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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 19.09.2020

Die Edelmetallwoche vom 14.09.2020 – 18.09.2020

 

 

Gold

 

Ist es die Ruhe vor dem Sturm? Dieses Eindrucks kann man sich beim Blick auf die Edelmetalle in der abgelaufenen Handelswoche nicht erwehren. Denn während die Aktienmärkte tendenziell leichter ins Wochenende gingen, konnten die Edelmetalle nur wenig davon profitieren.

Der US-Dollar blieb auch in dieser Woche faktisch unverändert gegen den Euro, weshalb von der Währungsseite erneut wenig Impulse für die Edelmetalle ausgingen.

Gold konnte wie bereits in der Vorwoche leicht zulegen und schloss um 0,52 % höher. Ein Blick auf den Goldpreis-Chart zeigt, dass dieser am Donnerstag auch per Schlusskurs seine mittelfristige Aufwärtstrendlinie unterschritten hat, was auch der Freitagsschlusskurs nicht änderte. Damit hat der Goldpreis auch auf Wochenbasis diese Trendlinie gebrochen, was zu erhöhter Vorsicht mahnt, worauf wir zuletzt in der Vorwoche hingewiesen haben.

Die COT-Daten per 15.09.2020 zeigen bei Gold einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 1 % auf 285.186 Kontrakte. Das Open Interest hingegen legte gleichzeitig 4 % auf 578.925 Kontrakte zu.

Insgesamt setzt der Goldpreis seine Konsolidierung ohne große Schwankungen und (noch) ohne deutlich steigende Umsätze fort. Ein richtungsweisender Impuls trat noch nicht auf.

Es verdichtet sich allerdings der Eindruck, dass es im Zuge von möglichen Marktturbulenzen im Vorlauf der US-Präsidentenwahl noch zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommen könnte. Die bisherige Korrektur ist dabei eine relativ schwache. Dies spricht für das gelbe Metall, zeigt aber auch, dass man nicht zu viel in diese wenig signifikanten Daten hineininterpretieren sollte. Insgesamt bleibt es dabei, dass Gold nach einem starken Ausbruch auf ein neues Allzeithoch seine Gewinne konsolidiert.

 

XAUUSD

 

Silber

 

Silber benahm sich in dieser Woche ganz anders als sonst, denn es bewegte sich per saldo gerade einmal um 0,1 % nach oben.

Aber auch beim Silberpreis erscheint die derzeitige Ruhe wie eine solche vor der nächsten Schlacht. Denn zwar blieben wie auch bei Gold die Umsätze niedrig. Aber dies ist eben nicht typisch für den Silberpreis. Und ja, die im Chart sichtbare Seitwärtsbewegung nach dem Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie hatte bislang noch keine größeren Konsequenzen. Dies muss aber nicht so bleiben!

An der COMEX stieg parallel die Short-Position der Commercials per 15.09.2020 deutlich um 14 % auf 56.007 Kontrakte an. Das Open Interest erhöhte sich dabei um 2 % auf 162.397 Kontrakte. 

Insgesamt ist der Silberpreis nach einer erneut ruhigen Handelswoche zwischen kleineren Widerständen und Unterstützungen eingeklemmt. Dies dürfte kaum ein Dauerzustand werden. Wir rechnen deshalb in den nächsten Tagen wie auch bei Gold mit einem Richtungsimpuls. Diese kurzfristige Richtungsentscheidung sollte nicht vorweggenommen werden. Einstweilen bleibt der charttechnische Goodwill oberhalb der alten Widerstandsmarke von 21,13 Dollar. Dieser markiert allerdings auch das Korrekturpotenzial auf Monatsschlusskurs-Basis!

 

XAGUSD

 

Platin

 

Platin bewegte sich wie Silber kaum und gewann gegenüber der Vorwoche 0,2 %.

Die langfristige Abwärtstrendlinie bleibt weiter in Sichtweite, näher herangekommen ist das weiße Metall allerdings kaum.

An der COMEX legte wie bei Silber die Short-Position der Commercials deutlich zu. Sie erhöhte sich zum 15.09.2020 gegenüber der Vorwoche um 14 % auf 26.086 Kontrakte, während das Open Interest gleichzeitig um 3 % auf 61.778 Kontrakte anstieg. 

Insgesamt zeigt sich, dass Platin noch nicht zu einem Eigenleben wie seine Schwester Palladium fähig ist. Gleichwohl zeigt sich eine gewisse Robustheit gegenüber Abwärtsimpulsen, was durchaus an der Tatsache liegen könnte, dass Platin historisch absolut wie auch relativ gegenüber Gold und noch mehr gegenüber Palladium stark unterbewertet ist.

 

Platin

 

Palladium

 

Palladium konnte sich in dieser Woche stärker von seinen Geschwistern absetzen, erneut nach oben. Im Wochenvergleich gewann der Palladiumpreis 1,7 %.

Nach dem Verlassen seines Konsolidierungskeils stieß Palladium an den Widerstand vom Jahresbeginn an (s. Chart) und prallte an diesem erst einmal ab.

Die Umsätze blieben gering. Die charttechnische Lage ist zwar solide. Allerdings erscheint der derzeitige Anstieg auf wackeligen Beinen zu stehen.

Die COT-Daten vom 15.09.2020 zeigen für die Short-Position der Commercials eine Zunahme von 10 % auf 4.053 Kontrakte, während das Open Interest parallel um 4 % auf 9.914 Kontrakte wuchs.

Insgesamt bleibt unterm Strich die hohe relative Stärke von Palladium erwähnenswert. Wirklich lösen vom allgemeinen Sentiment konnte sich aber auch Palladium in dieser Woche nicht. Sollte es noch einmal zu einem Abwärtsimpuls kommen, könnte diese Bewegung im charttechnischen Idealfall auf die schon überwundene Abwärtstrendlinie aufsetzen. Dies würde die Signifikanz des Ausbruchs erhöhen. Einstweilen ist auch bei Palladium weiter Geduld gefragt.

 

XPDUSD

 

19.09.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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