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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 13.02.2021

Die Edelmetallwoche vom 08.02.2021 – 12.02.2021

 

Gold

 

In der abgelaufenen Handelswoche gab es einen großen Gewinner bei den Edelmetallen: Platin! Die Gründe dürften wohl weniger in der kurzfristigen Perspektive liegen, sondern sich eher aus einer langfristigen Rück- und Vorschau ergeben.

Begleitet wurde die Entwicklung an den Kapitalmärkten von erneut anziehenden längerfristigen Zinsen, während die Aktienmärkte per saldo nur wenig Änderung sahen.

Der US-Dollar gab gegen den Euro im Wochenverlauf 0,59 % ab und schloss mit 1.212 Dollar je Euro. Bitcoin dagegen sprang im Wochenverlauf von 38.260 Dollar am 05.02.2021 auf 47.397 Dollar und damit um 23,9 % nach oben!

In diesem Umfeld entwickelten sich die Edelmetalle insgesamt positiv, wobei der Goldpreis die geringste Änderung zeigte. Er schloss im Vergleich zur Vorwoche um 0,56 % höher bei 1.824,40 Dollar.

Gold scheint damit weiter an seinem Doppelboden zu basteln, wobei dies allerdings nicht die einzige Bodenformation ist, die plausibel ist. Allerdings ist sie eine der wahrscheinlichsten.

Die letzten CoT-Daten vom 09.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 2 % auf 292.195 Kontrakte. Das Open Interest ging gleichzeitig um 3 % auf 506741 Kontrakte zurück.

Insgesamt konsolidiert der Goldpreis weiter, ohne aber wirklich viele Gewinne abzugeben. Es würde aus einer Monatscandle-Perspektive auch nicht überraschen, wenn der Monatsschlusskurs nicht mehr unter die Unterstützung vom August 2011 bei 1.825,61 Dollar fällt.

 

 

Silber

 

Silber bewegte sich in dieser Woche weiterhin in einem positiven Anlegersentiment, blieb aber gleichwohl weiter in Warteposition auf den Impuls, der Silber über die Marke von 28,30 Dollar auf Wochencandle-Schlusskursbasis schiebt. Im Wochenvergleich legte der Silberpreis 1,6 % auf 27,36 Dollar zu.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeNach den ,,WallStreetBets‘‘-Turbulenzen arbeitet der Silberpreis damit weiter an der inneren Konsolidierung der seit Mitte Juli 2020 gemachten Zugewinne.

Die letzten CoT-Daten vom 09.02.2021 an der COMEX zeigen für Silber eine Abnahme der Short-Position der Commercials um 1 % auf 72.820 Kontrakte. Das Open Interest blieb praktisch gleich und betrug 179.288 Kontrakte.

Insgesamt bewegt sich der Silberpreis damit weiter zwischen seiner zentralen Unterstützung bei 21,13 Dollar und dem Widerstand auf Wochenbasis von 28,30 Dollar. Da Silber noch vielfältige Impulse bevorstehen, sind Wochen wie die abgelaufene, in denen einmal nicht so viel passiert, eine willkommene Abwechslung, insbesondere dann, wenn sich die starken Impulse bei anderen Edelmetallen wie Platin zeigen.

 

 

Platin

 

Platin lief in dieser Woche allen anderen Edelmetallen davon und kam auf einen Wochengewinn von satten 11,3 %. Der Schlusskurs von 1.255,45 Dollar liegt zudem über einer wichtigen Widerstandslinie (siehe Chart), die damit auf Wochenbasis als überwunden gelten kann. Das weiße Edelmetall hat damit endgültig das charttechnische ,,Tal der Tränen‘‘ verlassen.

Die schnellen Kursgewinne der letzten Wochen stellen aber die Frage nach deren musterbestätigender Konsolidierung um so stärker. Wie ein Blick auf den Monatscandle-Chart zeigt, befindet sich Platin nun in einem Bereich starker und alter Widerstände, die sich von April bis September 2007 bildeten. Ein Überwinden, egal ob nun schnell oder erst nach einer nochmaligen Konsolidierung, würde den Weg in Richtung 1.342 Dollar freimachen.

Die letzten CoT-Daten vom 09.02.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 15 % auf 43.429 Kontrakte, während das Open Interest um 11 % auf 72.051 Kontrakte zulegte.

Der Platinpreis hat in dieser Woche seinen inneren ,,Drive‘‘, der sich aus der von uns bereits vor Monaten beschriebenen ,,Sling Shot Bewegung‘‘ und dem darauffolgenden Ausbruch aus dem langfristigen Abwärtstrend ergibt, erneut bestätigt. Daran ändern auch Korrekturen oberhalb der Ausbruchslinie nichts Wesentliches.

 

 

Palladium

 

Palladium legte in der abgelaufenen Woche glatte 2 % auf 2.396,75 Dollar zu. Damit robbt es sich auf Tagesbasis wieder an seinen zuvor nach unten verlassenen Aufwärtstrend heran, ohne ihn allerdings bislang zurückzuerobern.

Der abgebildete Preischart von Palladium auf Monatsbasis zeigt, dass die Situation allerdings auf größerer Skale noch nicht ausgestanden ist. Denn seit September 2020 schrammt der Palladiumpreis seitwärts und bastelt eine Ausgangsbasis für einen neuen Aufwärtsimpuls. Diese Wartestellung kann aber auch als zweites Top eines Doppeltops auf Monatsbasis gewertet werden. In diesem Falle stünde ein Test der Nackenlinie, die bei rund 1.962 Dollar auf Schlusskursbasis verläuft, an. Insofern befindet sich Palladium weiterhin in einer zwiegespaltenen Indikatorenlage.

Die CoT-Daten vom 09.02.2021 zeigen für Palladium eine Kehrtwende der Entwicklung in der vergangenen Woche. Denn die Short-Position der Commercials legte nun wieder deutlich zu, und zwar um 37 % von 892 Kontrakten auf 1.220 Kontrakte. Das Open Interest legte parallel um 2 % auf 9.684 Kontrakte zu.

Das bereits in der Vorwoche genannte Fazit für Palladium als gemischt bleibt damit auch in dieser Woche erhalten. Der Markt ist charttechnisch weiterhin einem beachtlichen Korrekturrisiko durch sein sich verhärtendes Doppeltop-Muster ausgesetzt, welches nur obsolet würde, wenn Palladium einen überzeugenden Sprung über die Marke von 2.531 Dollar hinbekommt. Dann steigen die Chancen, dass auch das Allzeithoch bei 2.879,74 Dollar geknackt wird. Aber bis dahin sollte weiter Geduld aufgebracht werden, denn schließlich hat Palladium immer noch seine fetten Gewinne zu verdauen, die sich zwischen Sommer 2018 und dem Ausbruch der Coronakrise im Februar 2020 angesammelt haben!

 

 

13.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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