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Edelmetalle - Wochenrückblick vom 27.03.2021

Die Edelmetallwoche vom 22.03.2021 – 26.03.2021

 

Gold

 

In dieser Handelswoche waren die Märkte von einem kurzen Trend fallender Zinsen, eines steigenden US-Dollars und einem freundlichen Aktienmarkt zum Wochenausklang geprägt. Der Kontext wurde durch steigende geopolitische Spannungen und einer sich verstärkenden dritten Corona-Infektionswelle akzentuiert.

Die Aktienmärkte zeigten sich in dieser Handelswoche uneinheitlich. Der DAX legte im Berichtszeitraum um 0,9 % auf 14.749 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial 9 Punkte auf 32.619 Zähler abgab.

Der US-Dollar tendierte trotz leicht sinkender Zinsen nach oben und gewann gegen den Euro im Wochenverlauf 0,9 % auf 1,1793 Dollar je Euro zu, während Bitcoin 5,3 % auf 54993 Dollar abgab.

Die Edelmetalle tendierten in dieser Handelswoche insgesamt tiefer, wobei neben dem stärkeren Dollar auch die Charttechnik belastete. So gab der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 1 % auf 1.732,77 Dollar ab, wobei der Widerstand auf Tagesbasis vom Mai 2020 eine Rolle zu spielen scheint. Derzeit befindet sich der Goldpreis weiter in einer Seitwärtsbewegung, bei der jedoch sowohl Umsätze wie auch eine fehlende Symmetrie Anzeichen für ein Ende vermissen lassen. Deshalb dürfte es wahrscheinlicher sein, dass die im Chart zu sehenden Unterstützungen, nämlich die Kreuzunterstützung aus statischer Unterstützung und der steigenden mittelfristigen Aufwärtstrendlinie nochmals getestet werden. Ein Vorteil dieses Szenarios wäre ein Doppelboden, der eine Trendumkehr nach oben überzeugender belegen könnte als die derzeitige schwache Seitwärtsbewegung.

Die letzten CoT-Daten vom 23.03.02.2021 an der COMEX zeigen für Gold eine Abnahme der Short-Position der Commercials um 4 % auf 201.803 Kontrakte. Das Open Interest legte dagegen um 2 % auf 485.457 Kontrakte zu.

Insgesamt hinterlässt der derzeitige Chart des Goldpreises ein etwas flaues Gefühl in der Magengegend. Sollte der US-Dollar weiter erstarken, ist ein Unterschreiten der genannten Unterstützung möglich, was den Zeitpunkt einer Trendumkehr weiter nach hinten verschieben würde. Sollte dieser Dollaranstieg zudem von weiter steigenden Zinsen begleitet werden, dürfte dies zu zusätzlichem Verkaufsdruck sorgen. Andererseits könnten die steigenden geopolitischen Spannungen dazu führen, dass sich die Marktteilnehmer reflexartig wieder an ,,sichere Häfen‘‘ erinnern, was den Goldpreis stützen könnte.

 

 

Silber

 

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DAX Future SignaleSilber bestätigte in dieser Handelswoche unsere Vermutung, dass derzeit die Kraft nicht ausreicht, um die mittelfristige Aufwärtstrend-Linie zurückzuerobern. Stattdessen sackte der Silberpreis zurück auf das Korrekturniveau der ersten Märzwoche und schloss sowohl auf Tagesbasis als auch auf Tiefstkurs-Basis darunter. Dies macht die Vermutung plausibel, dass Silber seine Korrektur noch nicht beendet hat. Im Wochenverlauf gab das weiße Edelmetall 4,6 % auf 25,06 Dollar nach.

Die letzten CoT-Daten vom 23.03.2021 an der COMEX zeigen bei Silber eine Reduzierung der Short-Position der Commercials um 6 % auf 49.602 Kontrakte, während das Open Interest gleichzeitig um 1 % auf 160.437 Kontrakte anstieg.

Der Silberpreis unterstützt damit unsere verhaltende Einschätzung von Gold (und anders herum). Da mit dem Rückgang in dieser Woche auch das Risiko gestiegen ist, dass die Interpretation einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation zutrifft, sollte stattdessen das Risikobewusstsein steigen. Ein Unterschreiten der Marke von 24,77 Dollar wäre aus dieser Perspektive ein weiteres Zeichen dafür, dass Silber sein zentrales Ausbruchsniveau bei 21,13 Dollar testen könnte.

 

 

Platin

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefePlatin fiel in der abgelaufenen Handelswoche um 1,1 % auf 1.184,50 Dollar zurück und streifte dabei bereits seinen mittelfristigen Aufwärtstrend. Die charttechnische Situation hat sich dadurch weiter eingetrübt, zumal auch die Umsätze weiterhin eher auf anhaltende Verkaufsbereitschaft hindeuten als auf eine Vollendung einer Bodenbildung. Damit ist die ,,Chartmuster-Frage‘‘ weiter offen.

Die letzten CoT-Daten vom 23.03.2021 an der COMEX zeigen für Platin einen Rückgang der Short-Position der Commercials um 4 % auf 38.252 Kontrakte. Das Open Interest ging parallel um 2 % auf 73.324 Kontrakte zurück.

Charttechnisch sieht Platin zwar weiter besser aus als Gold und Silber, aber eben auch nicht wirklich konsolidiert. Vor diesem Hintergrund gibt es nicht nur keinen Grund zur Eile, sondern stattdessen einen anhaltenden Grund zur Geduld, bis zumindest neue Impulse mehr Licht in die ,,Musterfrage‘‘ bringen.

 

 

Palladium

 

Palladium schloss als einiges Edelmetall diese Woche positiv ab und gewann 1,7 % auf 2.684,50 Dollar.

Die in der Vorwoche erzielte Falsifizierung unserer Mustervermutung eines Doppeltops stütze auch in dieser Woche den Chart, da es offensichtlich zu Anschlusskäufen durch Momentum-Investoren kam.

Nun steht Palladium kurz vor dem zentralen Widerstand seines Allzeithochs, wurde dorthin aber mit nur sehr niedrigen Umsätzen getragen, was die Frage nach der Nachhaltigkeit dieser Bewegung aufwirft. Wie die Entwicklung von Palladium ab 2018 bis Mitte 2020 allerdings gezeigt hat, kann das Edelmetall durchaus ein Eigenleben entwickeln, welches sich in einer geringen Korrelation zu den Schwestermetallen ausdrückt.

Die CoT-Daten vom 23.03.2021 zeigen für Palladium erneut einen massiven Anstieg der Short-Position der Commercials um 54 % auf 3.192 Kontrakte, das Open Interest steig dagegen nur um 5 % auf 10.147 Kontrakte an.

Damit sendet der Palladiumpreis ebenfalls in der Gesamtschau gemischte Signale. Allerdings besitzt Palladium die relativ stärkste Charttechnik, selbst unter Einbeziehung der sehr niedrigen Umsätze. Eine bedeutende Erleichterung wäre für Long-Investoren ein Wochenschluss oberhalb der rot markierten Horizontalen, die das Niveau vom 2.708,72 Dollar vom Februar 2020 markiert. Bis dahin dürfte die Ungewissheit aber weiter anhalten.

 

 

27.03.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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