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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 23.05.2020

Die Edelmetallwoche vom 18.05.2020 - 22.05.2020

 

Gold

Der Goldpreis bewegte sich vor allem im Vergleich zu den anderen drei Edelmetallen Silber, Platin und Palladium in dieser Woche nur wenig. Die mag am wieder risikobereiteren Sentiment gelegen haben, denn die großen Aktienindizes legten überwiegend zu.

Anders als in der Vorwoche gab zudem der US-Dollar gegen den Euro im Wochenvergleich wieder nach und verlor per saldo 0,75 %. Der Euro zeigte auch gegen den Schweizer Franken eine Gegenreaktion nach der langen Schwächephase und gewann im Berichtszeitraum 0,66 % auf 1,05796 Franken je Euro.

Im Wochenvergleich gab der Goldpreis im Ergebnis leicht um 0,38 % nach. Die CoT-Daten vom 19.05.2020 zeigen eine wieder zunehmende Shortposition der Commercials von 4 % auf 290.174 Kontrakte. Die Zahl der offenen Kontrakte nahm ebenfalls wieder zu, und zwar um 6 % auf 528.205 Kontrakte.

Diese Entwicklung ist bei einem Blick auf den langfristigen Goldpreis keine Überraschung. Denn dieser hat mit seinem Anstieg über die Widerstandszone um 1.600 Dollar wieder einen zentralen Widerstand, welcher als damalige Unterstützung vor 7 Jahren im großen Ausverkaufsmonat April 2013 nach unten durchbrochen wurde, auf seinem Weg zu einem neuen Allzeithoch genommen. Und direkt über ihm liegen bereits zwei weitere bedeutende Widerstände. Die Aufwärtsbewegung des Goldpreises im April 2020 bestätigt damit ein weiteres Mal die langjährige Bodenbildung des Goldes sowie die Impulsstärke, mit der dieser gerade beendet wird.

 

Gold

 

Silber

Hatten wir in der Vorwoche noch auf die hohe Wahrscheinlichkeit hingewiesen, dass der Silberpreis sich von einem grauen Silberschwan zu einem weißen entwickelt, so legte dieser in der Berichtswoche auch faktisch einen weiteren deutlichen Schritt in diese Richtung zurück.

Der Silberpreis konnte die Widerstandszone um 16,60 Dollar überwinden und hat die Verluste aus dem Ausverkauf im März 2020 im Wesentlichen aufgeholt. In dieser Woche legte der Silberpreis um 3,43 % zu und holte damit auch weiter relativ gegenüber Gold auf.

An der Terminbörse vergrößerte sich die Shortposition der Commercials per 19.05.2020 erneut um 10 % auf 44.889 Kontrakte, und das Open Interest legte parallel um 12 % auf 151.890 Kontrakte zu. 

Insgesamt hat sich die charttechnische Lage für Silber in der Berichtswoche weiter verbessert. Wie auch bei Gold liegen die nächsten Widerstandszonen für Silber kurz über dem aktuellen Kurs. Man sollte sich jedoch auch daran erinnern, dass zurückeroberte Widerstände auch wieder neue Unterstützungen sind. Vor diesem Hintergrund sind zwar leichte Rückgänge möglich, größere allerdings auch angesichts des positiven Volumenprofils eher unwahrscheinlich. Der Aufstieg bis in die vorletzte massive Widerstandszone um 18,50 Dollar geht damit voran, und ganz in der Ferne wartet schon der zentrale Widerstand der langjährigen Bodenbildung bei Silber, die Marke von 21,13 Dollar.

 

Silber

 

Platin

Die Berichtswoche war für Platin eine erfreuliche, denn Platin schaffte nicht nur seinen Ausbruch über die Widerstandszone, die sich während der Seitwärtsbewegung ab 16.04.2020 gebildet hatte. Sondern mit einem Wochengewinn von 44,25 Dollar bzw. 5,6 % holte Platin auch endlich wieder einmal gegenüber den Konkurrenten Silber und Palladium auf.

Wie wir bereits in der Vorwoche erklärten, gab das Überwinden des Zwischenhochs vom 16.04.2020 bei 797,19 Dollar den Startschuss für Anschlusskäufe durch Momentum-Investoren.

Dabei erreichte Platin seine Widerstandszone um 860 Dollar, an der es zunächst einmal konsolidiert. Im Zuge dessen ist ein Test der Ausbruchsmarke um 800 Dollar zwar möglich, ein Unterschreiten allerdings unwahrscheinlich.

Die CoT-Daten vom 19.05.2020 zeigen gleichwohl einen Anstieg der Short-Position der Commercials um 20 % auf 25.790 Kontrakte. Das Open Interest legte parallel um 3 % auf 51.652 Kontrakte zu.

Insgesamt hat Platin also weiteres Terrain, welches bei dem Ausverkauf im März 2020 verloren ging, wieder aufgeholt. Und auch wenn nicht abzusehen ist, auf welche Art Platin die deutliche Widerstandszone um 860 Dollar knackt, so ist eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung deutlich wahrscheinlicher als ein erneuter Rückgang.

 

Platin

 

Palladium

Die von uns in der Vorwoche beschriebene Chartsituation kam in dieser Woche klassisch zur Ausprägung. Der Palladiumpreis generierte mit dem Ausbruch über seine Abwärtstrendlinie ein Kaufsignal und beendete damit seinen kleineren Doppelboden. Damit ist nun auch der Startschuss für den Weg nach oben in Richtung der Nackenlinie des größeren Doppelbodens gegeben, die je nach Skale im Bereich von 2.350 Dollar bis 2.450 Dollar liegt. Im Wochenvergleich gewann Palladium 3,94 %.

Das Abtropfen des Palladiumpreises am Donnerstag und Freitag am Tagestief vom 06.04.2020 ist dabei als notwendiges Ausatmen nach dem Bruch des Abwärtstrends zu bewerten. Diese derzeit laufende Konsolidierungsbewegung könnte im klassischen Fall mit einem Aufsetzen auf den Abwärtstrend von oben enden. Allerdings spricht gegen eine weitergehende Korrektur dieser Art die Unterstützung aus dem Schlusskurs des Ausverkaufs am 21.04.2020, der die Unterstützungszone bei 1.925 Dollar markiert. Man sollte sich also derzeit um Palladium nicht allzu viele Sorgen machen.

Am Terminmarkt zeigte sich allerdings per 19.05.2020 eine durch den Basiseffekt prozentual deutlich ausfallende Zunahme der Short-Position der Commercials. Diese legte um satte 93 % zu, was allerdings absolut nur 556 Kontrakten entspricht. Also auch hier sollte man das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Das Open Interest änderte sich nur wenig und nahm parallel um 3 % auf nur noch 6.989 offene Kontrakte ab.

Palladium könnte deshalb in der kommenden Woche seine ,,Minikonsolidierung‘‘ fortsetzen. Aber auch nur, um danach den nächsten Angriff auf die Widerstandszone bei rund 2.160 Dollar zu starten.

 

Palladiumpreis

 

23.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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