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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 20.03.2021

Die Edelmetallwoche vom 15.03.2021 – 19.03.2021

 

Gold

 

In der abgelaufenen Handelswoche wechselten sich im Anlegersentiment der positive Einfluss weiterhin stark expansiver Geldpolitik mit den Sorgen einer dritten Pandemiewelle ab. Parallel dazu stiegen die langfristigen US-Zinsen weiter an, was zu einem anhaltenden Bewertungsdruck auf Wachstumsaktien führte. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury stieg im Berichtszeitraum von 1,65 % auf 1,74 % und entfernt sich so weiter von der Dividendenrendite des S&P 500-Index.

Die Aktienmärkte zeigten sich in dieser Handelswoche uneinheitlich. Der DAX legte im Berichtszeitraum um 0,8 % auf 14.621 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial 0,5 % auf 32.628 Zähler abgab.

Der US-Dollar legte parallel zu den steigenden Zinsen gegen den Euro um 0,4 % auf 1,19011 Dollar je Euro zu, während Bitcoin 1,3 % auf 58.049 Dollar anstieg.

Die Edelmetalle wurden in der Berichtswoche erneut von den weiter steigenden Zinsen als auch durch den steigenden US-Dollar beeinflusst. Gleichwohl konnte der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 1 % auf 1.745,05 Dollar zulegen. Wie der Preischart zeigt, besteht in den kommenden Tagen für den Goldpreis zeitlicher Spielraum zur Bodenbildung auf dem aktuellen Niveau oberhalb seiner mittelstarken Unterstützungslinien.

Die letzten CoT-Daten vom 16.03.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 1 % auf 209.745 Kontrakte. Das Open Interest legte dagegen um 1 % auf 476.467 Kontrakte zu.

Insgesamt bleibt Gold im Korrekturmodus. Es bleibt vor allem offen, wie der Goldpreis kurzfristig auf eine Kombination aus steigenden Zinsen und dadurch gestütztem US-Dollar reagiert. Vor dem charttechnischen Hintergrund erscheint es ratsam, neue Richtungsimpulse abzuwarten.

 

 

Silber

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeSilber gewann im Wochenverlauf 1,3 % auf 26,26 Dollar und hangelte sich, wie im Preischart sichtbar, an seiner Aufwärtstrendlinie entlang. Die Umsätze blieben aber niedrig, weshalb hier nicht zu viel in die Preisbewegung hineininterpretiert werden sollte, zumal mustertechnisch wenig passierte.

Der Stresstest des Konsolidierungsmusters steht weiterhin aus. Und wie auch bei Gold erscheint es ratsam, die Entscheidung des Marktes nicht vorwegzunehmen.

Die letzten CoT-Daten vom 16.03.2021 an der COMEX zeigen für Silber einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 4 % auf 52.777 Kontrakte. Das Open Interest legte parallel um 2 % auf 159.092 Kontrakte zu.

Insgesamt verharrt der Silberpreis in einer gespanten Wartestellung. Gestützt wird er dabei von einer ansteigenden Inflationserwartung.

 

 

Platin

 

Platin gab in dieser Woche 0,7 % auf 1.197,25 Dollar nach und konsolidierte dabei den deutlichen Anstieg aus der Vorwoche. Wie das Chartbild zeigt, ist kurzfristig sowohl eine kleine umgekehrte S-K-S-Formation möglich, aber auch ein erneuter Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinien.

Die letzten CoT-Daten vom 16.03.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen deutlichen Anstieg der Short-Position der Commercials um 8 % auf 39.773 Kontrakte, während das Open Interest um 5 % auf 74.810 Kontrakte zulegte.

Charttechnisch hat sich in der Berichtswoche für Platin nur wenig geändert. Wie auch bei Silber steht hier eine kurzfristige Richtungsentscheidung aus, die wir abwarten wollen.

 

 

Palladium

 

Ausreißer der Edelmetallwoche war diesmal Palladium. Getrieben von den Nachrichten von einem der weltgrößten Palladiumproduzenten, Nornickel, der seine Produktionsprognose für dieses Jahr deutlich zurücknahm, sprang der Palladiumpreis um 11,1 % auf 2.640,45 Dollar nach oben.

Damit hat Palladium unsere Mustervermutung eines Doppeltops auf Wochenbasis vorläufig falsifiziert und benötigt nun nur noch einen kleinen Anstieg, um ein neues Allzeithoch auf Wochenschlusskurs-Basis zu generieren. Etwas gebremst wird die charttechnische Begeisterung über die ,,Drehung auf der Hacke‘‘ nach oben von den weiterhin geringen Umsätzen, die auf eine technische Inkonsistenz hinweisen, die wohl erst mit einem endgültigen Ausbruch auf ein neues Allzeithoch bereinigt ist.

Die CoT-Daten vom 16.03.2021 zeigen für Palladium einen sehr starken Anstieg der Short-Position der Commercials um 113 % auf 2.077 Kontrakte. Das Open Interest legte parallel dagegen nur um 4 % auf 9.709 Kontrakte zu.

Insgesamt erscheint die Lage bei Palladium wie eine ,,special situation‘‘, deren Wirkungsdauer offen ist. Allerdings ist der Aufwärtsimpuls in dieser Woche trendbestätigend für seinen langfristigen Aufwärtstrend. Die von uns im vorletzten Wochenkommentar beschriebene ,,Ruhe vor dem Sturm‘‘ könnte also bei einer anhaltenden physischen Verknappung durchaus zu einem weiteren starken Aufwärtsimpuls führen. Die Ambivalenz der Indikatoren, insbesondere der niedrigen Umsätze, zeigt aber, dass man sich gleichwohl seiner kurzfristigen Bewertung von Palladium nicht sicherer sein sollte, als es die Indikatoren-Lage hergibt.

 

 

20.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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