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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 17.10.2020

Die Edelmetallwoche vom 12.10.2020 – 16.10.2020

 

Gold

 

Die Edelmetalle entwickelten sich in der abgelaufenen Handelswoche insgesamt unstetig, per saldo ging es leicht abwärts.

Der US-Dollar notierte, wie auch der Schweizer Franken, gegen den Euro wieder stärker. Der US-Dollar holte praktisch die gesamten Verluste der Vorwoche wieder auf.

Die breiten Aktienindizes notierten mehrheitlich schwächer. Die sich insbesondere in Europa ausbreitende zweite Corona-Infektionswelle belastete hier das Risikosentiment. Aber auch in den USA stieg der VIX-Index wieder an, was eine höhere Bereitschaft andeutet, sich gegen Verluste im S&P500-Index abzusichern.

Gold gab in diesem Umfeld im Wochenvergleich 1,6 % ab, der Ausbruch, der in der Vorwoche noch die Signifikanz vermissen ließ, ist bislang nur ein halber.

Auch die Terminbörse zeigte wenig Veränderungen. Die COT-Daten per 13.10.2020 zeigten bei Gold einen kleinen Rückgang der Short-Position der Commercials um 1 % auf 284.655 Kontrakte. Das Open Interest blieb praktisch unverändert und stellte sich auf 553.197 Kontrakte.

Gold scheint derzeit auf die US-Präsidentschaft zu warten, nach der sich taktisch auch die Verhandlungen über Hilfsprogramme im US-Kongress richten. Ein deutlicher Anstieg der Umsätze fehlt bislang ebenso. Die Konsolidierung dürfte sich deshalb wohl mindestens bis nach der Abstimmung zur Präsidentschaftswahl am 03.11.2020 hinziehen, da auch die Investoren Klarheit über die Mehrheitsverhältnisse erwarten, denn gleichzeitig finden auf Bundesebene die Wahlen zum Repräsentantenhaus und zum Senat sowie auf der Ebene der Bundesstaaten unter anderem zu verschiedenen Gouverneursämtern statt.

 

 

Silber

 

Silber gab in dieser Woche zwei Drittel seiner Vorwochengewinne wieder ab und verlor im Berichtszeitraum 4 %.

Damit entpuppte sich der Ausbruch, wie das lila Rechteck im Chart markiert, zumindest als Fehlstart. Wie auch bei Gold blieben in dieser Woche die Umsätze gering. Die Kursentwicklung spiegelt damit die charttechnische Schwäche, die sich eben gerade in niedrigen Umsätzen und fehlender Symmetrie ausdrückt.

An der COMEX stieg die Short-Position der Commercials per 13.10.2020 leicht um 1 % auf 56.948 Kontrakte, während sich das Open Interest um 2 % auf 158.203 Kontrakte erhöhte.

Der Ausbruch von Silber ist damit einstweilen vertagt.

Die in der Vorwoche betonte ambivalente Indikatoren-Lage hat sich mit dem Rückgang weiter verstärkt. Vor diesem Hintergrund besteht technisch keine Eile für Neuengagements.

 

 

Platin

 

Platin lag in der abgelaufenen Handelswoche mit seinen Verlusten zwischen Gold und Silber und gab im Wochenvergleich 2,5 % ab.

Die in der vergangenen Woche beschriebene höhere Signifikanz einer Bodenbildung in Form eines Doppelbodens hat sich nicht bestätigt, was aber die Bildung eines dreifachen Bodens nicht ausschließt. Zur Erinnerung: Diese Erweiterung der Konsolidierung von Doppelboden zu Dreifachboden fand auch zwischen März und August 2019 statt.

An der COMEX stieg die Short-Position der Commercials per 13.10.2020 wieder um 2 % auf 14.518 Kontrakte an. Parallel fiel das Open Interest um 1 % auf 51.258 Kontrakte.

Insgesamt erscheint auch Platin derzeit in einer Hängepartie zu stecken. Es fehlen schlicht die Impulse. Die leicht gestiegenen Umsätze bei per saldo fallenden Kursen deuten an, dass die Bodenbildung noch nicht abgeschlossen sein könnte.

 

 

Palladium

 

Wie auch Silber gab Palladium in dieser Woche rund zwei Drittel der Gewinne der Vorwoche wieder ab und verlor im Wochenvergleich 4,4 %.

Und auch bei Palladium ist zumindest per heute die letzte Aufwärtsbewegung als Fehlausbruch zu interpretieren. Allerdings befindet sich Palladium, wie der Preischart zeigt, weiter über seiner mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Solange dies so bleibt, ist der technische ,,Schaden‘‘ dieser seit August andauernden Seitwärtsbewegung begrenzt.

Die COT-Daten vom 13.10.2020 zeigen gleichwohl eine deutlichere Zunahme der Short-Position der Commercials um 8 % auf 3.911 Kontrakte. Das Open Interest legte parallel um 4 % auf 9.884 Kontrakte zu.

Insgesamt hat also auch bei Palladium charttechnisch der Dampf nachgelassen. Die weiter sehr mageren Umsätze mahnen aber dazu, diese Einschätzung nicht überzubewerten. Denn ein Blick auf den mittel- und langfristigen Chartverlauf verhilft dann gleich wieder zu gebotener Gelassenheit.

 

 

17.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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