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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 27.02.2021

Die Edelmetallwoche vom 22.02.2021 – 26.02.2021

 

Gold

 

Die abgelaufene Handelswoche stand ganz im Zeichen eines starken Zinsanstieges am langen Ende der Zinsstrukturkurve auf beiden Seiten des Atlantiks. Die sich verstärkenden Auswirkungen traten bei den einzelnen Assetklassen etwas zeitverzögert ein, waren aber gleichwohl überall spürbar. Im Wochenverlauf erreichte die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe die Dividendenrendite des S&P 500 – Index. Dies stellt für viele Vermögensverwalter und institutionelle Investoren eine sensible Handlungsschwelle dar.

Erste Reaktionen bei den Aktienindizes waren deutlich sichtbar. Der Dow Jones Industrial gab im Wochenverlauf 1,8 % auf 30.032 Punkte ab, und der DAX schloss mit einem Wochenminus von 1,5 % auf 13.786 Punkten.

Der US-Dollar legte gegen den Euro im Wochenverlauf um 0,4 % auf 1,20699 Dollar je Euro zu. Bitcoin schloss nach einem turbulenten Wochenverlauf mit einem Minus von 17,1 % auf 46.318 Dollar und verlor damit fast den gesamten Gewinn der Vorwoche, der 17,9 % betragen hatte.

Und auch Gold bekam den Anstieg der Zinsen deutlich zu spüren und verlor gegenüber der Vorwoche 2,8 % auf 1.734,38 Dollar. Damit wurde unsere Mustervermutung auf Wochenbasis bestätigt und deutet auf einen noch tiefer liegenden Wendepunkt als Boden der seit August 2020 laufenden Konsolidierung hin. Deren Dauer dürfte, wie diese Woche zeigt, wesentlich vom Ausmaß des laufenden Zinsanstieges beeinflusst werden.

Die letzten CoT-Daten vom 23.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold gleichwohl einen erneuten deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials um diesmal 8 % auf 251.729 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 4 % auf 481.125 Kontrakte zurück.

Insgesamt realisiert sich, ausgelöst von steigenden Zinsen, nun eine ausgeprägtere Konsolidierung, deren nächsten Unterstützungen auf dem Preischart zu sehen sind. Da die Unterstützung um 1.780 Dollar auf Wochen- und Monatsbasis nicht gehalten hat, sollte ein Test der Unterstützung bei 1.600 Dollar und möglicherweise auch jener bei rund 1.560 Dollar nicht überraschen. Gleichwohl ist zu erwähnen, dass steigende Zinsen aus historischer Perspektive kein zwingender Grund für fallende Goldpreise sind. Dies zeigt nicht nur die Entwicklung in den 1970er Jahren eindrücklich.

 

 

Silber

 

Silber gab in dieser Woche weniger ab als Gold und schloss 2,3 % tiefer auf 26,67 Dollar. Gleichwohl zeigt auch hier der Preischart eine beachtliche Fallhöhe für einen Test der zentralen Unterstützung bei 21,13 Dollar, die damit rund 20 % tiefer liegt.

Auch Silber arbeitete in dieser Handelswoche daran, seine kurzfristige Top-Bildung zu vollenden. Es prallte zuvor schon an relevanten Zwischenhochs ab, wie wir bereits in den Vorwochen dargestellt haben. Nun steht Silber kurz vor seiner seit November 2020 laufenden kurzfristigen Aufwärtstrendlinie.

Sollte diese unterschritten werden, dürfte ein schneller Rückgang in den Bereich von 24,70 Dollar oder sogar die darunter liegende Unterstützung bei 23,85 Dollar anstehen. Dann allerdings sähe die charttechnische Situation kurzfristig schwach aus, da sich dann das von uns vermutete Doppeltop materialisiert hätte und ein Durchbrechen der zugehörigen Nackenlinie bei 21,66 Dollar den Startschuss für einen regelrechten Absturz geben könnte, der den Silberpreis bis in die Region von 19,40 Dollar führen kann.

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAber so weit sind wir noch nicht, man sollte aber auch nicht von einem solchen Ausverkauf überrascht sein. Denn zum einen steht der (gesunde) Test der zentralen Ausbruchsmarke von 21,13 Dollar auf Monatsbasis noch aus, und zum anderen wäre dieser mögliche Ausverkauf eine sehr solide Basis für einen mittelfristigen Anstieg des Silbers in Richtung 35 Dollar.

Die letzten CoT-Daten vom 23.02.2021 an der COMEX zeigen für Silber eine leichte Abnahme der Short-Position der Commercials um 1 % auf 70.442 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 6 % auf 172.293 Kontrakte zurück.

Insgesamt sollte man bei Silber in den kommenden Wochen mit starken Bewegungen in beide Richtungen rechnen, die aber aus höherer Perspektive den Charakter einer starken Korrektur in einem neuen starken Aufwärtstrend haben.

 

 

Platin

 

Platin hatt nach dem starken Anstieg in den letzten Wochen bedeutenden Konsolidierungsbedarf, mit dessen Abbau in dieser Woche begonnen wurde. Der Platinpreis ging im Wochenvergleich um 6,4 % auf 1.194,90 Dollar zurück.

Halt gemacht hat der Platinpreis nun an seiner ersten Unterstützung, die aus dem Dezember 2014 stammt. Sollte die Korrektur weiter gehen, ist ohne größeren charttechnischen Schaden ein Rückgang bis in den Bereich von 1.080 Dollar möglich.

Die letzten CoT-Daten vom 23.02.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 4 % auf 43.619 Kontrakte, während das Open Interest um 1 % auf 73.964 Kontrakte sank.

Insgesamt fügt sich die Korrektur des Platinpreises ins Gesamtbild des Edelmetallkomplexes ein. Ob dabei nun die im Chart als blaue aufsteigende Trendlinie markierte Unterstützung getestet wird oder sogar die fallende langfristige Abwärtstrendlinie, kann derzeit offenbleiben, sollte aber bei Unterschreiten der Marke von 1.080 Dollar verstärkt beobachtet werden.

 

 

Palladium

 

Palladium gab in dieser Handelswoche 2,5 % auf 2.326,95 Dollar ab und formte dabei weiter das von uns bereits mehrfach beschriebene zweite Top eines großen Doppeltops.

Ein Unterschreiten der im Preischart mit roten Horizontalen markierten Unterstützungen würde die charttechnische Lage dabei weiter verdunkeln. Die deutlich gestiegenen Umsätze mahnen ebenfalls vor Vorsicht.

Die CoT-Daten vom 23.02.2021 zeigen für Palladium einen deutlichen Rückgang der Short-Position der Commercials um 20 % auf 1.328 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 8 % auf 9.479 Kontrakte zurück.

Hatten wir in der Vorwoche noch darauf verwiesen, dass Long-Investoren keine Eile beim Einstieg zu haben brauchen, so gilt dies nach dieser Woche noch mehr. Ein Bruch auch der flacheren Aufwärtstrendlinie wäre dabei ein Signal, dass sich die Korrektur beschleunigen könnte.

 

 

27.02.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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