. Es bleibt also bei Platin charttechnisch spannend.

 

Platin

 

Palladium

Bei Palladium kann man einfach nur noch den Hut ziehen. Der Palladiumpreis durchschnitt in der abgelaufenen Handelswoche auch noch die bereits mehrfach erwähnte, obere Trendlinie und hat damit keine klassischen Widerstände statischer Natur mehr vor sich. Insgesamt legte Palladium im Berichtszeitraum von 1986 Dollar am 03.01.2020 bis auf 2.115,50 Dollar per Handelsschluss gestern und damit um 6,5 % zu. Die Umsätze waren dabei extrem hoch, womit ein Fehlsignal sehr unwahrscheinlich ist. Dies passt auch zur Annahme, dass der Preis durch eine reale Angebotsknappheit in Verbindung mit einer preisunelastischen Nachfrage getrieben wird. Die Short-Position der Commercials blieb gegenüber der Vorwoche unverändert und lag bei 11.576 Kontrakten. Einem weiteren Anstieg steht damit so gut wie nichts entgegen, einer kurzfristigen begrenzten Korrekturbewegung allerdings auch nicht.

 

Palladium

 

11.01.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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