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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 14.11.2020

Die Edelmetallwoche vom 09.11.2020 – 13.11.2020

 

Gold

 

Immer konkretere Hoffnungen auf einen wirkungsvollen Impfstoff gegen das Corona-Virus brachte die Börsen weltweit in der abgelaufenen Handelswoche in den ,,Risk-on-Modus‘‘.

Ergebnis: Risikoreichere Anlagen wurden gekauft, ,,sichere Häfen‘‘ verkauft. Und auch wenn sich bei den US-Präsidentschaftswahlen die Waage weiter in Richtung Joe Biden neigt, so ist derzeit noch offen, inwieweit Neuauszählungen und Klagen Einfluss auf das Endergebnis haben werden.

Der US-Dollar bewegte sich gleichwohl gegen den Euro kaum. Er gab 0,32 % auf 1,18347 Dollar je Euro ab. Der Euro gewann weiter gegen den Schweizer Franken und legte 0,84 % auf 1,07743 Franken je Euro zu. Damit ist nun zumindest ein Teil des Euro-Anstiegs gegen den Franken auch auf eine Eurostärke zurückzuführen und nicht nur auf eine weitere Dollarschwäche.

Die Aktienindizes tendierten im Wochenverlauf erneut deutlich stärker, während der VIX im Gegenzug deutlich abgab. So gewann der DAX im Wochenverlauf 4,78 % und der Dow Jones Industrial 4,08 %, während der VIX von 24,86 Punkte auf 23,10 Punkte fiel.

Im Zuge der Erleichterungs-Rally in risikoreicheren Anlagen ging das Interesse an ,,sicheren Häfen‘‘ wie Gold zurück. Der Goldpreis gab deshalb im Wochenvergleich 3,16 % ab, das technische Kaufsignal aus der Vorwoche wurde kurzfristig neutralisiert. Ein Blick auf den Goldpreis-Chart zeigt, dass das Gold mit dem starken Rückgang am 09.11.2020 seinen Konsolidierungsboden von Ende September 220 getestet hat. Im Wochenverlauf versuchte Gold sich dann, neuen Schwung zu holen. Die höheren Umsätze bei den Abwärtsimpulsen mahnen gleichwohl zu erhöhter Aufmerksamkeit, denn mit dem Rückgang ist das Chartmuster deutlich diffuser geworden.

Aufgrund des Feiertages in den USA werden die CoT-Daten erst Montagabend um 21:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht.

 

 

Silber

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeInsgesamt folgte Silber in dieser Woche wieder dem Gold, nun aber wieder nach unten. Das weiße Edelmetall gab im Wochenvergleich 3,71 % ab.

Wie ein Blick auf den Preischart von Silber zeigt, bewegt sich Silber weiter in einem Konsolidierungskeil. Wie auch bei Gold mangelt es allerdings sowohl an einer hinreichenden Symmetrie der Bodenbildung als auch an einem Umsatzmuster, welches auf ein Ende der Konsolidierung hindeutet. Denn auch bei Silber sind die Umsätze bei fallenden Kursen deutlich höher als bei steigenden. Nicht zuletzt deshalb sollte man nicht zu viel in die derzeitige Entwicklung hineininterpretieren.

Gleichwohl hält sich der Silberpreis bislang oberhalb der wichtigen Ausbruchslinie von 21,13 Dollar. Diese Marke könnte sogar auf Tagesbasis nochmals unterschritten werden, ohne auf Wochen- oder Monatsbasis ein längerfristiges Verkaufssignal zu generieren. Wie die abgelaufene Handelswoche gezeigt hat, sind abrupte kurzfristige Trendwechsel weiterhin zu beachten. Die aktuelle Seitwärtsbewegung könnte sich deshalb noch einige Zeit fortsetzen.

 

 

Platin

 

Platin hielt sich in dieser Woche wacker und gab im Wochenvergleich nur minimale 0,37 % ab.

Weil es per saldo auf Tagesbasis nur wenig Neues gab, zeigt der Chart nochmals die langfristige Entwicklung von Platin. Aus dieser Perspektive konsolidiert Platin weiter seinen Absturz in dem Corona-Ausverkauf vom März 2020, bei dem es sein bisheriges Zyklustief der seit März 2008 laufenden langfristigen Abwärtsbewegung unterschritten hatte.

Die sehr hohen Umsätze in der Gegenbewegung vom Sommer 2020 deuten allerdings darauf hin, dass Platin noch mehr vorhat als einfach nur nach einer Zwischenerholung auf neue Zyklustiefs abzustürzen.

Zentral für die charttechnische Plausibilisierung dieser erwarteten neuen Aufwärtsbewegung ist die langfristige Abwärtstrendlinie. Auf diese wird deshalb in den kommenden Wochen und Monaten als entscheidender Indikator auf Monatsschlusskurs-Basis zu achten sein.

 

 

Palladium

 

In der vergangenen Woche war Palladium noch ,,Performance-Sieger‘‘, in dieser Woche aber hat es die rote Laterne und gab im Wochenvergleich 6,57 % ab.

Wie auch bei Platin lohnt auch bei Palladium ein Blick aus langfristiger Perspektive. Dabei ist zunächst die sehr starke Outperformance von Palladium gegenüber den anderen 3 Edelmetallen zu berücksichtigen.

Der steile Anstieg bis Februar 2020 wurde im Corona-Ausverkauf dabei genauso stark und schnell konsolidiert. In der vergangenen Woche hatte Palladium dann auf Wochenschlusskursbasis seinen Widerstand überwunden, der technisch das Risiko einer ,,hängenden rechten Schulter‘‘ einer ,,Schulter-Kopf-Schulter-Formation‘‘ beinhaltet, deutlich verringert. Mit dem neuen Abwärtsimpuls im Zuge der Impfstoffsuche ist Palladium nun aber wieder auch auf Schlusskursbasis unter diese Marke gefallen, wenn auch mit geringeren Umsätzen als in der Vorwoche. Die Indikatoren-Lage ist damit deutlich unübersichtlicher geworden und mahnt zu neuer Vorsicht.

Insgesamt bleibt Palladium technisch gegenüber den anderen Edelmetallen stark, jedoch gilt bis zu einem signifikanten Überwinden des als gestrichelte blaue Horizontale dargestellten Widerstandes erhöhte Vorsicht. Denn das Risiko eines Unterschreitens der rot markierten Horizontale, welche den Weg für einen Test des mittelfristigen Aufwärtstrends (blaue gestrichelte Aufwärtstrendlinie) ebnen würde, ist mit dieser Woche angestiegen.

 

 

14.11.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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